30 June, 2008

143rd YEAR - THE AMERICAN NEWSPAPER WRITTEN IN THE GERMAN LANGUAGE

Stand vom Montag

1 US $ = 0,6347  Euro

1 Euro = 1,5755 US $

Contact Us

Home/Start

Store

Newsstands

 

Sections

Ads/Anzeigen

Archives/Archiv

National Ad Rates

 

Deutsche

Churches/Kirchen

Clubs/Vereine

Radiostationen

 

Fußball

WM 2006

Links

 

Services

Internship/Praktikum

Subscribe

Purchase 150th Anniversary Issue

Address Change

 

 

Das Katastrophenjahr 2005

Das Katastrophenjahr 2005 - Hurrikan Katrina

Hamburg (dpa) - Verheerende Naturkatastrophen haben im zu Ende gehenden Jahr weltweit Zehntausende das Leben gekostet. Bei Flugzeugabstürzen starben fast doppelt so viele Menschen wie im Jahr 2004. Doch es sind nicht nur die Zahlen, die das Katastrophenjahr 2005 prägen.

In Erinnerung bleibt Millionen der Untergang von New Orleans, nachdem der Hurrikan Katrina" Ende August mit zerstörerischer Wucht über die Küste der US-Staaten Louisiana, Mississippi und Alabama hereingebrochen war. Im Gedächtnis bleibt die Ohnmacht der Menschen selbst in hoch industrialisierten Staaten gegenüber den entfesselten Naturgewalten. Mehr als 1300 Menschen sterben. Die Auswirkungen Katrinas" und der folgenden Hurrikans sind weltweit zu spüren, denn wegen des Ausfalls der US-Ölförderung im Golf von Mexiko schnellt der Ölpreis auf Rekordhöhe.

Sechs Wochen nach Katrina" entwickelt sich Wilma" zum stärksten je gemessenen Wirbelsturm und richtet schwere Schäden in Mexiko sowie auf Kuba und in Florida an. Insgesamt zählen die Forscher in der Saison 26 tropische Wirbelstürme, von denen 14 Hurrikanstärke erreichten - so viele, wie noch nie zuvor. Ende November beobachten Klimaforscher ein neues Phänomen: Ein tropischer Wirbelsturm zieht nicht in Richtung Karibik, sondern wandert über den Atlantik und wütet auf den kanarischen Inseln.

In den letzten 30 Jahren hat sich die Zahl der extremen Naturereignisse verdreifacht. Der entstandene Schaden hat sich versechsfacht", sagt der Katastrophenforscher Janos Bogardi. Das Risiko für die Menschen steige durch die Auswirkungen des Klimawandels und wegen nicht mehr ausreichender Sicherheitsmaßnahmen. Es gibt keine Naturkatastrophen, sondern nur unnatürliche Katastrophen, die entstehen durch das Missvermögen des Menschen, wie er mit extremen Naturereignissen umgeht."

Am 8. Oktober, während Wilma" auf die Küsten Mexikos zurast, bebt im Nordwesten Pakistans sowie im benachbarten Indien die Erde. Häuser stürzen ein und begraben Tausende unter sich. Das war in der Region die stärkste Erschütterung seit einhundert Jahren", sagte die Seismologin Monika Sobiesiak vom Geoforschungszentrum Potsdam. Erst nach Tagen gewinnen die Behörden einen Überblick über das Ausmaß der Katastrophe: Mindestens 87000 Menschen sterben in den Trümmern der Städte oder in den nur schwer zugänglichen Bergdörfern am Rande des Himalaja. Hunderttausende werden obdachlos und müssen in Zelten oder Wohncontainern untergebracht werden.

Internationale Hilfsorgani-sationen und die Vereinten Nationen (UN) appellieren an die Weltöffentlichkeit, die Opfer des Bebens zu unterstützen und Geld- sowie Sachspenden zur Verfügung zu stellen. Auf den Konten der Hilfsorganisationen gehen jedoch deutlich weniger Spenden ein als beim Tsunami Ende vorigen Jahres, bei dem fast 300000 Menschen in den Urlaubsparadiesen Südasien getötet wurden.

Mehr als zwei Monate nach dem Beben sind erst 200 Millionen Euro auf das UN-Konto überwiesen worden, 42 Prozent der Summe, die für die ersten sechs Monate erbeten worden war. Jeden Monat seien etwa 75 Millionen Euro zusätzlich nötig, stellt der UN-Nothilfekoordinator Jan Vandermoortele fest. 400000 Menschen in den Bergen seien nur mit Hubschraubern zu erreichen. Deshalb brauchen wir Geld, wir brauchen die Infrastruktur auf dem Boden, um die Menschen mit Nahrung zu versorgen. Wenn wir sie nicht mit Hubschraubern erreichen, werden sie verhungern."

2005 wird zum schwarzen Jahr für die Zivilluftfahrt. Mehr als 1000 Menschen sterben bei Flugzeugunglücken, doppelt so viele wie 2004. Rätselhaft bleibt lange Zeit die Ursache des Absturzes einer Boeing 737-300 am 14. August über Athen, bei dem 121 Menschen ihr Leben verlieren. Vier Monate später stellen Experten fest, dass Techniker bei einer Überprüfung den Hebel für die Luftdruckkontrolle von automatisch auf manuell gestellt hatten. Die Piloten hatten dies vor dem Abflug nicht korrigiert. Kurz nach dem Start seien alle an Bord wegen Sauerstoffmangels ohnmächtig geworden. Die Maschine sei per Auto-Pilot bis Athen geflogen und wegen Treibstoffmangels abgestürzt.

Auch ein hochzivilisiertes Land wie Deutschland blieb nicht von Naturkatastrophen verschont. Ende November müssen im Münsterland in Nordrhein-Westfalen plötzlich 250000 Menschen tagelang ohne Strom auskommen. Heftige Schneestürme hatten Hochspannungsmasten zusammenbrechen lassen. Der Vorstandsvorsitzende des Stromkonzerns RWE, Harry Roels, räumt ein, dass 2900 der 28000 Strommasten aus spröde gewordenem Stahl bestehen. Allerdings sei das nicht die alleinige Ursache. Das Phänomen sei auf ein Naturereignis zurückzuführen, das nur alle hundert Jahre vorkomme.

Das Jahr 2005 wird nach Einschätzung des Rückversicherers Swiss Re in Zürich das teuerste in der Versicherungsgeschichte. Bei Erdbeben und Wirbelstürmen seien 112000 Menschen ums Leben gekommen. Der finanzielle Schaden betrage umgerechnet knapp 188 Milliarden Euro, mehr als doppelt so viel wie im Rekordjahr 2004. Allein die Zerstörungen würden die Versicherer rund 38 Milliarden Euro kosten. Der Gesamtschaden wird auf 114 Milliarden Euro geschätzt.

 

 

Last modified on:01/14/2008

GACCMI

           
About us Affiliations   Webmaster  

`

© 1996-2008 Nordamerikanische Wochen-Post. All rights reserved.