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Sehr geehrte Damen und Herren der Wochen-Post:
In unserem Urlaubsparadies in der
Karibik lernte ich eine Gruppe Amerikaner (Deutsche) kennen, mit denen wir
einen regen Gedankenaustausch hatten. Zuguterletzt erhielt ich Ihre
Nordamerikanische Wochen-Post, und voller Interesse und Erstaunen las ich
die Artikel.
Nun möchte ich auch den dortigen Deutschen eine kleine Freude machen und
meine Eindrücke kurz schildern. Vielleicht ist es möglich, den Artikel in
die Zeitung zu geben?
Mannheim Wir freuten uns riesig
auf unseren Urlaub. Wir hatten uns die Dominikanische Republik ausgesucht.
Da mein Mann und ich beide Rentner sind, entschlossen wir uns, gleich 3
Wochen zu bleiben. Gleißende Sonne, heller, kilometerlanger Sandstrand, sich
wiegende Palmen und das unendliche Meer. Ein Traum ging für uns in Erfüllung.
Gleich am zweiten Tag kam mein Mann voller Freude auf mich zu und erzählte
mir, dass er Amerikaner kennengelernt hätte. Ich stutze, denn Robert spricht
kein Wort englisch. Aber dann kam's: Es seien Deutsche, die 1948 und später
ausgewandert seien. Sofort wurde ich hellhörig und wollte mehr wissen.
Ich sah mich plötzlich als kleines Mädchen, ich bin Jahrgang 44, das damals
irgendwie noch mitbekam, dass eine Menge Deutscher nach einem besseren
Zuhause suchten und in den Staaten eine neue Heimat erhofften.
Unbedingt wollte ich diese Leute kennenlernen. Mein Mann führte mich zum
Strand und suchte nach Heinz. Er stellte mich vor und im Handumdrehen lernte
ich nicht nur ihn, sondern auch seine liebe Frau Trudi kennen. Viele Fragen
hatte ich an Heinz. Die Vergangenheit hatte mich eingeholt, und nicht ohne
Rührung hörte ich vieles aus seinem Leben: das Auswandern in der Jugend, die
neue Welt, die ihm zur zweiten Heimat wurde, seine Familie und das Leben
jetzt. Ich konnte gar nicht satt werden vom Zuhören. Was mich dann noch so
in Erstaunen versetzte, war sein makelloses Deutsch.
Nach einigen Stunden lernten wir dann auch die ganze Crew kennen, Wilma,
Walter, IngridStein, RenateWald und all die anderen. Wir verbrachten viel
Zeit miteinander, es gab zu erzählen und viel Grund zu lachen. Immer wieder
war ich verblüfft über ihr korrektes Deutsch. Ich konnte es kaum fassen,
dass die vielen Jahre in den Staaten ihrer Sprache nichts haben anhaben
können. Das hatte ich nicht erwartet und setzte mich immer wieder in großes
Erstaunen. Dann hörten wir von den regelmäßigen Zusammenkünften der
Deutschen, und ich bekam von Heinz die deutsche Zeitung. Mit großem
Interesse habe ich sie verschlungen. Ganz up to date!
Eine Woche verbrachten wir mehr oder weniger zusammen, tauschten unsere
Gedanken aus und stellten immer wieder fest, dass wir uns nah sind, ob es
sich um Erziehungsfragen, Politik oder Kultur handelte. So viele Jahre
Welten getrennt und doch dasselbe Gedankengut.
Sehr leid hat es mir und meinem Mann getan, als der Zubringerbus alle
deutschen" Freunde abholte. Wir fühlten uns regelrecht die nächsten Stunden
verlassen. Gleichzeitig waren wir tief dankbar, dass wir diese Amerikaner"
getroffen haben, und sie uns so viel Schönes mit uns geteilt haben.
Nochmals Dank an alle, die uns kennen, und welcher Wunsch könnte schöner
sein als dieser: Gott segne Euch alle.
Gunhild und Robert Pavlik aus Mannheim |