19 August, 2008

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Teufelsaustreibung bei junger Nonne in Rumänien - Fünf Festnahmen

Bukarest (dpa) - Nach dem Tod einer jungen Nonne bei einer Teufelsaustreibung in einem orthodoxen Kloster in Ostrumänien sind am Donnerstag fünf Verdächtige festgenommen worden. Nach elfstündigem Verhör warfen die Staatsanwälte dem Klosterprior und vier Nonnen unter anderem Freiheitsberaubung, Folter und besonders schwerwiegenden Mord vor. Sie sollen vergangene Woche im Kloster Heilige Dreifaltigkeit" in dem Ort Tanacu (Kreis Vaslui) eine angeblich besessene Nonne bei einem Teufelaustreibungs-Ritual an ein Holzkreuz gekettet und mit einem Handtuch geknebelt haben.

Nach drei Tagen am Kreuz, in denen die 23-Jährige weder Nahrung noch Wasser bekam, war die Nonne gestorben. Sollten die Exorzisten" in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen werden, drohen ihnen lebenslängliche Haft.

Der Haftrichter soll nun über den Antrag der Staatsanwaltschaft über eine Vorbeugehaft von 29 Tagen entscheiden. Vor dem Gericht in Vaslui hatten sich am Donnerstagmorgen mehrere Hundert Menschen versammelt. Etwa die Hälfte der Demonstranten verteidigte die Exorzisten", die andere forderte härteste Bestrafung, meldete der Fernsehsender Realitatea TV. Eine ähnliche Stimmung herrscht auch im Dorf Tanacu, wo viele Bewohner in den vergangenen Tagen Nonnen und Prior in Schutz genommen und gegen die Polizei verteidigt hatten.

Die rumänische orthodoxe Kirche erlaubt Teufelsaustreibungen und sieht dafür präzise Rituale vor. Insbesondere bei der ländlichen Bevölkerung finden solche Praktiken Anklang. Sie werden in der Öffentlichkeit während besonderer Gottesdienste durchgeführt. Mehrere Menschenrechts-Organisationen protestieren mittlerweile gegen diese mitteralterlichen Praktiken", die die Menschenwürde verletzen".

Die Führung der orthodoxen Kirche verurteilte den Teufelsaustreibungs-Fall in Tanacu. Dem Prior wurde verboten, Gottesdienste abzuhalten. Dabei stellte sich heraus, dass dieser gar nicht rechtmäßig zum Klosterprior in Tanacu geweiht worden war.

Dieser zeigte keinerlei Reue: Es war Gottes Wille, dass sie starb". Ihr versteht das nicht. Sie war von bösen Geistern besessen. Jetzt ist sie im Paradies. Aus geistlicher Sicht haben wir das Richtige getan". Er beschuldigte die Medien, den Fall hochgespielt zu haben.

Die junge Frau war in einem Waisenheim im westrumänischen Arad aufgewachsen und drei Monate zuvor auf Besuch zu einer Freundin ins Kloster Tanacu gekommen. Davor hatte sie zwei Jahre als Babysitter in Deutschland gearbeitet. Der Klosterprior überredete sie zu bleiben. Bereits einen Monat später hatte sie erste Krisen. Sie wurde im Kreiskrankenhaus Vaslui untersucht, der ärztliche Befund lautete auf Schizophrenie. Auf Verlangen der Nonnen entließen sie die Ärzte. Die rumänische Ärztekammer untersucht derzeit das Verhalten der Ärzte in diesem Fall

Trauer um getötete Nonne in Rumänien

Es war Gottes Wille, dass sie starb" - Der Prior: Daniel Petre Corogeanu wird der Tod einer Novizin zur Last gelegt.

 

 

Last modified on:06/28/2005

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