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Tübingen/Osnabrück (dpa) - Rund
jedes dritte Kind in Deutschland trägt keine passenden Schuhe. Das hat eine
Messaktion der Schuhfirma Reno in Osnabrück ergeben, bei der die Füße von
fast 100 000 Kindern vermessen wurden. Durch das Tragen von zu kleinen oder
zu kurzen Schuhen kann es jedoch im Laufe der Entwicklung des Kindes zu
Haltungs- und Gelenkschäden kommen. Drückende Schuhe könnten zudem Migräne
fördern, warnen Experten.
Das Nervensystem im Kinderfuß sei noch nicht so weit entwickelt wie bei
Erwachsenen. Kinder spürten den Druck nicht und könnten daher nicht
verlässlich Auskunft geben, ob ein Schuh passt oder nicht, erklärt Marlene
Mauch von der Universitätsklinik Tübingen.
Auch das Institut für Sportmedizin der Universitätsklinik hatte im Auftrag
von Reno Kinderfüße vermessen - in diesem Fall wurden rund 3000 Füße unter
die Lupe genommen. Nach Erkenntnissen der Forscher entsprechen die
Kinderschuhmodelle, nach denen produziert wird, zu wenig den tatsächlichen
Formen von Kinderfüßen. Zwar werde Länge und Weite berücksichtigt, andere
wichtige Faktoren wie die Spannhöhe oder die Fersenbreite blieben aber außer
Acht. So komme es vor, dass die Schuhe selbst dann drücken, wenn die außen
angegebene Größe stimmt.
Diese genannte Größe entspricht außerdem häufig nicht der tatsächlichen
Innengröße. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie im Auftrag des
österreichischen Gesundheitsministerium. Untersucht wurden dazu die Schuhe
und Füße von 858 Kindergarten-Kindern. Die Forscher stellten fest, dass die
tatsächliche Innenlänge und die angegebene Schuhgröße in vielen Fällen
mehrere Nummern auseinander lagen. |