15 July, 2008

153rd YEAR - THE AMERICAN NEWSPAPER WRITTEN IN THE GERMAN LANGUAGE

Stand vom Montag

1 US $ = 0,6285  Euro

1 Euro = 1,5914 US $

Contact Us

Home/Start

Store

Newsstands

 

Sections

Ads/Anzeigen

Archives/Archiv

National Ad Rates

 

Deutsche

Churches/Kirchen

Clubs/Vereine

Radiostationen

 

Fußball

WM 2006

Links

 

Services

Internship/Praktikum

Subscribe

Purchase 150th Anniversary Issue

Address Change

 

 

Aufmerksamkeit garantiert:  Sportler und Models werben für Lifestyle

Hamburg (dpa) - Heidi Klum, Franz Beckenbauer oder Thomas Gottschalk - Prominente garantieren zumindest eines: Aufmerksamkeit. Das gilt auch bei Werbung für ganz Alltägliches wie Lebensmittel. Spätestens seit dem Aufkommen der Fit for Fun"-Welle in den 80er Jahren strömte eine Flut neuer Nahrungs- und Genussmittel auf den Markt, und mit ihnen gewannen passende Hingucker an Bedeutung: Sportler und Models mit gesunden, durchtrainierten Körpern. Doch Wissenschaftler warnen davor, die Aufmerksamkeit für ein Produkt zu verwechseln mit der Entscheidung, es auch zu kaufen.

Die Hälfte der eingesetzten Prominenten haben kontraproduktive Wirkung", schätzt Prof. Christoph Ewert, Wirtschaftswissenschaftler von der Fachhochschule Karlsruhe. Entscheidend sei das Konzept, das hinter dem Einsatz des bekannten Gesichtes stehe. Zu häufig wirke dessen Botschaft unglaubwürdig". Außerdem wollten die Leute Sieger sehen, doch da ist der Kreis einfach sehr begrenzt".

An der Spitze der laut Umfragen prominentesten Köpfe tut sich seit Jahren wenig: Beckenbauer, Gottschalk, Günther Jauch, Boris Becker, Klum, Claudia Schiffer, Steffi Graf, Michael Ballack - die liegen schon lange weit vorn", beobachtet Achim von Kirschhofer vom Marktforsch-ungsinstitut Imas, das seit 1995 eine regelmäßige Promi- Rangfolge erstellt.

Der Einsatz von Prominenten zu Werbezwecken ist nichts ganz Neues: Eine Ausstellung m Bonner Haus der Geschichte der Bundesrepublik" dokumentierte vor vier Jahren, dass schon im 19. Jahrhundert der Eiserne Kanzler" Otto von Bismarck für Mineralwasser, Schnaps, Äpfel, Gurken und sogar einen Hundezüchter warb. In den 20er Jahren dann standen die ersten Hollywood-Stars für Konsumprodukte wie die Seife Lux" vor der Kamera - unter ihnen Joan Crawford und Bette Davis, später auch Marlene Dietrich, Marilyn Monroe oder Hildegard Knef. Bereits 1966 löffelte Franz Beckenbauer ein Knorr"-Süppchen, und die Fußball-Nationalelf gab sich 1974 für Kräutertee, Haribo" oder Schokolade her.

In den 90er Jahren hat die Werbung mit Prominenten stark zugenommen", erläutert von Kirschhofer. Zum einen habe das Aufkommen des Privatfernsehens mehr Prominenz produziert. Andererseits werden für die Deutschen laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Allensbach die Werte Lebensgenuss" und persönliches Glück", zu dem ein schön modellierter Körper gehört, immer wichtiger. Und damit boome auch Werbung für Genussmittel und für solche, die versprechen, das körperliche Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit zu steigern.

Wie die Bonner Ausstellung zeigte, dienen als Konsumleitbilder für Schönheit und Gesundheit neben Filmstars vor allem Supermodels und seit Mitte der 80er Jahre auch Sportler. Sport impliziert viele positive Eigenschaften gleichzeitig. Neben Gesundheit auch Leistungsbereitschaft oder Fairplay", erklärt von Kirschhofer.

Und so werben Sportstars wie Graf, Franziska van Almsick und Jan Ullrich nicht nur für Sportartikel oder Fitness-Riegel, sondern auch für Light-Produkte, Getränke, Kosmetik oder Süßigkeiten. Auch die Fast-Food-Kette McDonald's schaffe es dank Model Heidi Klum, einem speziellen Werbekonzept und neuen Produkten zunehmend, jedes Negativ- Image abzustreifen. Klum ist da sehr glaubwürdig und zwar in einem Rahmen, wo man meint, dass sie auch dahinter steht", urteilt Ewert.

Noch Mitte der 90er Jahre tauchten in nur fünf Prozent der Werbespots Stars und Sportidole auf. Zurzeit sind in gut 10 Prozent der Werbekampagnen Promis im Einsatz. Diese Zahl sei zuletzt stabil gewesen, erläutert von Kirschhofer. Allerdings steigere Promi-Werbung nicht einfach die Beliebtheit oder den Absatz eines Produktes, meint auch er. Die Werbung muss trotzdem kreativ sein. Außerdem will der Verbraucher den Prominenten on the job", also im bekannten Rollen- Stereotyp, sehen", sagt von Kirschhofer. Ein Negativ-Beispiel ist für ihn der Einsatz von Günther Jauch. Seit Jahren rangiere er unter Top- Sympathieträgern ganz oben, werde von sämtlichen Unternehmen aber falsch - nämlich langweilig und gestellt - inszeniert. Er passt einfach nicht in diese hausväterlichen Schlappen-Situationen."

Das Model Heidi Klum präsentiert in einer Hamburger McDonald's Filiale ein Menü der Fast-Food-Kette

(Archivfoto).

 

 

Last modified on:09/12/2005

GACCMI

           
About us Affiliations   Webmaster  

`

© 1996-2008 Nordamerikanische Wochen-Post. All rights reserved.