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Heurige
Gedächtnismess
Romeo
Am 11. November 2007 versammelten sich die Mitgliedschaft des G.T.E.V.
Edelweiss, Detroit und mehrere Mitglieder des Vereins der Österreicher in
der St. Clement Katholischen Kirche in Romeo, Michigan, um die im vorigen
Jahre verstorbenen Vereinsmitglieder ein ehrendes Gedenken zu bewahren.
Unter der
vorbildlichen Leitung unseres Musikwartes Richard Michels wurde der ganze
musikalische Teil des Gottesdienstes nach der Bauernmesse" (Annette Thoma)
von unserem Edelweiss Chor (Linda und Lauren Lachat, Christine Michels und
Lauren Kraft) und von unserem Klarinettenmusi" grossartig zu Darstellung
gebracht.
Zum Eingang von
der Bauernmesse" führten die Fahnenträgern beider Vereine den Einzug von
Edelweiss Trachtlern und Trachtlerinnen und von Mitgliedern vom Verein der
Österreicher feierlich in die Kirche.
Drei Edelweiss
Totenbretter und die Gedenkstafeln vom Verein der Österreicher wurden zum
Altar getragen und vor ihn gelegt. Pastor Reckker begrüßte alle Mitglieder
und weihte die Gedenksartikeln.
Schon seit vier
Jahren hat der Edelweiss Verein seine gestorbenen Mitglieder bei der
Gedächtnismesse mit einem Totenbrett nach altem niederbayerischen Brauch
geehrt. In diesem Jahre wurden die folgenden Verstorbenen damit erinnert:
George Riegel,
Maria Schöttle und James Nye. Der Verein der Österreicher hat sechs schöne,
hölzernen Gedenkstafeln für seine Verstorbenen: Herbert Stein, Nikolaus
Franz, Elisabeth Lipp, Louis Steigerwald und Maria und Melvin Swovick
schneiden lassen.
Unser Michael
Lachat hat den Auftrag unternommen, indem er selbst das Totenbrett ganz
sorgfältig ausschneidet und ein Kreuz, den Namen jedes verstorbenen
Mitgliedes, Geburts- und Todesjahr ins Brett mit Frakturstilschreiben
einbrennt. Wir sind ihm dankbar für seine grosse Mühe und Begabung.
Mitglieder aus
beiden Vereinen hatten an dem deutschen Wortgottesdienst teilgenommen. Rita
Dziersk und Franz Sinz hatten die zwei Lesungen vorgetragen. Der
Antwortspsalm wurde von Marianne Billo gelesen. Rita Dziersk und Marianne
Billo hatten das Allgemeine Gebet gelesen. Da war kein trockenes Auge, als
das Lied Ich hatt' einen Kamerad" während des Gabenopfers gespielt und
gesungen wurde.
Ehrenvorstand
Joseph Gassel hatte einen Fichtenkranz mit einer schwarzen Schleife zum
Altar getragen und hatte ihn vor den gestellt.
Bayerische
Brotzeit
Gerade nach der
Messe wurde eine gemütliche Brotzeit in der Nebenhalle der Kirche serviert.
Einige Mitglieder brachten eine Beilage für das traditionelle Essen mit,
welches Marianne Billo und Käthe Fina vorbereitet hatten. Pastor Reckker
hatte das Tischgebet gesprochen.
Viele Musikanten
beider Vereine hatten die Gäste mit a bisserl Stubenmusi" unterhalten.
Der Brauchtum des
Totenbrettes
In den früheren
Zeiten, als noch Keine Leichenhäuser gaben, machte man mit den Toten wenig
Umstände. Man wickelte ihn nach alter Sitte in ein Leichtuch, nähte es
zusammen und legte die Leiche auf ein Brett. Die Leiche wurde dann auf
dieser Unterlage festgebunden und zum Grab gefahren oder getragen. Dort
liess man den Leichnam entweder mitsamt dem Brett ins Grab hinunter, oder
schob ihn mit den Füssen voran auf dem Brett schräg in die Grube, löste die
Fesseln und zog es wieder hoch, so dass der Leichnam langsam von seiner
Unterlage auf den Grabboden rutschte. Daher kommt der alte Ausdruck -"da ist
wieder einer vom Brettl grutscht".
Wenn das Brett
nicht mit ins Grab ging, wurde damit in verschiedener Weise verfahren.
Entweder wurde es verbrannt, für weitere Todesfälle aufbewahrt, oder man
gestaltete das Brett um, zum Erinnerungszeichen an den Verstorbenen- zum
eigentlichen -Totenbrett.
Zunächst wurden in
diese Bretter drei Kreuze geschnitten, gebrannt, oder gezeichnet. Diese
Totenbretter stellte man an bestimmten Orten, z.B. - Kapellen, Wegkreuzungen,
Kirchwegen oder Wohnhäuser der Verstorbenen. In späteren Zeiten hatte man
die Totenbretter auch mit dem Namen und dem Todesjahr des Verstorbenen
versehen. Gelegentlich wurden die Bretter einem Schreiner übergeben, der sie
mit verschiedenen Verzierungen versah. Zur Zeit des 18. Jahrhunderts wurde
das Aufstellen von Totenbretter untersagt, die bestehenden sollten beseitigt
werden. Die Toten sollten in einem Sarg in einem Leichenhaus aufbewahrt
werden. Jedoch hielte sich mancherorts der Verwendung des Totenbrettes als
Bahrbrett ungefähr bis zum Anfang des ersten Weltkrieges. Die Bretter, die
heutzutage zum Andenken an die Verstorbenen errichtet werden, sind keine
Totenbretter im ursprünglichen Sinne mehr, da kein Toter auf ihnen gelegen
hatte, sondern Gedenkbretter in Gestalt der früheren Totenbretter.
Obwohl
Totenbretter noch heute auch in zahlreichen Orten in der Schweiz und im
Österreich anzutreffend sind, dieser Brauchtum ist besonders für die
Landschaft des Bayerischen Waldes ein Kennzeichen geblieben.
Voranzeige
Unsere
Weihnachtsfeier wird am 9. Dezember 2007 um 14 Uhr in der Carpathia Halle
stattfinden. Für weitere Auskunft rufen Sie Barbara Rauschendorfer unter
(586) 786-9058 an.
Servus
Ihr, Rolf Kurt
Frühauf |