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Rosenfeld/Berlin - Frischer Wind im Bundestag: Mit
25 Jahren ist Cornelia Hirsch die jüngste neue Abgeordnete im gewählten
Parlament. Die Politikstudentin aus der Stadt Rosenfeld (Zollernalbkreis) am
Rande der Schwäbischen Alb gehört zu den insgesamt 54 Abgeordneten der
Fraktion der Linkspartei. Dort will sie künftig in der Bildungspolitik
Akzente setzen.
Mit einem
Bundestagsmandat hatte Cornelia Hirsch bis vor wenigen Monaten niemals
gerechnet. Als Vorstand der Studentenvertretung der Uni Jena ließ sie sich
von Bekannten dazu überreden, sich um den fünften Platz auf der Landesliste
der Linkspartei in Thüringen zu bewerben. Sie hielt eine zündende Rede,
gewann die Kampfabstimmung um den fünften Listenplatz knapp - und das,
obwohl sie bis vor rund einem halben Jahr noch nicht mal Parteimitglied war.
Bei der Wahl kam die Linkspartei in Thüringen auf 26,1 Prozent, womit sie
exakt fünf Abgeordnete im neuen Bundestag stellt.
In der Fraktion
sorgte die 25-jährige Studentin Nele", wie sie von ihren Parteikollegen
genannt wird, von Anfang an für Wirbel. Der parlamentarische Geschäftsführer
der Linksfraktion, Ulrich Maurer, sagt: Sie ist ganz schön aufmüpfig. Sie
ergreift oft das Wort, das ist für die Führung dann nicht immer bequem."
Gleich in der ersten Fraktionssitzung machte sie den Vorschlag, dass der
Fraktionsvorsitz abwechselnd von Frauen und Männer übernommen werden sollte.
Damit stieß sie zwar auf wenig Begeisterung, das kümmert Hirsch aber wenig.
Sie wolle ihre Ziele durchsetzen, bequem sein passt da nicht."
Mit
Bildungspolitik kennt sich Hirsch seit ihrem Kampf gegen Studiengebühren gut
aus. Und so ernannte die Fraktion Hirsch gleich zur bildungspolitischen
Sprecherin. Sie wolle sich einsetzen für ein demokratisches, transparentes
und sozialgerechtes Bildungssystem", erklärt die Studentin.
Bildungsstandards müssten auf europäischer Ebene vereinheitlicht werden.
Dass das grundlegend für eine Karriere sein kann, hat die Tochter eines
Lehrerpaars am eigenen Leib erfahren: In Japan machte sie einen Abschluss in
Politikwissenschaft, der in Deutschland nicht anerkannt wird. Ihrem Diplom
in Deutschland kam Hirsch nun die Vorstandschaft im Studentenverband und die
Bundestagswahl zuvor. Das stört sie nicht: Die Wahl in den Bundestag kam
genau zum richtigen Zeitpunkt. Besser hätte es für mich nicht laufen können."
Während Hirsch
parteiintern selbstbewusst wie ein alter politischer Hase auftritt, hatte
die Jungpolitikerin anfangs vor allem mit den organisatorischen Dingen zu
kämpfen. Als Abgeordnete musste sie ein Wahlkreisbüro gründen und
Mitarbeiter einstellen. Da fühlte ich mich anfangs schon ein bisschen
überfordert", sagt Cornelia Hirsch. Die Bundestagsverwaltung half mit
Empfehlungen zu Gehältern und Arbeitsverträgen, Hirschs Mutter mit
praktischen Tipps: Du brauchst jetzt was Ordentliches zum Anziehen".
Internet: http://www.bundestag.de/mdb/bio/H/hirscco0.html |