30 June, 2008

143rd YEAR - THE AMERICAN NEWSPAPER WRITTEN IN THE GERMAN LANGUAGE

Stand vom Montag

1 US $ = 0,6347  Euro

1 Euro = 1,5755 US $

Contact Us

Home/Start

Store

Newsstands

 

Sections

Ads/Anzeigen

Archives/Archiv

National Ad Rates

 

Deutsche

Churches/Kirchen

Clubs/Vereine

Radiostationen

 

Fußball

WM 2006

Links

 

Services

Internship/Praktikum

Subscribe

Purchase 150th Anniversary Issue

Address Change

 

 

Neustädter besuchen Chicago und Detroit

Von Arnold Schmitt

Im letzten Jahr wurde der 500. Jahrestag zur Kirchweih der Dreifaltigkeitskirche in Neustadt gefeiert. Pfarrer Richard Simon von der St. Thomas of Canterbury Parish zu Chicago besuchte anlässlich dieses Festes die Stadt seiner Vorfahren. Er wirkte dort bei der Festmesse mit und hielt die Festpredigt. Mit seiner herzlichen Rede hatte er die Besucher im Nu gewonnen. Als er die Stadt wieder verließ, sprach er eine Einladung aus, ihn doch in Chicago zu besuchen. Diese Einladung wurde gerne angenommen.

Vom 13. bis zum 25. Juni 2005 ist eine Gruppe aus Deutschland in den USA, um auf den Spuren der Auswanderer das Gebiet und die Menschen an den Great Lakes kennen zu lernen.

Ab den 1830er Jahren verließen die ersten Auswanderer aus Neustadt und der Nachbarstadt Stadtallendorf ihre Heimat. Es waren junge Leute, ledige Männer und Frauen und auch junge Familien mit kleinen Kindern, die damals diese beschwerliche Reise auf sich nahmen, um ein besseres Leben, eine bessere Zukunft zu finden. Sie fuhren ab Bremerhaven mit den Segelschiffen nach New York, den Hudson hinauf, durch den Eriekanal nach Buffalo und weiter über den Eriesee bis nach Detroit. Die Stadt hatte damals nur etwa 2.200 Einwohner und war noch französisch geprägt.

Die Ankömmlinge, welche als Bauern kamen, siedelten anfangs etwa sieben Kilometer außerhalb der Stadt, an der sogenannten Hessischen Straße. Immer mehr wurden aber in Detroit selbst sesshaft und betrieben dort Geschäfte aller Art. In 1840 begann man in Detroit die Deutschen Katholiken zu organisieren und in 1843 wurde eine eigene Kirche, die St. Marien Kirche, eingeweiht.

In den folgenden Jahrzehnten folgten den Einwanderern, wie aus ganz Deutschland und Europa, immer mehr Menschen aus Neustadt. Man geht davon aus, dass aus Neustadt, etwa 170 Einzelpersonen und Familien auswanderten. Das mag nicht viel erscheinen. Aber wenn man bedenkt, dass Neustadt nur ein kleines Landstädtchen war, so ist das doch beträchtlich. In der 1902 in Detroit erschienenen Festschrift wird festgestellt: Wenn man die Kinder der eingewanderten Neustädter, die sich schon wieder verheiratet und Familie haben, mitrechnet, dann ist die Einwohnerzahl der Neustädter in Detroit beinahe größer, als in Neustadt selbst. Tatsächlich ist jede Neustädter Familie dort vertreten."

Im Jahre 1930 konnte man den 100. Jahrestag der organisierten Ankunft der ersten Neustädter in Detroit feiern. Es wurde eine noch umfangreichere Festschrift erstellt und wieder die Geschichte der Einwanderer, die Kirchengeschichte und auch die 400. Kirmes beschrieben.

Natürlich kamen nicht nur Neustädter Bürger, sondern auch viele aus den umliegenden Orten, wie auch aus der Nachbarstadt Stadtallendorf. Sie wählten Detroit als Ziel oder nahmen sie als Zwischenstation auf dem weiteren Weg nach Westen.

Als die Besiedelung weiter nach Westen vorrückte, zogen auch Bauern aus diesen Orten nach Westen. Ebenfalls in den 1830er Jahren waren die ersten Westphalen nach Zentral-Michigan gezogen und siedelten nördlich von Lansing. Die ersten Stadtallendorfer folgten ihnen und man gründete den Ort Westphalia. Dort und in Fowler siedelten in den Folge-Jahren noch etliche Stadtallendorfer Bauern.

Und so kommt es, dass die Reisegruppe nicht nur Pfarrer Simon in Chicago besuchen möchte, sondern das Land der Grossen Seen. Die ersten Tage will man in Chicago verbringen und dann weiter durch Wisconsin bis Manitowoc reisen, mit der Fähre über den Michigansee nach Ludington fahren. Dann geht es weiter über Frankenmuth nach Niagara Falls. Ab dem 21. Juni will die Gruppe nach Detroit kommen. Neben der Stadtbesichtigung und dortiger Kontakte möchte man auch gerne den Weg, den die Siedler nach Westphalia gingen, nachvollziehen.

Die Reisegruppe würde sich natürlich freuen, so viele Kontakte wie möglich zu bekommen. Man reist zwar auf den Spuren der Auswanderer und ist so mit den Gedanken in der Vergangenheit. Aber ebenso ist man doch sehr an dem Land, den Menschen von heute interessiert. Gerade nach dem 11. September und den Ereignissen in Nahost sind Gespräche zwischen den Völkern, zwischen den Menschen noch wichtiger.

Wer mit der Reisegruppe in Kontakt treten möchte, kann diese über das Pfarrhaus von Father Richard Simon, St. Thomas of Canterbury Parish in Chicago unter Tel.: 773.878.5507 oder 773. 878.2114, erreichen.

Der Autor des Artikels, Arnold Schmitt, ist Mitglied der Reisegruppe und kommt aus Stadtallendorf, dem Nachbarort Neustadts in Hessen.

Festplakette von 1902

 

 

Last modified on:06/16/2005

GACCMI

           
About us Affiliations   Webmaster  

`

© 1996-2008 Nordamerikanische Wochen-Post. All rights reserved.