30 June, 2008

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Nur bei Modeschmuck gilt:  Klotzen statt Kleckern

Hamburg/Frankfurt/Main (dpa) - In Sachen Schmuck ist fast alles erlaubt: Noch immer kommt es auf den eigenen Stil, den Typ und die Gelegenheit an. Bei manchen kann es durchaus trendy sein, wenn sie die ganze Schmuckschatulle um den Hals tragen", sagt die Stylistin Maria Hans aus Hamburg. Auch mag die silberne Casio-Digitaluhr am Handgelenk eines DJs, einer Szene-Friseurin oder Musiksendermoderatorin kultig sein, nicht aber bei Nachwuchsführungskräften in der Finanzbranche.

Stilsicherheit und Geschmack sind auch bei der lange Zeit verpönten und nun schwer angesagten Brosche geboten. Zur Zeit glitzert so ein Schmuckstück an fast jedem Revers", sagt Julia Mönnich vom Branchenblatt Textilwirtschaft" in Frankfurt. Aber bitte keine knallgrüne riesige Froschbrosche auf einem klassischen Nadelstreifen-Anzug", warnt Maria Hans.

Dennoch sind Accessoires ein beliebtes Mittel, um modischen Stilwillen zu demonstrieren. Oft sind Applikationen wie Strasssteine, Stickereien und Pailletten ja schon an der Kleidung selbst", sagt Julia Mönnich. Passend zum Trend darf es dann auch einmal Schmuck von preiswerten Modeketten sein. Die günstigen Angebote erlauben eine Vielzahl von Experimenten.

Dennoch sollten auch Modebewusste ab einem bestimmten Alter nicht jedem Trend folgen. Dicke Plastikohrringe und Armreife im Stile der achtziger Jahre überlässt man lieber den jungen Leuten, bei allen anderen sieht es lächerlich und billig aus", sagt die Stilberaterin Gaby Jansen aus Kerken am Niederrhein. Für ein absolutes Don't" hält die Stylistin Maria Hans pseudo-kreativen Möchte-Gern-Reichen-Schmuck" aus dem Katalog oder dem Kaufhaus. Als Fehlgriff sieht sie auch die Marotte an, dünne, goldene Ringe an gleich drei Fingern einer Hand zu tragen.

Während echter Schmuck insgesamt eher dezent ausfallen sollte, dürfen Modeschmuck-Begeisterte gern auch einmal klotzen: Als Plattform für klare Bekenntnisse taugen zum Beispiel die aus den USA stammenden Flash-up your hips"-Gürtel. Die LED-Schnalle lässt individuelle Spruchbänder um die Hüfte blinken. Zettelchen mit Handy-Nummern für die Disco oder Namensschilder werden da überflüssig.

Maria Hans findet das Accessoire durchaus stylisch. Für Geschäftszwecke sind diese Gürtel aber nicht unbedingt zu gebrauchen, es sei denn in entsprechend unkonventionellen Branchen", sagt sie. Da könnten sie auch einen schlichten Anzug kräftig aufpeppen.

 

Mit echtem Schmuck sparsam umgehen

Bei echtem Schmuck gilt: Weniger ist mehr, vor allem wenn man sich nicht die ganz teuren Dinge leisten kann. Statt in eine billige dicke Goldkette sollte man das gleiche Geld in einen kleinen Brilli, eine echte Perle oder eine dezente Goldcreole stecken", empfiehlt die Stylistin Maria Hans aus Hamburg. Denn vorbei ist die Zeit, in denen die Rolex ums Handgelenk für echten Reichtum stand. Es ist gerade nicht besonders in, mit Schmuck seinen Reichtum zu untermalen", sagt Elke Giese vom Deutschen Mode Institut in Frankfurt/Main.

Trotzdem hält Giese das Tragen von viel Schmuck nicht für eine modische Todsünde: Gerade ältere Damen holen eben gerne ihre ganze Schätze aus dem Schmuckkästchen und tragen sie stolz zur Schau." Und auch bei Jüngeren ist es durchaus angesagt, Omas Schatulle zu plündern. Auch da allerdings liegen weniger die schweren goldenen Ketten im Trend als vielmehr filigrane, romantisch anmutende Stücke.

Wichtig bei Schmuck: Stilsicherheit und Geschmack

 

 

Last modified on:08/29/2005

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