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Jena (dpa) - Ob Kopfschmerz, Schwindelgefhl, Hrstrung oder Tumor:
Hals-Nasen-Ohren-Erkran-kungen haben oft fatale Folgen fr Gesundheit und
Lebensqualitt.
Das erklrt Professor Eggert Beleites von der Hals-Nasen-Ohren-Klinik der
Friedrich-Schiller-Universitt Jena.
ãEtwa 30 Prozent aller Patienten von Allgemeinmedizinern leiden nach
bundesweiten Schtzungen an Erkrankungen im Bereich von Kopf und HalsÒ, sagte
der Experte. Bei vielen Erkrankungen, so bei Allergien, Tumoren und
Schluckstrungen, ist die Zahl steigend.
Mit wiederherstellenden Verfah-ren bei Funktionsstrungen be-schftigten sich
vor Kurzem in Erfurt rund 3000 ¤rzte aus dem In- und Ausland beim
Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft fr Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde,
Kopf- und Hals- Chirurgie. Es wurden mehr als 700 wissenschaftliche Vortrge
gehalten.
Professor Eggert Beleites, Vor-sitzender der Gesellschaft und
Kongressprsident, verwies auf die Gefhrlichkeit vieler Eingriffe. ãAlle zwlf
Hirnnerven laufen durch unser EinsatzgebietÒ, sagte er. Deshalb seien
ausgezeichnete Kenntnisse und Weiterbildung immens wichtig.
ãEtwa 15 Millionen Menschen in Deutschland sind schwerhrigÒ, sagte Beleites.
ãNichthren ist jedoch ein riesiges Problem und wird von uns allen
unterschtztÒ, sagte der 65-Jhrige. ãWir kontrollieren die gesamte Umwelt mit
dem Ohr.Ò
Die blinde und gehrlose US- Amerikanerin Helen Keller (1880-1968) habe
sinngem§ gesagt: Nichtsehen trennt von den Dingen. Nichthren trennt von den
Menschen.
Etwa 20 Prozent aller Patienten klagten ber Schwindelgefhl. ãDies kann
jedoch die unterschiedlichsten Ursachen haben: Alter,
Gleichge-wichtsstrungen, Strungen des zentralen Nervensystems, der Augen
oder RckenproblemeÒ, sagte der Prsident.
Genaue Diagnostik und interdisziplinre Zusammenarbeit seien deshalb
unerlsslich. ãImmer mehr alte Menschen, vor allem Demenzkranke, knnen nicht
mehr schlucken.Ò Bei ihnen funktioniere die Koordination zwischen der
Muskulatur der Zunge und des Rachens - und oft des Atmens - nicht mehr
richtig.
ãWir beobachten - vor allem bei Frauen - eine steigende Zahl der
Erkrankungen an Kehlkopfkrebs und RachentumorenÒ. Nasenfrakturen seien die
hufigsten Brche berhaupt, Mandeloperationen die hufigsten chirurgischen
Eingriffe. Und obwohl das Entfernen der Mandeln oft als einfacher Eingriff
abgetan wird, ãhaben wir ¤rzte auch Angst davorÒ, sagte Beleites. Es bestehe
immer die Gefahr von Entzndungen und von lebens-bedrohlichen Nachblutungen.
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