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Detroit – Es ist 1 Uhr früh, der
letzte Takt Tanzmusik ist verklungen und fröhliche Tänzer mit müden Füßen
verlassen den großen Saal im Cobo Center. Damit ging der nun schon 58.
Johann Strauss Ball des Vereins der Österreicher in Detroit zu Ende. 750
Gäste und Mitwirkende fanden sich am Samstag dem 5. Februar im Ambassador
Saal ein, um einen „Wiener Ball“ mitzuerleben und zu tanzen, ohne nach
Österreich reisen zu müssen.
Nach
einem gemeinsamen Abendessen folgte um 20 Uhr die Eröffnung des Balles.
Zunächst begrüßten Vereinspräsident Horst Griesser und der österreichische
Honorargeneralkonsul für Detroit, Aloys Schwarz, alle Gäste. Aloys Schwarz
entbot vor allem den erschienen Ehrengästen: Konsul Gernot Wiedner vom
Generalkonsulat in Chicago, Kizzi Montgomery in Vertretung von Detroit
Bürgermeister Kwame Kilpatrick, und Michael Benzinger, Präsident des
Austrian Club Windsor, mit Gattin ein herzliches Willkommen. Konsul Wiedner
gratulierte dem Verein zu dieser großen Veranstaltung und wünschte noch
viele erfolgreiche Jahre. Er freue sich schon auf den Ball im nächsten Jahr,
verkündete er. Ms. Montgomery verlas eine Proklamation des Bürgermeisters
und überreichte das Dokument Präsident Griesser mit den besten Wünschen des
Bürgermeisters. Präsident Horst Griesser dankte dem Strauss Ball Komitee mit
herzlichen Worten für die geleistete Arbeit.
Als dann
das Orchester unter der Leitung von George G. Stepulla den Marsch „Wien
bleibt Wien“ erklingen ließ, übernahm Zeremonienmeister Alex Suczek das
Mikrophon und führte mit eleganter Fertigkeit durch das Programm. Ein
Anziehungspunkt neben der schönen Musik ist natürlich auch die
Eröffnungspolonaise. Aller liebst waren unsere jüngsten Teilnehmer, Kinder
und Enkelkinder von Mitgliedern, im Alter zwischen sechs und neun (zukünftige
Polonaisetänzer!). Angeführt von Polonaiseleiterin, Zdzislawa Gumul,
marschierten sie herein. Nachdem sie eine kurze Tanzfigur vorführten
standen sie bereit den Debütantinnen ein Sträußchen roter Rosen zu
überreichen. Zu den Klängen von Mozarts „Kleiner Nachtmusik“ wurden siebzehn
junge Damen mit ihren Begleitern einzeln mit Namen vorgestellt; mit tiefem
Hofknicks bedankten sich die Debütantinnen bei den Gästen für den warmen
Applaus.
Der
Radetzkymarsch erklang und all 28 jungen Paare schritten in verschiedenen
Formationen über den Tanzboden, sodass jedes Paar von allen Gästen bewundert
werden konnte. Eine lebhafte Polonaise, ein Tanz der königlich-kaiserlichen
Höfe, folgte. Wie jedes Jahr wurde die Vorführung mit begeistertem Applaus
bedacht. Das Walzertanzen der jungen Paare aber erhielt heuer besondere
Komplimente. „So gut haben sie noch nie getanzt“ hörte man von vielen Seiten.
Also ein lautes BRAVO den Tänzern und Tanzlehrern, im Besonderen Jochen
Ohlendorf. Nach alter Tradition tanzen zum Abschluss der Vorführung die
Väter mit ihren Debutantentöchtern den Donauwalzer. Als besondere Einlage
durften dieses Jahr zum ersten Mal auch die Großväter mit ihren Enkelinnen,
unter allgemeinem Beifall, einige Takte Walzer tanzen. Danach hieß es:
“alles Walzer“ und der Tanzboden wurde für das Publikum freigegeben.
Die
Erich Neubauer Tanzkapelle setzte den Abend mit flotten Weisen fort und
wurde dann wiederum vom großen Ball Orchester abgelöst. So blieb der
Tanzboden den ganzen Abend mit begeisterten Tänzern gefüllt, Jung und Alt
schien sich bestens zu unterhalten. So auch eine Gruppe von 20 Mitgliedern
des Edelweiss Clubs in Grand Rapids, die sich sogar mit einer Tanzstunde im
Walzertanzen auf unseren Ball vorbereitet hatte. Langjährige Gäste reisten
aus Ohio und Kanada an. Wir schätzen uns besonders geehrt, dass die Familie
Ulli Edelbachers unserem Ball die Treue hält; einige Familienmitglieder
lassen es sich nicht nehmen, sogar von Oklahoma und New York City zu unserem
Ball anzureisen.
Gegen
22:30 wurde aber doch eine Tanzpause für das Publikum eingelegt. Das Parkett
wurde drei Turniertanzpaaren überlassen. Diese internationale Gruppe - ein
deutsches Paar, ein Tänzer aus Sibirien, seine Partnerin aus Lettland und
ein Paar von Detroit - zeigten verschiedene Tänze aus dem „Internationalen
Tanzprogramm“ und begeisterten die Zuschauer mit ihrem Können. Wie wohl
nicht anders zu erwarten, fand der „Wiener Walzer“ besonderen Anklang.
Wir, die Veranstalter, danken allen unseren
Gästen, die durch ihr Mitwirken unserem Ball wieder seinen allgemeinen
Erfolg brachten und deren Treue es uns erlaubt, die nun schon bald 60
jährige Tradition fortzusetzen. Auf ein Wiedersehen beim 59. Johann Strauss
Ball am 18. Februar 2006. |