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Innsbruck/München (dpa) Nach Ansicht einiger
Wissenschaftler wird es in 50 Jahren in den Alpen kaum noch Gletscher geben.
Noch können
Wintersportler auf alpinen Gletschern fast das ganze Jahr über Spaß haben.
Touristiker werben, doch Umweltexperten sind skeptisch. Zwar bringen
Skifahrer das Eis nicht schneller zum Schmelzen, wie die Glaziologin Andrea
Fischer von der Universität Innsbruck betont. Das Abschmelzen hat seine
Ursache alleine im wärmeren Klima", sagt die Gletscherforscherin. Wolfgang
Rack, Glaziologe am Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven,
schließt sich dem an. Allerdings sind Gletscher wichtige Trinkwasser-Reservoirs."
Und jeder Mensch, der sich auf einen Gletscher begibt, trage Chemie" dort
hin - Skiwachs zum Beispiel.
Uns machen zum
Beispiel die Maschinen für die Pistenpräparierung Sorgen", sagt Stefan Witty
von der Abteilung Natur- und Umweltschutz beim Deutschen Alpenverein in
München. Diese Maschinen könnten Diesel oder Hydrauliköl verlieren. Man sagt,
dass ein Liter Öl eine Million Liter Wasser verunreinigt."
Darauf hätten die
Pistenbetreiber reagiert, sagt Nicola Mader. Sie leitet in Innsbruck das
Projekt 5 Tiroler Gletscher", die sich als gemeinsames Skigebiet
präsentieren. Die Bergbahnen werden mit Strom und nicht mit Diesel betrieben."
Und die Pistenfahrzeuge verwendeten Biodiesel. Außerdem herrsche auf den
Gletschern Mülltrennung.
Peter Hasslacher
vom Österreichischen Alpenverein in Innsbruck sieht die Sache anders: Die
als Skigebiet ausgewiesenen Gletscher werden behandelt wie Industriegebiete."
Öle, Wachse und Cremes gelangten ins Eis.
Umweltexperten
wünschen sich deshalb keinen weiteren Ausbau von Skigebieten auf Gletschern.
Den Urlaubern wollen sie deshalb kein schlechtes Gewissen einreden. Sie
sollten aber keinen Abfall oben liegen lassen", fordert Witty. Jede Tube
Sonnencreme verunreinige das Eis und komme irgendwann wieder ans Tageslicht
- wie Ötzi.
Derzeit seien in
Österreich acht Gletscher als Skigebiete ausgewiesen, sagt Hasslacher. Und
da sollen die Leute auch ruhig hinfahren." Er bittet die Urlauber jedoch,
nicht aufzubegehren, wenn sie am Lift mal warten müssen. Er fürchtet sonst
weitere Vorstöße der Seilbahn-Betreiber in noch unberührte Gebiete.
Ebenfalls sinnvoll
wäre laut Hasslacher eine zeitliche Entzerrung. Stefan Witty zufolge können
auch hier die Touristen selbst ihren Teil beitragen - und dabei Spaß haben:
Die meisten Wintersportler hätten schon im Februar keine Lust mehr aufs
Skifahren. Dabei herrschen erst im Spätwinter, also im März, die besten
Schneeverhältnisse."
Eine Alternative
zum Ausbau der Skigebiete sei eine Wandlung des touristischen Angebots, so
Witty. Man müsste wieder stärker den Winterstatt den Skiurlaub bewerben."
Statt zum
täglichen Abfahrtslauf sollten die Urlauber auch zum Langlauf, zum Wandern
oder zu Wellness-Angeboten bewegt werden. |