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Berlin (dpa) - Schulen in evangelischer Trägerschaft sind oft besser
als staatliche. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die der Vorsitzende
des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang
Huber, und die Autoren nach EKD-Angaben am Mittwoch in Berlin vorgestellt
haben. So seien beispielsweise im Bereich Leseverständnis Vorteile
feststellbar. Außerdem sei der Anteil von so genannten Risikoschülern
deutlich geringer als im staatlichen Bildungswesen, was auch auf die
Qualität der Schulen zurückzuführen sei. Insgesamt gehen rund 70 000
Schülerinnen und Schüler in Deutschland auf evangelische Schulen.
Bischof Huber nannte das gute Schulklima an evangelischen Schulen ein
wesentliches Element. Die Förderung der schwachen Schüler sei ebenso wichtig
die die Förderung besonders begabter Jugendlicher. Huber sagte: Gerade
Kinder von der Straße und aus armen Verhältnissen sollten eine solide
Schulbildung erhalten, um ihnen die eigenständige Sicherung ihrer Existenz
und eine gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen."
Er
sei beunruhigt, wie sehr sich in Deutschland die Zugehörigkeit zu einer
Sozialschicht und der Lernerfolg bedingen". Da aus Sicht der evangelischen
Kirche die evangelischen Schulen ebenso wie staatliche Schulen öffentliche
Schulen seien, müsse sich dies auch in der finanziellen Förderung
niederschlagen. Es sei nicht hinnehmbar, dass diese Förderung teilweise
immer weiter reduziert werde.
Das Profil evangelischer Schulen schlage positiv und statistisch bedeutsam
durch, sagte Prof. Annette Scheunpflug (Erlangen-Nürnberg). Das ermittelte
Lernverständnis entspreche einem Leistungsvorsprung im Vergleich zu
staatlichen Schulen von einem drittel Schuljahr. Mit Blick auf das
diakonische Bildungsverständnis und die Milieubildung erreichten die
evangelischen Schulen ihre selbst gesteckten Ziele. Schulen in evangelischer
Trägerschaft böten ein günstiges Erziehungs- und Sozialisationsmilieu.
Für die Studie wurden den Angaben zufolge Sekundäranalysen der PISA-E-Daten
aus dem Jahr 2000 gemacht und evangelische mit staatlichen Schulen
verglichen. |