|
Dortmund
(dpa) - Mit einem Rundumschlag hat Jürgen Klinsmann nach dem 4:1-Sieg im
Testspiel gegen die USAseine Kritiker verbal angegriffen und ihnen
vorgeworfen, mit Pessimismus und negativer Aggressivität die
Weltmeisterschaft im eigenen Land riskiert zu haben. Da wird Politik gegen
einen gemacht, die zu weit geht und respektlos ist, die aggressiv ist und
versucht, Stimmung zu machen beim Publikum. Das hat nichts mit der Arbeit zu
tun", beschwerte sich der Bundestrainer in einer Wutrede auf der offiziellen
DFB-Pressekonferenz nach dem Spiel in der Nacht zum Donnerstag.
Die Kritik im
sportlichen Bereich sei nach dem 1:4 in Florenz gegen Italien berechtigt
gewesen, räumte Klinsmann ein. Damit haben wir uns auch auseinander gesetzt,
das haben wir analysiert, das war eine Lektion. Aber viele dieser Einwürfe
von bestimmten Medien hatten mit dem Spiel in Italien überhaupt nichts mehr
zu tun." Deshalb habe dieses positive Ergebnis gegen die USA gut getan, weil
wir jetzt gezielt weiter arbeiten können, ohne dass uns immer wieder Knüppel
zwischen die Beine geschmissen werden. Das werden wir tun und sind der
Überzeugung, dass wir ein gutes Turnier spielen werden", betonte der Wahl-Amerikaner
mit Blickrichtung WM-Endrunde, die für das DFB-Team am 9. Juni in München
gegen Costa Rica beginnt.
Auch den
öffentlichen Umgang mit Bastian Schweinsteiger, der von der in München
erscheinenden Boulevardzeitung tz" ohne Beweise in Zusammenhang mit dem
neuen Fußball-Wettskandal gebracht worden war, stellte Klinsmann an den
Pranger. Man müsse aufpassen, die eigenen Talente nicht kaputt zu machen.
Man kann letztendlich alles kaputt machen, bevor es los geht. Auf dem besten
Weg dazu waren wir. Gott sei Dank hat die Mannschaft eine sehr gute Reaktion
gezeigt", erklärte der Bundestrainer und ergänzte: Wir haben auch gelernt,
wo die Leute sitzen, die uns nicht so wohl gesonnen sind."
Der Rundumschlag
von Klinsmann erinnerte zumindest im Kern an den legendäre Wutausbruch von
Vorgänger Rudi Völler (So einen Sch.... kann keiner mehr hören") nach einem
0:0 in Island im September 2003. Den Pessimismus und die negative
Aggressivität, die von gewissen Leuten gekommen ist", könne keine Mannschaft
mit vielen 20- und 21-Jährige verkraften, sagte Klinsmann und forderte die
Medien auf: Da wird es auch mal Zeit, dass ihr euch Gedanken macht, welchen
Einfluss ihr habt." |