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Ofterschwang/Chamonix (dpa) - Erstmals seit 26
Jahren fahren die einst erfolgsverwöhnten deutschen Ski-Damen ohne einen
Podestplatz zu Olympischen Winterspielen. Beim Heim-Weltcup in Ofterschwang
unterstrich wenigstens Annemarie Gerg (Lenggries) am Sonntag mit Platz fünf
im Slalom als einzige Deutsche ihre Zugehörigkeit zur Weltklasse. Wir haben
in keiner Disziplin den Anspruch, ein Medaillenkandidat zu sein. Dafür waren
unsere Leistungen im Olympia-Winter einfach nicht gut genug", lautete das
ernüchternde Fazit von Cheftrainer Wolfgang Maier. Aber wir wollen aus
unserer Außenseiterposition angreifen."
Immerhin zeigten
Nachwuchsläuferinnen wie Kathrin Hölzl (Bischofswiesen) als
Riesenslalom-Zwölfte oder Fanny Chmelar (Partenkirchen) mit Platz 16 im
Slalom ihr Potenzial. Das zeigt, dass nach Ertl und Co nicht die Lichter
ausgehen", sagte Maier.
Janica Kostelic
düpierte mit einem Slalom-Traumlauf die Konkurrenz. In 1:42,22 Minuten
distanzierte die Kroatin die beiden Österreicherinnen Kathrin Zettel und
Marlies Schild um 1,33 bzw. 1,45 Sekunden. Durch ihren 26. Weltcup-Sieg ist
sie erst die zweite Skiläuferin nach der Österreicherin Petra Kronberger,
die in einer Saison in allen fünf Disziplinen gewonnen hat. Ich denke über
so etwas nicht nach. Es ist schön, wenn Rekorde passieren. Es war aber nie
eines meiner Ziele", sagte die dreimalige Olympiasiegerin.
Annemarie Gerg lag
bereits 1,89 Sekunden zurück, war aber nach mehreren Ausfällen froh, wieder
einmal im Ziel angekommen zu sein. Das war ganz wichtig für mein
Selbstvertrauen", sagte die 30- Jährige.
Bei ihrem letzten
Heimrennen setzte sich die Talfahrt von Martina Ertl-Renz fort. In ihrer
Spezialdisziplin Riesenslalom fuhr die Team-Weltmeisterin als 19. hinterher,
im Slalom schied sie aus. Ich fahre ganz locker nach Turin, weil ich dort
nichts mehr zu verlieren habe. Es kann ja nur besser werden", sagte die
Lenggrieserin über ihre fünften Winterspiele.
Slalom-Spezialistin
Monika Bergmann-Schmuderer (Lam) auf Platz 23 offenbarte erneut technische
Mängel, hatte aber eine gute Entschuldigung parat: Ich habe die ganze Nacht
durchgekotzt und fühle mich wie durch den Fleischwolf gedreht."
Dank ihres ersten
Saisonerfolgs im Slalom baute Janica Kostelic, die mit Fieber am Samstag im
Riesenslalom den Finallauf noch verpasst hatte, mit 1382 Punkten ihre
Führung im Gesamtweltcup weiter aus. Anja Pärson (Schweden) liegt bei neun
noch ausstehenden Rennen 261 Punkte und damit fast aussichtslos zurück. Die
Titelverteidigerin im Gesamtweltcup hatte sich den Riesenslalom-Sieg mit der
Spanierin Maria Rienda Contreras geteilt, war im Slalom als Führende des
ersten Laufs jedoch ausgeschieden.
Kathrin Hölzl
überraschte zwar als Riesenslalom-Zwölfte, durfte aber trotz halb
geschaffter Olympia-Qualifikation nicht mehr auf das Ticket nach Turin
hoffen. Darüber habe ich mir gar keine Gedanken gemacht, sondern nehme das
als tolle Bestätigung", sagte die lange als schlampiges Talent" geltende
21-Jährige. Ebenso ihr bestes Weltcup-Resultat erzielte Chmelar (20). Maria
Rieschs 18-jährige Schwester Susanne verpasste als 32. knapp den
Finaldurchgang.
Von der Absage des
letzten Herren-Weltcups vor Olympia in Chamonix (Frankreich) profitierte der
Österreicher Benjamin Raich, der kurz vor dem Gewinn der Großen
Kristallkugel steht. Den kann ich nicht mehr einholen, und ich weiß nicht,
wer das sonst noch schaffen soll", sagte Raichs ärgster Verfolger, Landsmann
Michael Walchhofer, der bei acht noch ausstehenden Rennen bereits 245 Punkte
zurückliegt. Dichter Nebel auf der Abfahrtsstrecke hatte ein Rennen
unmöglich gemacht. Eine Verlegung auf Sonntag war nicht möglich, da für
viele Teams schon die Anreise nach Italien auf dem Programm stand. Deutsche
Abfahrer wären in Chamonix nicht am Start gewesen. |