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Bonn/Hamburg (dpa) In den Wintermonaten kracht und knirscht es
wieder in Küchen und Wohnzimmern: Das Nüsse-Knacken gehört zur Tradition.
Die schmackhaften Samen-kerne sind aber nicht nur schmückendes Beiwerk.
Studien aus den vergangenen Jahren zufolge fördert ihr Verzehr auch die
Gesundheit und kann beispielsweise Herzinfarkten vorbeugen.
Waren Nüsse lange Zeit als kalorienreiche Dickmacher verrufen, haben
Gutachten den Ruf des Schalenobstes kräftig aufpoliert: Sie enthalten zwar
40 bis 70 Prozent Fett, aber der Anteil an ungesättigten Fett-säuren ist
sehr hoch", sagt Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE)
in Bonn. So könne eine regelmäßige Ernährung insbe-sondere mit Hasel- und
Wal-nüssen das schlechte" Cho-lesterin LDL im Blut senken, was das Risiko
eines Herzinfarktes verringere.
Nüsse sind auch gute Lieferanten von Vitamin E und von Folsäure", erläutert
Gahl. Daneben enthalten sie Ballast-stoff und Spurenelemente wie Eisen,
Magnesium, Kalium und Kalzium. Bestätigt wird die Wirkung der Nuss durch
einen Bericht der Bundesforschungsan-stalt für Ernährung in Karlsruhe.
Einige Befunde epidemiologi-scher Studien deuten auch einen günstigen
Einfluss des Verzehrs von Nüssen auf Krebsrisiken an", stellte der Autor
Prof. Johannes Friedrich Diehl bereits 2001 fest. Dazu müsse jedoch noch
weiter geforscht werden.
Von übermäßigem Nussver-zehr rät die DGE allerdings ab. Man sollte nicht
mehr als 25 Gramm pro Tag zu sich nehmen", warnt Gahl. Dies entspreche gut
einer Hand voll Nüsse. Der Energiegehalt ist sehr hoch: 100 Gramm Haselnüsse
enthalten genau so viel Fett wie ein halbes Päckchen Butter."
Für manche Menschen aber kann schon eine Nuss zu viel sein: Wer gegen
Birkenpollen allergisch ist, hat oft auch mit Haselnüssen Probleme. Mandeln,
Walnüsse, Paranüsse oder Cashewkerne können genauso gefährlich werden", so
Gahl. Gleiches gilt für Erdnüsse, die botanisch nicht zu den Nüssen, sondern
zu den Hülsenfrüchten zählen.
Beim Kauf von Nüssen sollten Verbraucher darauf achten, dass die Ware in
einwandfreiem Zustand ist. Schnell setzen sich sonst Schimmelsporen fest und
bilden so genannte Aflatoxine. Sie sind giftig und können das Erbgut
schädigen", warnt Gahl. Nüsse sollten daher vor dem Knacken immer
unbeschädigt sein. Wenn der Kern schwarz verfärbt oder von einem weißen
Belag überzogen ist, wird die Nuss besser weggeworfen", empfiehlt die
Ernährungsexpertin. |