13 May, 2008

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Mont-Saint-Michel in der Normandie

Der jährlich von drei Millionen Touristen besuchte Klosterberg Mont-Saint-Michel in der Normandie. Foto: Robert Mikutta, dpa

Von Sabine Glaubitz

Paris (dpa) - Die Legende der Entstehung des Mont-Saint-Michel ist ein wenig eklig: Der Erzengel Michael kommt darin vor, ein Bischof und ein Loch im Kopf. Nun wird die Felseninsel 1300 Jahre alt, zur Geburtstagsfeier wird der Papst erwartet.

Der Mont-Saint-Michel, der nach dem Eiffelturm und dem Schloss von Versailles zur meist besuchten Sehenswürdigkeit Frankreichs gehört, feiert in diesem Jahr sein 1300-jähriges Jubiläum. Mehr als drei Millionen Besucher strömen jährlich auf die berühmte felsige Insel mit dem Benediktinerkloster vor der Küste der Normandie. Die Feierlichkeiten, die am 1. Mai beginnen und mehrere Monate dauern, werden noch mehr Touristen und Pilger anziehen, denn auf dem Programm stehen neben Konzerten, Festivals und Ausstellungen auch der Besuch von Papst Benedikt XVI. im September.

Die Entstehung des berühmten magischen Glaubensberges des Abendlandes" soll auf das Jahr 708 zurückgehen. Der Legende nach erschien der Erzengel Michael dem Bischof von Avranches mit dem Auftrag, auf dem Felsen im Meer eine Kirche zu bauen. Doch dieser folgte der wiederholten Aufforderung nicht, bis ihm der Engel mit dem Finger ein Loch in den Schädel brannte.

 

Denkmal mittelalterlicher

Festungsarchitektur

Schon von weitem ist die zwischen dem 10. und 15. Jahrhundert erbaute riesige Abteikirche zu erkennen, welche die 55.000 Quadratmeter große Insel dominiert. Mit ihrem Glockenturm, auf dem die vergoldete Bronze-Statue des Heiligen Michael thront, ist sie ein einzigartiges Denkmal mittelalterlicher Kloster- und Festungsarchitektur. Besonders beeindruckend ist der herrliche Kreuzgang mit versetzt angeordneten Säulen, die aus englischem Muschelmarmor sind. Im 13. Jahrhundert galt das Bauwerk in Schwindel erregender Höhe als ein Wunder. Seit 1979 zählt die Klosterinsel zum Weltkulturerbe der Unesco.

Die Geschichte der Felseninsel ist ebenso wechselhaft wie ihre Gezeiten: Im Jahr 1254 wurde der Mont-Saint-Michel zur königlichen Festung erklärt und hielt im Hundertjährigen Krieg zwischen England und Frankreich (1237-1453) allen feindlichen Angriffen stand. Während der Religionskriege schließlich begann der allmählich Verfall und im Zuge der französischen Revolution die Säkulari-sierung des Berges, der zum Gefängnis wurde, was er bis 1863 blieb. Nur knapp zehn Jahre später wurde er zum historischen Monument erklärt und restauriert. Doch erst seit 1966 leben wieder Mönche auf der Klosterinsel.

 

Feier am Namenstag des

Heiligen Michaels

Heute ist der Mont-Saint-Michel das Wahrzeichen der Normandie und ein bedeutender Wallfahrtsort. So werden am 28. September tausende von Pilgern zu einer feierlichen Messe erwartet, an der anlässlich des Namenstages des Heiligen Erzengels Michael zahlreiche europäische Bischöfe mit dem Vornamen Michael erwartet werden.

Für viele Pilger und Touristen gehen von dem Klosterberg ein besonderer Zauber und eine besondere spirituelle Kraft aus, die teilweise auf den Gezeitenwechsel zurückgehen soll. Gegen die Verlandung der Bucht des «Heiligen Berges des Abendlandes» wurden 2006 Arbeiten für mehr als 160 Millionen Euro begonnen. Bis 2012 soll der Mont-Saint-Michel wieder von Wasser umspült und von den höchsten Gezeiten Europas überflutet werden.

 

 

Last modified on:05/06/2008

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