|
Von
Britta Schmeis
Frankfurt/Main (dpa) - Bei wenigen
Kleidungsstücken werden Trends so dezent sichtbar wie bei Mänteln und Jacken.
Die meisten tragen sie mehrere Saisons. Daher gibt es immer Klassiker, die
über Jahre hinweg angesagt sind", so Modeberater Andreas Rose aus Frankfurt.
Dennoch fristen Mäntel und Jacken kein modisches Schattendasein. Es kommt
aber auf die kleinen Details an. Die A-Linie ist bei Mänteln und Jacken
wieder schwer im Kommen", sagt Moritz von Bülow, Organisator der Modemesse
München. Oft seien sie mit großen Knöpfen ausgestattet und aus weichen,
fließenden Stoffen hergestellt. Die Silhouette ist weit schwingend. Das
passt prima zu den schmalen Hosen und Röcken im Winter", beschreibt Claudia
Ollenhauer-Ries vom Verband Deutscher Mode- und Textildesigner (VDMD) in
Würzburg den Trend, der an die fünfziger und sechziger Jahre erinnert.
Überhaupt haben sich die Designer von der Geschichte inspirieren lassen. Die
Modemesse CPD in Düsseldorf definierte in diesem Jahr gleich mehrere
historische Themen in den aktuellen Damenkollektionen - darunter zum
Beispiel St. Petersburg 1900" mit zaristischen Uniformen. Daneben sei aber
auch der zeitgemäße Worker- und Pilotenlook weiter im Trend.
Die Designer spielen stark mit den Kragen - zum Beispiel stehende, die eben
an die Zarenuniformen erinnern", sagt Ollenhauer-Ries. Andreas Rose hat
außerdem Anleihen von Napoleons Feldkleidung in der neuen Mode beobachtet.
So bleiben Orden und Schulterklappen aus den Sommerkollektionen den
Winteroutfits erhalten und peppen auch schlichte Mäntel auf. Auch
aufgesetzte Taschen, Riegel, Gurtbänder und Blenden setzen neue Akzente. Die
Mäntel sind opulent verziert mit Lederapplikationen, Filzbesatz und
aufwendigen Schnallen oder Badges."
Selbst ein Pelzkragen ob echt oder aus Imitat darf es sein. Trotz aller
Aktionen von Tierschützern ist der Echtpelz wieder angesagt", fügt Moritz
von Bülow hinzu. Wichtig ist, dass man auf gute Materialien achtet", rät
Andreas Rose. Weiblich geht es bei den meisten Designern zu. Entweder sind
es weit schwingende Prinzessinnenmäntel oder schlichte, schmal geschnittene
Stücke, die oft sehr puristisch auch mit verdeckter Knopfleiste daher kommen",
sagt der Imageberater. Ob dazu dann noch ein Gürtel getragen wird, könne
jede Frau selbst entscheiden.
Die meisten Modelle sind aber ohnehin stark tailliert", gibt von Bülow zu
bedenken. Ausnahme seien allerdings die Capes, die ihr Comeback in
verschiedenen Formen feiern. Manche kommen in feinem Stoff à la Audrey
Hepburn daher, andere sind mit Karos gemustert im Stil von Miss Marple.
Karos - ob englisch oder schottisch, in Brauntönen oder mit Grün - sind
ohnehin ein großes Thema im kommenden Winter. Ansonsten sind die Farben
der Jahreszeit angemessen gedeckt.
Es
muss aber nicht immer Schwarz sein", sagt Stylistin Maria Hans aus Hamburg.
Viele Mäntel und Jacken sind auch in Braun und Beigetönen, in Grau und
Grüntönen gehalten außerdem spielen gedämpftes Rot sowie Messing und Gold
eine große Rolle. Insgesamt werden die Mäntel kürzer. Bei allen modischen
Trends bleiben aber auch die Klassiker wie Trenchcoat, Dufflecoat und
Daunenjacken en vogue sie sind jedoch mit kleinen Details neu gestaltet.
Gerade die Daunenjacken gibt es in allen möglichen Längen, Ausführungen und
Steppungen - und die sind fast immer sehr trendy", sagt Hans.
Und auch wenn die Modeexperten einen Mantelwinter" vorhersagen, warten die
Kollektionen doch mit einigen Jackenmodellen auf. Kurze Blousons sind wieder
angesagt", hat Rose bei den großen Schauen beobachtet. Im sportiven Bereich
setzen die Hersteller auf Funktionalität - aber nicht, ohne modische Details
zu integrieren. Innenfutter sind ausknöpfbar oder mit Reisverschluss, und
die Kapuze ist ein Muss", sagt Ollenhauer-Ries. Zudem standen
Feuerwehrjacken für viele Modelle Pate. Männer haben es bei der Mantelmode
im kommenden Winter leichter: Der Kurzmantel bis kurz über das Knie bleibt",
sagt Moritz von Bülow. Der sei in der Regel schmal, aber dennoch bequem
geschnitten, habe weiche, runde Schultern und sei meist in den klassischen
Farben Schwarz und Braun zu haben. Das Kastige hat keine Chance", sagt er
voraus. Und für die Mutigen halten die Designern auch Mäntel im Schottenkaro
bereit. |