30 June, 2008

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Norddeutsche Malerin wiederentdeckt

Neubrandenburg (dpa) - Die Neubrandenburger Kunstsammlung hat die lange vergessene norddeutsche Malerin Anna Saur (1868-1940) wiederentdeckt. Dort wird erstmals das Gesamtwerk der im mecklenburgischen Schönberg geborenen Malerin gezeigt.

Saur galt Anfang des 20. Jahrhunderts als gefragte Landschafts- und Porträtmalerin, die in Berlin, Halle und Lübeck sowie zusammen mit Max Liebermann (1847-1935) in Hannover ausstellte. Nach 1940 geriet ihr Werk in Vergessenheit.

Es ist uns sogar gelungen, das erste Werkverzeichnis zu erstellen", berichtet die Kunsthistorikerin Elke Pretzel. Mehrere Monate hatte sich die 42-Jährige auf die Spuren der inzwischen bundesweit verstreuten Familie der Malerin begeben und zusammengetragen, was noch zu finden war. Das ist aber sicher noch nicht alles", schätzt sie ein.

Als Tochter eines Amtsgerichtsrates im Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz, das traditionell enge Beziehungen ins preußische Königshaus pflegte, wuchs die Malerin vor allem in Neubrandenburg auf. Ihre Ausbildung erhielt sie in Berlin bei den Malern Paul Schultze-Naumburg (1869-1949) und Leo Freiherr von König (1871-1944) vom Kunstgewer-bemuseum. König erlaubte ihr auch, in der Nationalgalerie zu kopieren. Sie blieb allein, lebte ganz für ihre Kunst, musste vom Verkauf ihrer Bilder leben und gab später Gesangsunterricht", berichtet Pretzel.

Hauptmotive des Saurschen Schaffens waren Städte und die mecklenburgische Landschaft. So arbeitete Saur gern rings um Burg Stargard, Neubrandenburg, Friedland, malte aber auch Güstrower Motive und bei Studienreisen auf Hiddensee. Sie war mit der Inselmalerin Elisabeth Büchsel (1867-1957)", erzählt die Mitarbeiterin der Kunstsammlung. 40 Grafiken und 40Ölgemälde sind in der Ausstellung zu sehen. Es ist die erste seit 1929.

Sie wurde zu Unrecht so lange vergessen, es könnte den Kriegs- und Nachkriegswirren Schuld daran sein", sagt Pretzel. Einige Grafiken seien in der Stiftung Mecklenburg in Ratzeburg gefunden worden, das Gros stammt von Nachkommen ihrer Verwandtschaft, die inzwischen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen verstreut sind. Einige Bilder sind sicher auch noch bei privaten Besitzern. Es wäre schön, wenn diese sich melden würden", hofft man in der Kunstsammlung. Vor allem rings um Hannover und Lübeck, wo Anna Saur mehrfach auch mit dem Impressionisten Max Slevogt (1868-1932) ausstellte, könnten noch Gemälde oder Grafiken sein.

Experten schätzen vor allem die detailreiche Struktur und die figürliche Genauigkeit der Malerin. Ihre weiblichen Akte und Porträts älterer Menschen sind auch psychologische Bildnisse, die aus der Farbe heraus entwickelt wurden", erklärt Pretzel. In Neubrandenburg erinnert seit kurzem wieder eine Straße an die vergessene Malerin, die auch in der Stadt begraben wurde. Der Friedhof existiert aber nicht mehr: Er fiel einem Plattenbaugebiet zu DDR-Zeiten zum Opfer.

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Die Kunsthistorikerin Elke Pretzel zeigt in der Kunstsammlung Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern) zwei Werke der norddeutschen Malerin Anna Saur

 

 

Last modified on:07/14/2005

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