15 July, 2008

153rd YEAR - THE AMERICAN NEWSPAPER WRITTEN IN THE GERMAN LANGUAGE

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Karibikurlaub: Ein netter Brief aus der alten Heimat

Eine lustige Gruppe auf Urlaub in der Domenikanischen Republik: Schon lange in Amerika, aber alle können noch Deutsch sprechen. (v.l.n.r) Adele Reinke, Heinz Herzko, Wilma Koberstein, Gunhild Pavlik, Emma Wagner, Walter Koberstein, Hedy Steinbart, Trudy Herzko und Helene Wald.

Sehr geehrte Damen und Herren der Wochen-Post:

In unserem Urlaubsparadies in der Karibik lernte ich eine Gruppe Amerikaner (Deutsche) kennen, mit denen wir einen regen Gedankenaustausch hatten. Zuguterletzt erhielt ich Ihre Nordamerikanische Wochen-Post, und voller Interesse und Erstaunen las ich die Artikel.

Nun möchte ich auch den dortigen Deutschen eine kleine Freude machen und meine Eindrücke kurz schildern. Vielleicht ist es möglich, den Artikel in die Zeitung zu geben?

 

Mannheim ­ Wir freuten uns riesig auf unseren Urlaub. Wir hatten uns die Dominikanische Republik ausgesucht. Da mein Mann und ich beide Rentner sind, entschlossen wir uns, gleich 3 Wochen zu bleiben. Gleißende Sonne, heller, kilometerlanger Sandstrand, sich wiegende Palmen und das unendliche Meer. Ein Traum ging für uns in Erfüllung.

Gleich am zweiten Tag kam mein Mann voller Freude auf mich zu und erzählte mir, dass er Amerikaner kennengelernt hätte. Ich stutze, denn Robert spricht kein Wort englisch. Aber dann kam's: Es seien Deutsche, die 1948 und später ausgewandert seien. Sofort wurde ich hellhörig und wollte mehr wissen.

Ich sah mich plötzlich als kleines Mädchen, ich bin Jahrgang 44, das damals irgendwie noch mitbekam, dass eine Menge Deutscher nach einem besseren Zuhause suchten und in den Staaten eine neue Heimat erhofften.

Unbedingt wollte ich diese Leute kennenlernen. Mein Mann führte mich zum Strand und suchte nach Heinz. Er stellte mich vor und im Handumdrehen lernte ich nicht nur ihn, sondern auch seine liebe Frau Trudi kennen. Viele Fragen hatte ich an Heinz. Die Vergangenheit hatte mich eingeholt, und nicht ohne Rührung hörte ich vieles aus seinem Leben: das Auswandern in der Jugend, die neue Welt, die ihm zur zweiten Heimat wurde, seine Familie und das Leben jetzt. Ich konnte gar nicht satt werden vom Zuhören. Was mich dann noch so in Erstaunen versetzte, war sein makelloses Deutsch.

Nach einigen Stunden lernten wir dann auch die ganze Crew kennen, Wilma, Walter, IngridStein, RenateWald und all die anderen. Wir verbrachten viel Zeit miteinander, es gab zu erzählen und viel Grund zu lachen. Immer wieder war ich verblüfft über ihr korrektes Deutsch. Ich konnte es kaum fassen, dass die vielen Jahre in den Staaten ihrer Sprache nichts haben anhaben können. Das hatte ich nicht erwartet und setzte mich immer wieder in großes Erstaunen. Dann hörten wir von den regelmäßigen Zusammenkünften der Deutschen, und ich bekam von Heinz die deutsche Zeitung. Mit großem Interesse habe ich sie verschlungen. Ganz up to date!

Eine Woche verbrachten wir mehr oder weniger zusammen, tauschten unsere Gedanken aus und stellten immer wieder fest, dass wir uns nah sind, ob es sich um Erziehungsfragen, Politik oder Kultur handelte. So viele Jahre Welten getrennt und doch dasselbe Gedankengut.

Sehr leid hat es mir und meinem Mann getan, als der Zubringerbus alle deutschen" Freunde abholte. Wir fühlten uns regelrecht die nächsten Stunden verlassen. Gleichzeitig waren wir tief dankbar, dass wir diese Amerikaner" getroffen haben, und sie uns so viel Schönes mit uns geteilt haben.

Nochmals Dank an alle, die uns kennen, und welcher Wunsch könnte schöner sein als dieser: Gott segne Euch alle.

Gunhild und Robert Pavlik aus Mannheim

 

 

Last modified on:01/14/2008

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