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Scarborough/Tobago (dpa) - Die
Beziehung zwischen Natur und Fremdenverkehr ist nicht immer gerade
konfliktfrei. Genau darum ging es bei der 7. Karibischen Konferenz über
Nachhaltigkeit im Tourismus.
Von den rund 300 Konferenzteilnehmern in Scarborough auf Tobago betonten
zahlreiche Sprecher, mittlerweile sei in der Karibik allerorten das
Bewusstsein vorhanden, dass die Umwelt ein Gut ist, das dauerhaft geschützt
werden muss.
Der Minister für Tourismus von Trinidad und Tobago, Howard Chin Lee,
forderte die Mitglieder der Karibischen Tourismus-Organisation CTO auf,
gemeinsame Anstrengungen zu unternehmen, um die Einnahmen aus dem Tourismus
zu erhöhen und zugleich die Balance zu halten, damit der Tourismus nicht zur
zerstörerischen Kraft wird.
Die Vertreter der karibischen Staaten und Inseln trafen sich, um über eine
Verbesserung der touristischen Infrastruktur und über Kooperation zu beraten.
Vor allem aber ging es um die Frage, wie es sich bewerkstelligen lässt, dass
die Karibikinseln auch in 50 Jahren noch attraktiv sind. Denn abgesehen von
Kuba und Trinidad besitzen die Inseln nichts außer ihrer Schönheit - in der
Natur, aber auch in der Kultur.
Um
diese Attraktivität könnte es geschehen sein, wenn es den karibischen
Staaten nicht gelingt, die Zerstörung der Umwelt aufzuhalten. Nachdenklich
wurden einige Teilnehmer beispielsweise, als sie am Hotelstrand miterlebten,
wie eine 500 Kilogramm schwere Leatherback-Schildkröte versuchte, das zu
bewerkstelligen, was ihrer Spezies seit Millionen Jahren gelingt: einen
geeigneten Platz zur Eiablage zu finden. Drei Stunden mühte sich das Tier
vergeblich, weil das Luxushotel zu nah an den Strand gebaut worden ist.
Fehler der Vergangenheit", nennen das die Tourismusmanager vor Ort. Heute
würde das nicht mehr geschehen, heißt es. Die Strände in der Karibik, die
von den Meeresschildkröten zur Eiablage aufgesucht werden, stehen
mittlerweile unter Schutz und werden bewacht. Gleiches gelte für den Umgang
mit anderen Quellen von Reichtum wie den Fischfang, die Strände und das
Wasser.
Zu
den Naturschätzen in der Karibik gehören auch die Regenwälder. Derjenige auf
Tobago ist einer der ältesten Wälder der Welt, Heimat von 200 Vogelarten
sowie zahlreichen ungiftigen Schlangen und Fröschen. Durch das Areal führt
eine kleine Straße. Es gibt nur zwei Hütten ohne Strom. Die Bewohner aus dem
nahen Ort Bloody Bay würden das gerne ändern und für die Besucher des
Regenwaldes ein Restaurant betreiben, was bisher behördlicherseits untersagt
ist. Doch auch wenn das Geschäftsinteresse der Einheimischen nachvollziehbar
ist: Mit Blick auf die Nachhaltigkeit des Tourismus wäre es wohl am besten,
wenn die Behörden hart blieben.
Die Karibik haben nach CTO-Schätzungen im vergangenen Jahr 21,8 Millionen
Touristen besucht. Gegenüber 2003 war das ein Anstieg um rund sieben Prozent.
Zusätzlich verbrachten rund 20,5 Millionen Passagiere von Kreuzfahrtschiffen
mehrere Tage in der Karibik. Die meisten Touristen kommen aus Kanada und den
USA |