|
Dresden (dpa) - Das
deutsch-russische Gesprächsforum Petersburger Dialog und der Schauspieler
Klaus Maria Brandauer haben am Dienstag in der Dresdner Frauenkirche
Europäische Kulturpreise für Politik und Schauspielkunst erhalten.
Mit weiteren undotierten Ehrenpreisen in Form einer Bronzeplastik für
Humanität und Kommunikation wurden der Herzog von Kent sowie die
Russisch-Orthodoxe Kirche und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)
geehrt. Die Auszeichnungen für Musik gingen an den Bassbariton Thomas
Quasthoff, die lettische Mezzosopranistin Elina Garanca und den Cellisten
Jan Vogler. Der russische Geiger Mikhail Ovrutsky bekam den mit 2500 Euro
dotierten Förderpreis.
Der Petersburger Dialog beweise mit Nachdruck, dass es sich lohne, wenn
Politiker und Bürger aus zwei Nationen entscheidende Schritte aufeinander zu
gingen, würdigte der frühere Bundespräsident Richard von Weizsäcker. Das
Forum wurde 2001 auf Initiative des damaligen Bundeskanzlers Gerhard
Schröder und Russlands Präsident Wladimir Putin ins Leben gerufen.
Für die bilaterale Konferenz, die seit Montag in Dresden tagte, nahmen der
frühere sowjetische Präsident Michail Gorbatschow und der letzte
DDR-Ministerpräsident Lothar de Maizière den Preis entgegen. Ex-Bundesaußenminister
Hans Dietrich Genscher bezeichnete die langjährige Partnerschaft der
Russisch-Orthodoxen Kirche und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
als Freundschaft. Aus Feinden seien Freunde geworden. Er überreichte dem EKD-
Ratsvorsitzenden, Bischof Wolfgang Huber, und Metropolit Kyrill von Smolensk
und Kaliningrad die Auszeichnung.
Der Herzog von Kent wurde mit dem Pro Humanitate" für die Entwicklung der
deutsch-britischen Beziehungen ausgezeichnet. Der Cousin von Queen Elizabeth
II. hatte beim Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche maßgeblich dafür
gesorgt, dass als Wiedergutmachung für das zerstörte Gotteshaus das
vergoldete Turmkreuz in Großbritannien gefertigt wurde. Weitere Laudationes
hielten Dresdner-Bank-Chef Herbert Walter, Opernsängerin Christa Ludwig,
Schauspieler Dominique Horwitz, Moderatorin Sabine Christiansen und
Entertainer Gunther Emmerlich.
Die Stiftung Pro Europa" (Basel) wurde 1993 von der Kultur-
Fördergemeinschaft der Europäischen Wirtschaft gegründet. Sie vergibt
jährlich Europäische Kulturpreise in verschiedenen Kategorien.
Damit werden kulturelle Initiativen und Projekte, künstlerische
Meisterleistungen und bedeutende Persönlichkeiten geehrt, die sich um das
europäische Kulturgut verdient gemacht haben. Die Veranstaltung in Dresden
stand unter dem Patronat des Präsidenten der Europäischen Kommission, José
Manuel Barroso.
www.europaeische-kulturstiftung.de |