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Berlin (dpa) - Viele Paare wünschen
sich nichts sehnlicher als Nachwuchs. Nach Monaten ohne Verhütung muss ein
Teil von ihnen aber mit Schrecken feststellen, dass sich keine
Schwangerschaft einstellt.
Fachmediziner schätzen, dass etwa zehn Prozent aller Ehen ungewollt
kinderlos bleiben. Neben einer möglichen Hormonbehandlung sollten Paare auch
andere Möglichkeiten in Betracht ziehen.
Voraussetzung für jede Therapie ist, dass die Ursachen für die
Kinderlosigkeit möglichst früh und genau diagnostiziert werden. Erste
wichtige Hinweise, ob ein Eisprung stattfindet und wann, geben die
Basaltemperatur und die Konsistenz des Zervixschleims, der den
Gebär-mutterhals verschließt", erklärt Gabriele Ziegler vom
Selbsthilfeverein Wunschkind in Berlin. Auch wenn es unangemessen erscheint:
Stellen Sie sich bei einer Hebamme vor. Sie hilft Ihnen, Ihren Körper besser
kennen zu lernen."
Meist folgt dann ein Gespräch mit dem Gynäkologen. Darin wird neben Faktoren
wie Rauchen oder Übergewicht, die die Fruchtbarkeit beeinträchtigen, vor
allem die Belastung durch Stress hinterfragt", erläutert Christian Albring,
Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte in Hannover.
Anschließend ermittelt der Arzt mögliche organische Ursachen wie
Verwachsungen der Eierstöcke. Mit Hilfe von Ultraschall lassen sich das
Wachstum des Follikels und der Eisprung beobachten. Außerdem ist es möglich,
nach dem Verkehr den Spermiengehalt im Gebärmutterhals zu kontrollieren",
sagt Albring. Schließlich kann auch die Durchgängigkeit des Eileiters
überprüft werden.
Die Ursachen liegen in je etwa einem Drittel aller Fälle allein bei der Frau
oder allein beim Mann, bei einem weiteren Drittel bei beiden Partnern.
Deshalb muss sich auch der Mann eingehend untersuchen lassen und vor allem
eine Analyse von Menge, Form, Größe und Beweglichkeit seiner Spermien
durchführen lassen", rät Albring.
Bleibt die Ursache ungeklärt, werden alternative Therapiemethoden oft
vernachlässigt, so die Beobachtung von Gabriele Ziegler. Naturheilkundliche
Methoden sind aber durchaus eine Überlegung wert - auch wenn die Erfolge
nicht wissenschaftlich beweisbar sind." Solche Methoden sind allerdings
teuer und vor allem zeitaufwendig.
Mit jedem Fehlversuch und jedem Diagnoseschritt steigen der seelische und
der zeitliche Druck. Dann ziehen auch Paare, die anfangs Vorbehalte
gegenüber Hormonbehandlungen hatten, diese häufig in Betracht. Wichtigste
Ansprechpartner sind dann auf Reproduktionsmedizin spezialisierte Praxen und
Kinderwunschzentren.
Wir vervollständigen vorliegende Untersuchungsergebnisse", erläutert Andreas
Tandler-Schneider, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am
Fertility Center in Berlin. Wenn nötig, wird die eine oder andere
Untersuchung auch noch mal wiederholt." Bis zu einem Jahr sollten Paare für
die Behandlung in einem Kinderwunschzentrum einplanen. Ergänzend zur
Hormonbehandlung können anschließend alternative Behandlungsmethoden wie
Akupunktur eingesetzt werden.
Die große Gefahr ist, dass das Thema Kinderwunsch die Sexualität des Paares
und sein ganzes Leben dominiert", erklärt Tewes Wischmann, Psychologe am
Universitätsklinikum Heidelberg. Um diese Belastung während der Behandlung
zu meistern, kann psychologische Beratung sinnvoll sein. Das gelte erst
recht, wenn ein Paar lernen muss, endgültig mit der ungewollten
Kinderlosigkeit zu leben.
www.wunschkind.de
www.naturheilkunde-kinderwunsch.de
www.fertilitycenterberlin.de |