03 December, 2008

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Erkrankungen an Kopf und Hals nehmen zu

Jena (dpa) - Ob Kopfschmerz, Schwindelgefhl, Hrstrung oder Tumor: Hals-Nasen-Ohren-Erkran-kungen haben oft fatale Folgen fr Gesundheit und Lebensqualitt.

Das erklrt Professor Eggert Beleites von der Hals-Nasen-Ohren-Klinik der Friedrich-Schiller-Universitt Jena.

ãEtwa 30 Prozent aller Patienten von Allgemeinmedizinern leiden nach bundesweiten Schtzungen an Erkrankungen im Bereich von Kopf und HalsÒ, sagte der Experte. Bei vielen Erkrankungen, so bei Allergien, Tumoren und Schluckstrungen, ist die Zahl steigend.

Mit wiederherstellenden Verfah-ren bei Funktionsstrungen be-schftigten sich vor Kurzem in Erfurt rund 3000 ¤rzte aus dem In- und Ausland beim Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft fr Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals- Chirurgie. Es wurden mehr als 700 wissenschaftliche Vortrge gehalten.

Professor Eggert Beleites, Vor-sitzender der Gesellschaft und Kongressprsident, verwies auf die Gefhrlichkeit vieler Eingriffe. ãAlle zwlf Hirnnerven laufen durch unser EinsatzgebietÒ, sagte er. Deshalb seien ausgezeichnete Kenntnisse und Weiterbildung immens wichtig.

ãEtwa 15 Millionen Menschen in Deutschland sind schwerhrigÒ, sagte Beleites. ãNichthren ist jedoch ein riesiges Problem und wird von uns allen unterschtztÒ, sagte der 65-Jhrige. ãWir kontrollieren die gesamte Umwelt mit dem Ohr.Ò

Die blinde und gehrlose US- Amerikanerin Helen Keller (1880-1968) habe sinngem§ gesagt: Nichtsehen trennt von den Dingen. Nichthren trennt von den Menschen.

Etwa 20 Prozent aller Patienten klagten ber Schwindelgefhl. ãDies kann jedoch die unterschiedlichsten Ursachen haben: Alter, Gleichge-wichtsstrungen, Strungen des zentralen Nervensystems, der Augen oder RckenproblemeÒ, sagte der Prsident.

Genaue Diagnostik und interdisziplinre Zusammenarbeit seien deshalb unerlsslich. ãImmer mehr alte Menschen, vor allem Demenzkranke, knnen nicht mehr schlucken.Ò Bei ihnen funktioniere die Koordination zwischen der Muskulatur der Zunge und des Rachens - und oft des Atmens - nicht mehr richtig.

ãWir beobachten - vor allem bei Frauen - eine steigende Zahl der Erkrankungen an Kehlkopfkrebs und RachentumorenÒ. Nasenfrakturen seien die hufigsten Brche berhaupt, Mandeloperationen die hufigsten chirurgischen Eingriffe. Und obwohl das Entfernen der Mandeln oft als einfacher Eingriff abgetan wird, ãhaben wir ¤rzte auch Angst davorÒ, sagte Beleites. Es bestehe immer die Gefahr von Entzndungen und von lebens-bedrohlichen Nachblutungen.

www.hno.org

Ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt untersucht eine junge Frau.

 

 

Last modified on:01/14/2008

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