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Von Irmgard Schmidmaier, dpa
Wien (dpa) Seinen schelmenhaften
Charme hat er sich behalten. Peter Weck gibt auch im Seniorenalter noch
gerne Typen wie den Gauner, dem man nicht böse sein kann. Das Image des
Ewigen Jungen" begleitet den Schauspieler, Regisseur und Intendanten aus
Wien bald seit Jahrzehnten, und der vielseitige Künstler tut sein Bestes, es
immer neu mit Leben zu füllen. Am 12. August wurde Peter Weck 75 Jahre alt.
Immer wieder Neues auszuprobieren, das sei sein Rezept fürs Jungbleiben,
sagte er einmal. Und tatsächlich ruht sich der umtriebige
Unterhaltungskünstler nicht auf seinen früheren Erfolgen aus. Deren Liste
ist so lang wie vielseitig und reicht von 50er- Jahre-Streifen wie Sissi"
oder Mariandl" über die TV-Serie Ich heirate eine Familie" aus den 1980er
Jahren und Krimi-Komödien bis hin zum Kino-Erfolg Amiée und Jaguar" von
1998.
In
den vergangenen Jahren stand er bei zahlreichen neuen Filmarbeiten vor wie
hinter der Kamera und war unter anderem als Eddi in Herzensfeinde" oder als
Conte Lorenzoni in der Donna-Leon-Verfilmung Nobilità" zu sehen. Zu seinem
Markenzeichen ist eine spezielle Verbindung von keckem Charme mit einem
leicht komischen Einschlag geworden.
Eigentlich wollte der musikalische Wiener, der bei den Wiener Sängerknaben
als Solist brillierte, Dirigent werden. Doch nach zwei Jahren in der
Dirigentenklasse zog es den Ingenieurssohn zum Theater. Er schloss das
Max-Reinhardt-Seminar 1953 mit Auszeichnung ab und debütierte im selben Jahr
am Klagenfurter Stadttheater als Truffaldino in Goldonis Diener zweier
Herren". Wenige Monate später amüsierte er das Berliner Publikum im Theater
am Kurfürstendamm.
Gleichzeitig zu seiner Bühnenkarriere, die ihn unter anderem zu den Münchner
Kammerspielen, ans Hamburger Schauspielhaus und ans Wiener Burgtheater
führte, probierte er sich als Regisseur aus und schuf sich ein wichtiges
Standbein beim Film. Dabei gab er weniger den klassischen jungen Liebhaber
als dessen besten Freund: Ich habe nicht die Trägerrolle übernommen, sondern
Farbe in die Geschichten gebracht", blickt er zurück. Der spitzbübische
Charmeur wurde neben Romy Schneider in Sissi" populär oder in heiteren
Streifen wie Immer Ärger mit den Paukern".
Rasch fasste er auch beim Fernsehen Fuß und war in über 200 Rollen zu sehen.
Bei mehr als 100 Produktionen führte er auch Regie. Es ist vielleicht der
versteckte Dirigent in mir, der gern die Fäden in der Hand halten will",
erklärt er sich seine Liebe zur Regiearbeit. Noch in einem weiteren Feld
etablierte er sich als wichtiger Strippenzieher: Als Intendant des Theaters
an der Wien von 1983 bis 1992 hat er seine Heimatstadt in zäher Arbeit in
eine Musicalmetropole verwandelt.
Nach importierten Erfolgen wie Cats", Das Phantom der Oper" oder Les
Misérables" verordnete er seinem Haus selbstständige Kreativität. Das war
die Geburtsstunde der Vereinigten Bühnen als Musicalproduzent, und erste
Höhenflüge mit Freudiana" oder Elisabeth" bestärkten Weck in seiner Linie.
Die jüngere Entwicklung sieht er mit Skepsis, spricht von Spekulanten", die
nur schnell Geld machen wollen - und konzentriert sich lieber auf Dinge, die
ihm Freude machen. Zwar steht sein Name für Unterhaltung, doch genießt er
jetzt gerade die Distanz zum schnelllebigen Unterhaltungsgeschäft: Ich kann
mir aussuchen, was mich wirklich interessiert. Und was Neugier in mir weckt,
dem widme ich mich mit ganzer Kraft". |