06 October, 2008

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G.T.E.V. Edelweiss und Verein der Österreicher feierten die jährliche Gedächtnismesse zusammen

Heurige Gedächtnismess

Romeo ­ Am 11. November 2007 versammelten sich die Mitgliedschaft des G.T.E.V. Edelweiss, Detroit und mehrere Mitglieder des Vereins der Österreicher in der St. Clement Katholischen Kirche in Romeo, Michigan, um die im vorigen Jahre verstorbenen Vereinsmitglieder ein ehrendes Gedenken zu bewahren.

Unter der vorbildlichen Leitung unseres Musikwartes Richard Michels wurde der ganze musikalische Teil des Gottesdienstes nach der Bauernmesse" (Annette Thoma) von unserem Edelweiss Chor (Linda und Lauren Lachat, Christine Michels und Lauren Kraft) und von unserem Klarinettenmusi" grossartig zu Darstellung gebracht.

Zum Eingang von der Bauernmesse" führten die Fahnenträgern beider Vereine den Einzug von Edelweiss Trachtlern und Trachtlerinnen und von Mitgliedern vom Verein der Österreicher feierlich in die Kirche.

Drei Edelweiss Totenbretter und die Gedenkstafeln vom Verein der Österreicher wurden zum Altar getragen und vor ihn gelegt. Pastor Reckker begrüßte alle Mitglieder und weihte die Gedenksartikeln.

Schon seit vier Jahren hat der Edelweiss Verein seine gestorbenen Mitglieder bei der Gedächtnismesse mit einem Totenbrett nach altem niederbayerischen Brauch geehrt. In diesem Jahre wurden die folgenden Verstorbenen damit erinnert:

George Riegel, Maria Schöttle und James Nye. Der Verein der Österreicher hat sechs schöne, hölzernen Gedenkstafeln für seine Verstorbenen: Herbert Stein, Nikolaus Franz, Elisabeth Lipp, Louis Steigerwald und Maria und Melvin Swovick schneiden lassen.

Unser Michael Lachat hat den Auftrag unternommen, indem er selbst das Totenbrett ganz sorgfältig ausschneidet und ein Kreuz, den Namen jedes verstorbenen Mitgliedes, Geburts- und Todesjahr ins Brett mit Frakturstilschreiben einbrennt. Wir sind ihm dankbar für seine grosse Mühe und Begabung.

Mitglieder aus beiden Vereinen hatten an dem deutschen Wortgottesdienst teilgenommen. Rita Dziersk und Franz Sinz hatten die zwei Lesungen vorgetragen. Der Antwortspsalm wurde von Marianne Billo gelesen. Rita Dziersk und Marianne Billo hatten das Allgemeine Gebet gelesen. Da war kein trockenes Auge, als das Lied Ich hatt' einen Kamerad" während des Gabenopfers gespielt und gesungen wurde.

Ehrenvorstand Joseph Gassel hatte einen Fichtenkranz mit einer schwarzen Schleife zum Altar getragen und hatte ihn vor den gestellt.

 

Bayerische Brotzeit

Gerade nach der Messe wurde eine gemütliche Brotzeit in der Nebenhalle der Kirche serviert. Einige Mitglieder brachten eine Beilage für das traditionelle Essen mit, welches Marianne Billo und Käthe Fina vorbereitet hatten. Pastor Reckker hatte das Tischgebet gesprochen.

Viele Musikanten beider Vereine hatten die Gäste mit a bisserl Stubenmusi" unterhalten.

Der Brauchtum des Totenbrettes

In den früheren Zeiten, als noch Keine Leichenhäuser gaben, machte man mit den Toten wenig Umstände. Man wickelte ihn nach alter Sitte in ein Leichtuch, nähte es zusammen und legte die Leiche auf ein Brett. Die Leiche wurde dann auf dieser Unterlage festgebunden und zum Grab gefahren oder getragen. Dort liess man den Leichnam entweder mitsamt dem Brett ins Grab hinunter, oder schob ihn mit den Füssen voran auf dem Brett schräg in die Grube, löste die Fesseln und zog es wieder hoch, so dass der Leichnam langsam von seiner Unterlage auf den Grabboden rutschte. Daher kommt der alte Ausdruck -"da ist wieder einer vom Brettl grutscht".

Wenn das Brett nicht mit ins Grab ging, wurde damit in verschiedener Weise verfahren. Entweder wurde es verbrannt, für weitere Todesfälle aufbewahrt, oder man gestaltete das Brett um, zum Erinnerungszeichen an den Verstorbenen- zum eigentlichen -Totenbrett.

Zunächst wurden in diese Bretter drei Kreuze geschnitten, gebrannt, oder gezeichnet. Diese Totenbretter stellte man an bestimmten Orten, z.B. - Kapellen, Wegkreuzungen, Kirchwegen oder Wohnhäuser der Verstorbenen. In späteren Zeiten hatte man die Totenbretter auch mit dem Namen und dem Todesjahr des Verstorbenen versehen. Gelegentlich wurden die Bretter einem Schreiner übergeben, der sie mit verschiedenen Verzierungen versah. Zur Zeit des 18. Jahrhunderts wurde das Aufstellen von Totenbretter untersagt, die bestehenden sollten beseitigt werden. Die Toten sollten in einem Sarg in einem Leichenhaus aufbewahrt werden. Jedoch hielte sich mancherorts der Verwendung des Totenbrettes als Bahrbrett ungefähr bis zum Anfang des ersten Weltkrieges. Die Bretter, die heutzutage zum Andenken an die Verstorbenen errichtet werden, sind keine Totenbretter im ursprünglichen Sinne mehr, da kein Toter auf ihnen gelegen hatte, sondern Gedenkbretter in Gestalt der früheren Totenbretter.

Obwohl Totenbretter noch heute auch in zahlreichen Orten in der Schweiz und im Österreich anzutreffend sind, dieser Brauchtum ist besonders für die Landschaft des Bayerischen Waldes ein Kennzeichen geblieben.

 

Voranzeige

Unsere Weihnachtsfeier wird am 9. Dezember 2007 um 14 Uhr in der Carpathia Halle stattfinden. Für weitere Auskunft rufen Sie Barbara Rauschendorfer unter (586) 786-9058 an.

Servus

Ihr, Rolf Kurt Frühauf

 

 

Last modified on:01/14/2008

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