19 August, 2008

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Männer müssen Prostata-Vorsorge ernster nehmen

Hamburg (dpa) - Männer müssen die Vorsorge vor Prostatakrebs wesentlich ernster nehmen. Das rät der Urologie- Chefarztes Markus der Martini-Klinik am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE).

Vier Prozent aller Todesfälle bei Männern gehen inzwischen auf Tumoren der Prostata zurück", erklärte der Experte. Damit ist Prostatakrebs die häufigste Tumorerkrankung bei Männern. Aber nur 17 Prozent der Männer nutzen das Angebot zu Vorsorge. Neben den Tastuntersuchung sei die Bestimmung des PSA-Wertes im Blut wichtig.

Eine frühe Krebserkennung sei aus mehreren Gründen entscheidend, sagt der Privatdozent. Wie bei anderen Karzinomen auch betrage die Heilungschance 90 Prozent, solange nur der Tumor auf das Organ beschränkt ist. Wenn der Tumor bereits in benachbartes Gewebe eingewachsen ist, sinkt diese Rate auf etwa 50 Prozent. Außerdem können bei der Operation die neben der Prostata liegenden Nerven und Blutgefäße geschont werden, wenn der Tumor organbegrenzt ist", sagte Graefen. Bei einer nervenschonenden radikalen Operationen können meist Impotenz und Inkontinenz vermieden werden.

Die Bestimmung des prostataspezifischen PSA-Wertes bringt nach Graefens Überzeugung große Vorteile, weil die Tastuntersuchung erst bei großen Tumoren wirksam ist. Ein erhöhter PSA-Wert alleine sei kein Nachweis für Krebs, aber Grund zu weiteren Untersuchungen. Der PSA-Wert ist prostata-spezifisch aber nicht tumorspezifisch", sagte der Urologe. Um das Risiko besser abschätzen zu können, steht auf der Internetseite der Martini-Klinik (www.martini-klinik.de) ein Risiko- Kalkulator zur Verfügung, der aus zwei verschiedenen PSA-Werten, dem Tastbefund und dem Alter das persönliche Risiko eines Mannes für einen Tumor errechnet. Die Ergebnisse sind besser als die Einschätzung erfahrener Ärzte", sagt Graefen, der wesentlich an der Entwicklung beteiligt war. Grundlage waren die Diagnosen bei 1700 Patienten.

Graefen rät, die Prostata-Vorsorgeuntersuchung im Alter von 45 Jahren zu beginnen, wenn es Fälle von Prostatakrebs in der Familie gibt, bereits mit 40. Die Bestimmung des PSA-Wertes kostet rund 20 Euro. Das ist gut angelegtes Geld", sagte er. Er hoffe, dass die Krankenkassen in Zukunft diese Vorsorgekosten übernehmen, weil das am Ende auch Geld bei der Therapie spare. Die Faktenlage ist erdrückend." Allerdings müssten Ärzte mit den Ergebnissen differenziert umgehen, weil ein erhöhter PSA-Wert Angst auslöst, aber nicht unbedingt einen Tumor anzeigt. Besonders bei Männern älter als 70 sei sensible Beratung nötig. Denn wer im höheren Alter einen Prostata-Tumor bekomme, stirbt mit dem Tumor, aber nicht an ihm", sagte Graefen.

 

 

Last modified on:12/12/2005

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