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Berlin (dpa) - Auch, wenn ihre
Liebe immer dem Theater galt, machte der Film Ingrid Andree schon in frühen
Jahren zu einem Idol der Wirtschaftswunderjahre. Nach ihrem ersten großen
Erfolg 1951 in Rolf Thieles Primanerin-nen" war die gebürtige Hamburgerin,
die am 19. Januar ihren 75. Geburtstag feierte, der Schwarm vieler
Kinogänger. Leinwanderfolge wie die Thomas-Mann-Verfilmung Bekenntnisse des
Hochstablers Felix Krull" oder Peter Voß, der Millionendieb" an der Seite
von O.W. Fischer sorgten für eine weite Popularität.
Die künstlerische Heimat aber blieb für Ingrid Andree das Theater. Unter der
Regie Fritz Kortners spielte sie unter anderem die Titelrolle in Strindbergs
Fräulein Julie", mit Gustaf Gründgens in Shaws Cäsar und Cleopatra". 1970
holte Boy Gobert sie an das Hamburger Thalia Theater, wo sie unter anderem
in Wedekinds Lulu" zu sehen war, in Pinters Alte Zeiten" (zusammen mit Boy
Gobert) und in Betrogen" (mit Peter Striebeck), später auch als Aase in
Ibsens Peer Gynt". In den Synchron-Ateliers war sie lange Zeit die deutsche
Stimme von Jean Simmons.
Derzeit steht die wandlungsfähige Schauspielerin, die schon seit vielen
Jahren keinen Film und Fernsehen mehr gemacht hat, in Berlin auf der Bühne:
An der Schaubühne spielt sie in Marius von Mayenburgs Stück Eldorado" eine
etwas durchgedrehte ältere Dame. Bedeutsam waren auch ihre Fernsehrollen,
etwa in Ratten", in Was ihr wollt" oder in Amphitryon 38". Aber auch in den
beliebten Krimi-Reihen wie Der Kommissar" oder Derrick" sah man Ingrid
Andree, die mit dem früh gestorbenen Schauspieler Hanns Lothar verheiratet
war, in den 70er Jahren immer wieder.
Für ihre künstlerischen Leistungen wurde Andree mit dem Großen
Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. In einem ihrer seltenen Interviews sagte
sie einmal: Ich kriege die schönsten Rollen, die ich mir wünschen kann. |