03 December, 2008

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Sieben Kanzler seit 1949

Hamburg -Seit 1949 haben sieben Männer im Amt des Bundeskanzlers die Geschicke der Bundesrepublik bestimmt. Vier Kanzler stellte die CDU, drei die SPD.

Helmut Kohl (CDU) regierte mit 16 Jahren Dauer am längsten.

Konrad Adenauer (CDU), Ludwig Erhard (CDU) und Willy Brandt (SPD) traten zurück.

Kurt Georg Kiesinger (CDU) und Kohl wurden abgewählt, Helmut Schmidt (SPD) wurde mit einem Misstrauensvotum gestürzt.

l Konrad Adenauer (1949 ­ 1963): Adenauer, der sein Amt als bereits 73-Jähriger antrat, prägte die Politik der frühen Nachkriegszeit. In die Ära Adenauer" fielen grundsätzliche Entscheidungen für marktwirtschaftliche Ausrichtung und Westintegration". Er führte die junge Republik in die Nato und die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft. In Adenauers Amtszeit fiel der Bau der Berliner Mauer.

l Ludwig Erhard (1963 ­ 1966): Adenauers Nachfolger wird sein langjähriger Wirtschaftsminister Erhard, der als geistiger Vater der Sozialen Marktwirtschaft galt und zur Symbolfigur des Wirtschaftswunders" wurde. Erhard trat zurück, nachdem die Koalition von Union und FDP über Streitigkeiten um den Haushalt zerbrochen war.

l Kurt Georg Kiesinger (1966 ­ 1969): Nachdem sich CDU/CSU und SPD auf eine große Koalition geeinigt hatten, wurde Kiesinger zum Nachfolger Erhards gewählt. In seiner Amtszeit verabschiedete der Bundestag die Stabilitäts-gesetze" und angesichts der Bedrohung des Kalten Krieges ­ gegen die Studentenproteste ­ die umstrittenen Notstandsgesetze".

l Willy Brandt (1969 ­ 1974): Erster Bundeskanzler der neuen sozialliberalen Koalition wurde der vorherige Außenminister und Vizekanzler Brandt. Seine von der Opposition heftig bekämpfte Ostpolitik brachte ihm den Friedensnobelpreis ein. Mit seinem Rücktritt übernahm Brandt die Verantwortung in der Affäre um den im Kanzleramt tätigen DDR-Spion Günter Guillaume.

l Helmut Schmidt (1974 ­ 1982): Die Kanzlerschaft Schmidts stand lange im Schatten einer weltweiten Wirtschaftsrezession. Seine Stabilitätspolitik brachte ihm internationale Anerkennung ein.

In Schmidts Amtszeit fiel die größte Welle des RAF-Terrors und die Auseinandersetzung um den Nachrüstungsdoppelbeschluss. Schmidt wurde nach wirtschaftspolitischen Kontroversen mit dem Koalitionspartner von einer Mehrheit aus Union und FDP abgewählt und von Kohl abgelöst.

l Helmut Kohl (1982 ­ 1998): Kohls 16-jährige Kanzlerschaft begann mit der Ankündigung einer Wende»"vor allem in der Wirtschafts- und Finanzpolitik. Wichtigstes politisches Ereignis waren der rasche Zusammenbruch des DDR-Regimes 1989 und die schnelle Vereinigung der beiden deutschen Staaten. Zum größten Problem wuchs sich die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit aus.

l Gerhard Schröder (1998 ­ 2005): Das Wirtschaftswachstum verschlechterte sich, die Schulden stiegen. Im Januar 2005 gab es erstmals mehr als fünf Millionen Arbeitslose. In Jugoslawien beteiligte sich erstmals eine deutsche Nachkriegsregierung an einem bewaffneten Konflikt. Als Pluspunkte verbuchte Rot-Grün Steuerreform und Rückzug aus der Kernenergie. 2002 punktete Schröder mit der Ablehnung des Irakkrieges. Die zweite Amtszeit stand im Zeichen des Reformprogramms Agenda 2010" mit Einschnitten in die Sozialsysteme.

Sieben Männer haben seit 1949 im Amt des Bundeskanzlers die Geschicke der Bundesrepublik bestimmt: (Reihe oben, l-r) Konrad Adenauer, CDU, 1949-1963 (Foto von 1963), Ludwig Erhard, CDU, 1963-1966 (Foto von 1972), Kurt Georg Kiesinger, CDU, 1966-1969 (Foto von 1980) und Willy Brandt, SPD, 1969-1974 (Foto von 1973); untere Reihe, l-r: Helmut Schmidt, SPD, 1974-1982 (Foto von 1976), Helmut Kohl , CDU, 1982-1998 (Foto von 1998), und Gerhard Schröder, SPD, seit 1998 (Foto von 2005). Angela Merkel wäre als Bundeskanzlerin die erste Frau in dem Amt. Fotos: dpa

 

 

Last modified on:01/14/2008

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