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Bukarest
(dpa) - Nach dem Tod einer jungen Nonne bei einer Teufelsaustreibung in
einem orthodoxen Kloster in Ostrumänien sind am Donnerstag fünf Verdächtige
festgenommen worden. Nach elfstündigem Verhör warfen die Staatsanwälte dem
Klosterprior und vier Nonnen unter anderem Freiheitsberaubung, Folter und
besonders schwerwiegenden Mord vor. Sie sollen vergangene Woche im Kloster
Heilige Dreifaltigkeit" in dem Ort Tanacu (Kreis Vaslui) eine angeblich
besessene Nonne bei einem Teufelaustreibungs-Ritual an ein Holzkreuz
gekettet und mit einem Handtuch geknebelt haben.
Nach drei Tagen am
Kreuz, in denen die 23-Jährige weder Nahrung noch Wasser bekam, war die
Nonne gestorben. Sollten die Exorzisten" in allen Anklagepunkten schuldig
gesprochen werden, drohen ihnen lebenslängliche Haft.
Der Haftrichter
soll nun über den Antrag der Staatsanwaltschaft über eine Vorbeugehaft von
29 Tagen entscheiden. Vor dem Gericht in Vaslui hatten sich am
Donnerstagmorgen mehrere Hundert Menschen versammelt. Etwa die Hälfte der
Demonstranten verteidigte die Exorzisten", die andere forderte härteste
Bestrafung, meldete der Fernsehsender Realitatea TV. Eine ähnliche Stimmung
herrscht auch im Dorf Tanacu, wo viele Bewohner in den vergangenen Tagen
Nonnen und Prior in Schutz genommen und gegen die Polizei verteidigt hatten.
Die rumänische
orthodoxe Kirche erlaubt Teufelsaustreibungen und sieht dafür präzise
Rituale vor. Insbesondere bei der ländlichen Bevölkerung finden solche
Praktiken Anklang. Sie werden in der Öffentlichkeit während besonderer
Gottesdienste durchgeführt. Mehrere Menschenrechts-Organisationen
protestieren mittlerweile gegen diese mitteralterlichen Praktiken", die die
Menschenwürde verletzen".
Die Führung der
orthodoxen Kirche verurteilte den Teufelsaustreibungs-Fall in Tanacu. Dem
Prior wurde verboten, Gottesdienste abzuhalten. Dabei stellte sich heraus,
dass dieser gar nicht rechtmäßig zum Klosterprior in Tanacu geweiht worden
war.
Dieser zeigte
keinerlei Reue: Es war Gottes Wille, dass sie starb". Ihr versteht das nicht.
Sie war von bösen Geistern besessen. Jetzt ist sie im Paradies. Aus
geistlicher Sicht haben wir das Richtige getan". Er beschuldigte die Medien,
den Fall hochgespielt zu haben.
Die junge Frau war
in einem Waisenheim im westrumänischen Arad aufgewachsen und drei Monate
zuvor auf Besuch zu einer Freundin ins Kloster Tanacu gekommen. Davor hatte
sie zwei Jahre als Babysitter in Deutschland gearbeitet. Der Klosterprior
überredete sie zu bleiben. Bereits einen Monat später hatte sie erste Krisen.
Sie wurde im Kreiskrankenhaus Vaslui untersucht, der ärztliche Befund
lautete auf Schizophrenie. Auf Verlangen der Nonnen entließen sie die Ärzte.
Die rumänische Ärztekammer untersucht derzeit das Verhalten der Ärzte in
diesem Fall |