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Berlin (dpa) - Deutschland steht
nach Einschätzung der Bundesregierung wegen der rückläufigen
Bevölkerungsentwicklung vor einem tief greifenden Strukturwandel. Dieser
wirtschaftliche und soziale Wandel werde dazu führen, dass Steuereinnahmen
vor Ort bis zu 40 Prozent wegbrechen", sagte Verkehrsstaatssekretär Ulrich
Kasparick (SPD) kürzlich bei einem Demo-graphie-Kongress der Fachzeitung
Behörden-Spiegel" in Berlin. Der Umbruch vollziehe sich zunächst vor allem
in den neuen Ländern. Was sich aber im Osten abzeichnet, ist nur das
Vorspiel dazu, was das ganze Bundesgebiet betreffen wird." Das zeige sich
bereits am Ruhrgebiet. Das Familienressort kündigte eine integrierte Politik
von der Kindererziehung bis zur Einbeziehung Älterer ins Erwerbsleben an.
Kinder müssten als Teil auch des Arbeits- und Wirtschaftslebens begriffen
werden. Wenn nicht kurzfristig, so müsse doch mittelfristig der normale
Kindergarten für die Familien kostenlos werden, forderte Kues. Ein Problem
ist laut Kasparick der Bevölkerungsrückgang. Mit einem Einwohnerrückgang von
7,7 Prozent bis 2020 sei vor allem in den neuen Ländern zu rechnen. Bis 2050
baut sich in Gesamtdeutschland ein großes Problem auf", sagte Kasparick.
Dann werde es im Saldo einen Rückgang der Bevölkerung um jährlich 450000
geben. Das wird durch Zuwanderung nicht aufzuhalten sein", sagte der
Staatssekretär. Dennoch müssten Zuwanderung und Integration deutlich
ausgebaut werden. Der bisherige Zuwachs von etwa 300000 Zuwanderern werde
nicht ausreichen. Hier müssten auch die Kommunen mehr tun. Es kann nicht
sein, dass das Armutsrisiko für Menschen mit Migrationshintergrund 24
Prozent ausmacht und im Bundesschnitt 14 Prozent", sagte der SPD-Politiker.
Das zweite Problem sei ein Mangel an hoch qualifizierten Menschen schon von
2008 an. Hier sei mehr zu tun, Wachstumszentren um Universitäten herum
müssten ausgebaut werden. Der für die Raumordnung zuständige
Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) ergänzte im Deutschlandradio
Kultur: Wir haben mehr Seniorinnen und Senioren, wir haben weniger Kinder,
Menschen ziehen weg und demzufolge gibt es weniger Bevölkerung."
Deutschland müsse aktiv mit dieser Problematik umgehen. Das Thema sei
bekannt, und die Landesregierungen stellten sich darauf ein. Sie müssten die
Städte und Regionen gleichzeitig Kinder- und Seniorenfreundlicher gestalten.
Auch der Bund beteilige sich mit Modellprojekten am Umbau der sozialen
Infrastruktur und fördere den Mehrgenerationenbau. |