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Sterling Heights In der närrischen Faschingszeit kann man immer wieder
beobachten, wie sich sonst ganz liebe und harmlose Mitbürger in eine Art
Ausnahmezustand hineinsteigern. Da müssen nach Möglichkeit die
Fernsehübertragungen aus Mainz und Köln und München angeschaut werden, was
sich bestimmt auch lohnt, weil es eine grossartige Gelegenheit ist, unsere
Politiker - hüben und drüben - zu demaskieren. Unsere Politiker können nicht
damit prahlen, dass das Publikum ihnen zuströmt und freiwillig stundenlang
zuhört und dann spontan und begeistert Applaus spendet. Das fällt dagegen
den Büttenrednern nicht schwer, sie haben die Narrenfreiheit und das
Publikum auf ihrer Seite.
Unsere hiesigen Narren und Närinnen liessen der guten Laune und der Lust am
Verkleiden und Maskieren freien Lauf beim Faschingsball der GBU Saxonia
Rheingold. Die Walzer, Polkas, die langsamen und flotten Tänze sind nun
verklungen und von den beiden Kapellen - Enzian" und The Vagabonds" - kommt
kein Heidewitzka mehr, was immer die Ehrengäste ankündigt. Und während es
früher hiess: der König ist tot! Es lebe der König - gilt nun bei uns: das
alte Prinzenpaar hat sich verabschiedet, es lebe das neue Prinzenpaar: Prinz
Manfred I und Prinzessin Karin. Traratrara!
Sie hatten einen repräsentativen Elferrat und einen weiblichen Mundschenk.
Sollten wir sie Mundschenkin nennen? Und zum erstenmal in der Geschichte
dieser GBU-Faschingsbälle führte eine Marschallin die Gäste in den Saal. Der
Narr ihres Narrenstabes amüsierte sich köstlich darüber, wie alte eherne
Regeln durchaus gebrochen werden können, wenn es die Umstände erfordern.
Liebe Leser - wagen Sie einen Blick in die Zukunft: die Zeit ist nicht mehr
fern, wo Damen im Elferrat sitzen werden. Die traditionellen Kopfbedeckungen
werden den Damen genau so gut stehen wie unseren Herren. Traratrara!
Unser Zeremonienmeister war Horst Neumann. Er führte durch den Abend,
begrüsste die Gastvereine aus Sarnia, Downriver, Ann Arbor, Plymouth und
Windsor, kündigte den Einzug des Prinzenpaares an und stellte später das
Funken-Mariechen und die Bauchtänzerin vor. Lästerliche Stimmen behaupten,
seine Stimme wäre dabei ein wenig ins Zittern geraten. Sollte das aber
wirklich der Fall gewesen sein, war er nicht der einzige.
Dann gehörte die Tanzfläche wieder allen Narren und Närrinnen und irgendwann
formte sich der lange Zug der Polonaise. Während diese Schlange Kreuz und
quer durch den Saal zieht, ergibt sich eine gute Gelegenheit, die Kostüme
genauer anzusehen. Mit wieviel Phantasie und Liebe zum Detail sich die Gäste
verkleidet hatten!
Nach der Polonaise sollten die Preise für die besten Kostüme vergeben werden.
Als erstes wurden die Herren auf die Tanzfläche gebeten, dann die Damen;
dann die Paare, dann die Gruppen. Es war für die Preisrichter nicht einfach,
es gab so viele grossartige Ideen. Aber hier zeigen wir Ihnen einige der
Preisträger. Es ist nur eine Auswahl, und gibt Ihnen vielleicht schon
Anregungen fürs nächste Jahr.
Gegen Mitternacht konnte sich jeder mit Erbsensuppe stärken, um dann nochmal
eine Stunde das Tanzbein zu schwingen. Dann war für diesmal Schluss mit dem
närrischen Treiben - und wir freuen uns jetzt schon auf ein Wiedersehen mit
Helau und Alaaf beim Fasching 2008.
E.H. |