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Sterling Heights Klirrende Kälte,
Wind und Schneegestöber konnten die Gäste nicht davon abhalten, auch beim
60. Johann Strauss Ball im Sterling Inn, in Sterling Heights, dabei zu sein.
Mehr als 600 Personen genossen einen wunderbaren Abend Wiener Lebensfreude,
mit Musik, Tanz, Unterhaltung und einem guten Essen, zu dem auch
österreichische Weine getrunken werden konnten.
Der Strauss Ball wurde vom Verein der Österreicher zur Unterhaltung seiner
Mitglieder nach dem vertrauten Muster Wiener Bälle vor mehr als 60 Jahren
ins Leben gerufen. Darüber hinaus aber soll dieses Stück österreichischer
Kultur auch den Kindern und Kindeskindern erhalten bleiben. Dass dieses
Bemühen auf fruchtbaren Boden fällt, konnte man mit Freude an diesem Abend
sehen.
Ein Beispiel dieser fortlaufenden Tradition ist die Familie Gassel. Helen
Gassel tanzte 1946 als Debütantin auf dem ersten Ball nach dem Krieg. Es
folgten ihre Töchter Pam und Kathy, vor ein paar Jahren Enkelin Nicole,
voriges Jahr war Enkelin Amanda Debütantin und schließlich konnte in diesem
Jubiläumsjahr Urenkelin Jazmine als Blumenmädchen ihrer Uroma ein
Blumengesteck überreichen. Vor einigen Jahren begann nämlich eine neue
Tradition. Unsere Kleinsten, Mädchen und Buben, fungieren als
Blumenüberbringer bei der Präsentation der Debütantinnen. Auch üben sie sich
schon im Tanzen von Polonaisefiguren, Knicksen und Verbeugen - als
Vorbereitung für spätere Jahre.
Als Auftakt zum Ball diente eine Cocktailstunde in der Vorhalle des
Ballsaales, wo die angeregten Unterhaltungen der Gäste von einem
Klavierspieler mit Wiener Melodien untermalt wurden.
Nach dem Essen, pünktlich um 20 Uhr, hieß Zeremonienmeister Alex Suczek die
Gäste willkommen und übergab das Mikrofon Präsident Horst Griesser, der sich
freute, so viele treue Gäste wieder- zusehen; denn ohne ihre Unterstützung
könnte der Ball nicht in diesem großen Rahmen existieren. Er bedankte sich
auch bei allen, die mithalfen, den Ball zu organisieren. Besonders
hervorgehoben wurden Zdzislawa Gumul, die mit großer Hingabe seit 14 Jahren
die Eröffnungspolonaise leitet, und Edda Sinz, die zum 16. Mal den
Kartenverkauf abwickelte. Herrliche Blumenbouquets wurden ihnen zum Dank
überreicht.
Aus Anlass dieses besonderen Jubiläums waren Ehrengäste aus Chicago
angereist. Vom Österreichischen Generalkonsulat kamen Generalkonsul DDr.
Robert Zischg mit Gattin Birgit und Konsul Gernot Wiedner mit Gattin
Christine. Franz Rössler, Handelsdelegierter in Chicago wurde von seiner
Stellvertreterin Daniela Koll begleitet. Unser österreichischer
Generalhonorarkonsul in Detroit, Aloys Schwarz, als Mitveranstalter des
Balles, dankte seinerseits dem Vorstand und Ballkomitee für die geleistete
Arbeit und stellte die Ehrengäste vor, darunter auch Herrn Michael Benzinger,
Präsident des Austria Clubs in Windsor, Kanada, mit Gattin Magdalena. Der
deutsche Honorarkonsul in Detroit, Frederick Hoffman, und James Stockes,
Director Governor's Office in Detroit, ließen es sich nicht nehmen, uns
einen kurzen Besuch abzustatten, bevor sie zu einer anderen Verpflichtung
eilen mussten.
Generalkonsul Zischg brachte zwei Bücher über die Stadt Wien und einige CD
Aufnahmen vom Neujahrskonzert 2006 mit sich, mit denen er langjährige
Ballgäste als kleine Ehrung überraschen wollte. Auf seine Frage, wer
vielleicht seit 60 Jahren - oder 50 Jahren - schon den Ball besuche,
meldeten sich Herr und Frau Gassel und Herr und Frau Böhm. Beinahe seit 50
Jahren Gäste des Balles waren Ehepaare Szlazky und Beneker. Alle waren sehr
überrascht und bedankten sich für die liebe Anerkennung. Selbstverständlich
erhielten sie auch gebührend Applaus von allen Anwesenden.
Dann war es so weit, was alle Eltern, Großeltern und Familienmitglieder mit
Spannung erwarteten: Die Eröffnungspolonaise. Zu den Klängen der
Fächerpolonaise von Michael Ziehrer zogen 36 junge Paare ein, angeführt von
Polonaiseleiterin Zdzislawa Gumul mit ihren Assistenten Henryk Gumul und Dr.
Sabine und Werner Kollment. Die lange Reihe weißer Ballkleider und schwarzer
Fracks stolz getragen von lächelnden Mädchen und elegant schreitenden jungen
Herren, war sehr beeindruckend. Nach diesem ersten Teil betraten zuerst
zögernd, 10 kleine Pärchen, die Blumenüberbringer, den Tanzboden. Sie
marschierten zum Marsch aus dem Zigeunerbaron von Johann Strauss, formten
drei rotierende Sterne, die Mädchen knicksten und die Buben verbeugten sich
und stellten sich dann in einem Spalier auf, um die Debütantinnen zu
empfangen. 15 junge Damen erhielten eine Corsage überreicht und wurden
zusammen mit ihren Begleitern namentlich der Gesellschaft vorgestellt.
Im
letzten Teil der Eröffnung beeindruckten die jungen Paare mit der sehr
dramatischen Polonaise und ihrem Tanzen zum Kaiserwalzer. Erstaunlich viele
Paare meisterten den Wiener Walzer ganz ausgezeichnet. Dies ist zum großen
Teil dem Tanzlehrer Jochen Ohlendorf zu verdanken, der bei den sonntägigen
Proben das Walzertanzen einstudierte.
Der Donauwalzer und der Tanz der Väter mit ihren Debütantinnen öffneten das
Parkett für alle Gäste.
Unser 22 Mann großes Ballorchester unter Kapellmeister George G. Stepulla
und das Eric Neubauer Ensemble sorgten in Abwechslung für ununterbrochene
Tanzmusik, von der die tanzfreudigen Gäste größten Gebrauch machten.
Besonders erfreulich war es, so viele junge Paare auf dem Tanzboden zu
beobachten. Viele davon waren Mitglieder der Eröffnungspolonaise, die sich
beinahe pausenlos beim Tanzen vergnügten.
Zu
unseren Gästen zählten Mitglieder befreundeter Vereine, die diesen Abend
besonders genossen da sie ihre Kinder in der Eröffnungszeremonie stolz
bewundern konnten. So der G.T.E.V. Edelweiss Verein mit Präsident Erwin
Rauschendorfer, der Carpathia Club mit Vizepräsident Arthur Beneker, der
Deutsch-Amerikanische Schützenverein vertreten mit Vizepräsident Kenneth
Burney. Frank Sinz, langjähriges Mitglied des Vereins der Österreicher und
derzeit Präsident des Dachverbandes deutscher Vereine, dem Deutsch-Amerikanischen
Kultur Zentrum, freute sich über den gelungenen Abend und betonte die
finanzielle Unterstützung seitens des GACCs zur Erhaltung dieser
ausgezeichneten Veranstaltung. Der Ball ist schon lange nicht mehr nur für
die eigenen Mitglieder und deutschen Freunde da, sondern auch für das
amerikanische Publikum, dem er einen Blick in die österreichische Kultur,
einen Teil ihrer Lebenslust und Lebensanschauung übermittelt und dadurch zu
besserem gegenseitigen Verstehen führen kann."
Wir danken den Firmen - einer deutschen und einer österreichischen - deren
Direktoren ihre Mitarbeiter zu unserem Ball einluden, um ihnen einen
besonders schönen Abend zu bereiten und etwas Österreichisches hier in
Amerika zu präsentieren.
Ballroom Dancing" wird hier in Metro Detroit in einigen Tanzschulen gelehrt.
Schüler dieser Tanzschulen nehmen mit Begeisterung an unserer Veranstaltung
teil. Unter ihnen sind auch Turniertänzer, die unser großes Parkett
besonders schätzen. Glenn Clark mit Partnerin Blaire Miller und Alex Young
mit Pamela Preczewski zeigten als geplante Einlage verschiedene Turniertänze.
Zum Schluss beeindruckten beide Paare mit einem choreographierten Show-Walzer
zu den Klängen von Rosen aus dem Süden. Begeisterter Applaus war ihr Dank.
Sehr viele Gäste tanzten und unterhielten sich bis die letzten Noten
verklangen. Das nehmen wir gerne als Zeichen eines gelungen Festes an und
hoffen sehr, alle wieder im nächsten Jahr bei unserem Ball begrüßen zu
dürfen.
Edda Sinz |