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Die 1904 erbaute
Natureisbahn in St. Moritz gilt als Wiege des Bobsports. Ein Sieg im
Schweizer Engadin ist daher prestigeträchtig. Diesmal räumen die Deutschen
alles ab. Im legendären «Dracula-Club» lassen sie die Champagnerkorken
knallen.
Von Frank Kastner
St.
Moritz/Leipzig
(dpa) - Im Mekka des Bobsports haben die deutschen Kufencracks mit drei
Siegen in drei Rennen einen totalen Triumph gefeiert. Auf der ältesten und
einzigen Natureisbahn der Welt rundeten Maximilian Arndt und Manuel Machata
mit ihrem Doppelerfolg in der Königsklasse das Erfolgs-Wochenende in St.
Moritz ab. Nach zwei Viererbob-Läufen verwies der Oberhofer Arndt am Sonntag
mit 21/100 Sekunden Vorsprung Viererbob-Weltmeister Machata vom SC Potsdam
auf Rang zwei. Dritter wurde der Lette Edgar Maskalans.
«Was für ein
Rennen, so macht es Spaß. Es hat einfach alles gepasst an diesem Wochenende»,
sagte Arndt, der mit dem Sieg im Viererbob bis auf 42 Zähler an den
Gesamtweltcupführenden Alexander Subkow (1246) herangerückt ist. Dritter ist
«Machete» Machata mit 1173 Punkten. «Es geht immer weiter aufwärts, die
Startzeiten waren schon stark verbessert. Kleine Fehler verhinderten im
großen Schlitten eine noch bessere Platzierung. Jetzt geht es nach Übersee
und dann bei der WM in Lake Placid wollen wir es richtig krachen lassen»,
meinte der Ramsauer Machata.
Die Siegesserie
auf der Bahn im Schweizer Engadin, die als größte «Schneeskulptur» der Welt
jährlich neu aus 9000 Kubikmeter Schnee und Wasser auf 1722 Meter Länge
errichtet wird, begann am Freitag mit dem zweiten Saisonerfolg von Anja
Schneiderheinze aus Winterberg. Sie setzte sich mit dem ersten
Zweierbob-Sieg in diesem Winter von Arndt fort. Mit Anschieber Marko
Hübenbecker verwies er am Samstag sogar die Schweizer Topfavoriten Beat
Hefti/Thomas Lamparter mit 16/100 Sekunden Vorsprung auf Rang zwei. Dritter
wurde Machata mit Bremser Andreas Bredau.
Weltcup-Debütant
Francesco Friedrich aus Oberbärenburg, der im großen Schlitten Zehnter wurde,
hatte dagegen eine Schrecksekunde im Ziel zu überstehen. Erst im Auslauf
merkte er, dass sein Bremser hinten fehlte. Denn beim Start rutschte Jannis
Bäcker beim ersten Schritt aus und kam nicht mehr in den Bob. «Das passierte
auch schon anderen Athleten. Die Mannschaft hat mich prima aufgefangen nach
dem Missgeschick, dennoch ist es sehr ärgerlich», meinte Bäcker.
Im Skeleton der
Männer nahm der Weltcupführende Martins Dukurs aus Lettland Revanche. Nach
seiner überraschenden Niederlage in der Vorwoche in Königssee durch Frank
Rommel aus Zella-Mehlis stellte der Welt- und Europameister die Hierarchie
wieder her. Nach zwei Läufen hatte er 1,76 Sekunden Vorsprung vor dem
Neuseeländer Ben Sandford.
Dritter wurde Matthew Antoine aus den USA. Rommel landete
zusammen mit dem zeitgleichen Tomass Dukurs aus Lettland auf Rang vier. Dennoch
stahl Rommel allen die Show bei der Siegerehrung, als er der ehemaligen
Skeletoni Julia Eichhorn spontan einen Heiratsantrag machte und daraufhin
seinen Facebook-Status von «in einer Beziehung» in «verlobt» änderte.
Alexander Gassner aus Winterberg wurde Zehnter, der Oberhofer Alexander
Kröckel kam auf Rang 19. |