19 August, 2008

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Erwachsene entdecken den Schlitten

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Das Rodeln kommt im Gefolge des Trends, sich in der freien Natur zu bewegen.

München - Sobald eine dünne Schneedecke liegt, gibt es für viele Kinder kein Halten mehr: Der Schlitten wird aus dem Keller geholt, und los geht's zum nächsten Hügel. Mittlerweile stürzen sich aber auch immer mehr Erwachsene die Piste hinab.

Auch im Winterurlaub werden dem Schlitten zuliebe öfter die Ski in die Ecke gestellt. Die einen setzen ganz klassisch auf den traditionellen Holzrodel. Für andere dürfen es dagegen auch schicke Renner aus High-Tech-Materialien sein.

Die neue Liebe zum Schlitten hängt für Andrea Händel vom Deutschen Alpenverein (DAV) in München mit der Wiederentdeckung des Wanderns zusammen: Das Rodeln kommt im Gefolge des Trends, sich in der freien Natur zu bewegen." Individuelle Bergerlebnisse statt Pistenrummel und Warteschlangen sind gefragt, bestätigt auch die Messe München, die jedes Jahr die Sportartikelmesse Ispo ausrichtet. Es gehe jedoch auch ums Geld: Freizeit wird in wirtschaftlich angespannter Situation zurückgefahren. Es wird gespart", heißt es bei der Messe. Und Rodeln ist einfach wesentlich günstiger als Skifahren oder Snowboarden.

Dazu kommt, dass der Schlitten im Normalfall länger hält als ein Paar Ski und kaum modischen oder technischen Veränderungen ausgesetzt ist. Bei richtiger Lagerung und etwas Pflege kann ein klassischer Holzschlitten von einer Generation an die nächste vererbt werden.

Plastikschlitten sind zwar auf jeden Fall günstiger, Holzschlitten sind aber trotzdem nach wie vor am beliebtesten", sagt Matthias Ress vom Hersteller Ress aus Schwebheim (Bayern). Im Vergleich zur Kunststoffkonkurrenz hat Holz einen Vorteil: Auch bei extremer Kälte wird es nicht porös." Zudem verschafft den Klassikern die Nostalgie einen Wettbewerbsvorteil. Omas und Opas kaufen für ihre Enkel am liebsten einen traditionellen Schlitten", beobachtet Eberhard Pilz vom gleichnamigen Hersteller in Meschede im Sauerland.

Aber auch bei den Klassikern hat sich einiges getan - sie werden nun zum Beispiel als Klapprodel angeboten. Zusammengeklappt lässt sich der Schlitten im Auto wesentlich einfacher transportieren", sagt Pilz. Ebenfalls ein Neuzugang sind Schlitten mit Wechselkufen. Neben den normalen Kufen werden zum Beispiel Skikufen angeboten. Diese Kufen sind breiter und sinken nicht so stark ein, weshalb man mit ihnen auch bei Tiefschnee fahren kann", erzählt Matthias Ress.

High-Tech statt Holz - nach dieser Devise wurde der Alurunner" entwickelt. Bisher war der Schlitten immer nur ein Spielzeug und wurde von Erwachsenen eher stiefmütterlich behandelt", sagt Hans Deiseroth, Geschäftsführer des Unternehmens Alurunner aus Frankfurt/Main. Wir wollten deshalb einen modernen Schlitten aus modernen Materialien bauen." Der Alurunner" besteht aus Aluminium und sein Sitz aus bruchfestem Polycarbonat. Während Standardmodelle aus Holz deutlich weniger als 100 Euro kosten, müssen für den Alurunner" allerdings auch knapp 300 Euro hingeblättert werden.

Allerdings sollten Hobby-Rodler nicht zu sehr dem Temporausch verfallen. Es wird oft unterschätzt, wie schnell man mit dem Rodel unterwegs ist", warnt Andrea Händel. Auch Rücksichtnahme ist wichtig: Skipisten sind - abgesehen von eigens für Rodler abgetrennten Bereichen - tabu für den Schlitten. Bergexpertin Händel empfiehlt neben speziellen Rodelbahnen auch Forstwege als Schlittenstrecke. Dann muss aber unbedingt auf Fußgänger und Autos geachtet werden."

 

 

Last modified on:12/27/2005

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