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Hamburg/Frankfurt/Main (dpa) - In
Sachen Schmuck ist fast alles erlaubt: Noch immer kommt es auf den eigenen
Stil, den Typ und die Gelegenheit an. Bei manchen kann es durchaus trendy
sein, wenn sie die ganze Schmuckschatulle um den Hals tragen", sagt die
Stylistin Maria Hans aus Hamburg. Auch mag die silberne Casio-Digitaluhr am
Handgelenk eines DJs, einer Szene-Friseurin oder Musiksendermoderatorin
kultig sein, nicht aber bei Nachwuchsführungskräften in der Finanzbranche.
Stilsicherheit und Geschmack sind auch bei der lange Zeit verpönten und nun
schwer angesagten Brosche geboten. Zur Zeit glitzert so ein Schmuckstück an
fast jedem Revers", sagt Julia Mönnich vom Branchenblatt Textilwirtschaft"
in Frankfurt. Aber bitte keine knallgrüne riesige Froschbrosche auf einem
klassischen Nadelstreifen-Anzug", warnt Maria Hans.
Dennoch sind Accessoires ein beliebtes Mittel, um modischen Stilwillen zu
demonstrieren. Oft sind Applikationen wie Strasssteine, Stickereien und
Pailletten ja schon an der Kleidung selbst", sagt Julia Mönnich. Passend zum
Trend darf es dann auch einmal Schmuck von preiswerten Modeketten sein. Die
günstigen Angebote erlauben eine Vielzahl von Experimenten.
Dennoch sollten auch Modebewusste ab einem bestimmten Alter nicht jedem
Trend folgen. Dicke Plastikohrringe und Armreife im Stile der achtziger
Jahre überlässt man lieber den jungen Leuten, bei allen anderen sieht es
lächerlich und billig aus", sagt die Stilberaterin Gaby Jansen aus Kerken am
Niederrhein. Für ein absolutes Don't" hält die Stylistin Maria Hans pseudo-kreativen
Möchte-Gern-Reichen-Schmuck" aus dem Katalog oder dem Kaufhaus. Als
Fehlgriff sieht sie auch die Marotte an, dünne, goldene Ringe an gleich drei
Fingern einer Hand zu tragen.
Während echter Schmuck insgesamt eher dezent ausfallen sollte, dürfen
Modeschmuck-Begeisterte gern auch einmal klotzen: Als Plattform für klare
Bekenntnisse taugen zum Beispiel die aus den USA stammenden Flash-up your
hips"-Gürtel. Die LED-Schnalle lässt individuelle Spruchbänder um die Hüfte
blinken. Zettelchen mit Handy-Nummern für die Disco oder Namensschilder
werden da überflüssig.
Maria Hans findet das Accessoire durchaus stylisch. Für Geschäftszwecke sind
diese Gürtel aber nicht unbedingt zu gebrauchen, es sei denn in entsprechend
unkonventionellen Branchen", sagt sie. Da könnten sie auch einen schlichten
Anzug kräftig aufpeppen.
Mit echtem Schmuck sparsam umgehen
Bei echtem Schmuck gilt: Weniger ist mehr, vor allem wenn man sich nicht die
ganz teuren Dinge leisten kann. Statt in eine billige dicke Goldkette sollte
man das gleiche Geld in einen kleinen Brilli, eine echte Perle oder eine
dezente Goldcreole stecken", empfiehlt die Stylistin Maria Hans aus Hamburg.
Denn vorbei ist die Zeit, in denen die Rolex ums Handgelenk für echten
Reichtum stand. Es ist gerade nicht besonders in, mit Schmuck seinen
Reichtum zu untermalen", sagt Elke Giese vom Deutschen Mode Institut in
Frankfurt/Main.
Trotzdem hält Giese das Tragen von viel Schmuck nicht für eine modische
Todsünde: Gerade ältere Damen holen eben gerne ihre ganze Schätze aus dem
Schmuckkästchen und tragen sie stolz zur Schau." Und auch bei Jüngeren ist
es durchaus angesagt, Omas Schatulle zu plündern. Auch da allerdings liegen
weniger die schweren goldenen Ketten im Trend als vielmehr filigrane,
romantisch anmutende Stücke. |