26 July, 2010

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Im Winter kommt es auf die Details an

Die aktuellen Mäntel sind aus weichen Stoffen und mit großen Knöpfen versehen.

Von Britta Schmeis

Frankfurt/Main (dpa) - Bei wenigen Kleidungsstücken werden Trends so dezent sichtbar wie bei Mänteln und Jacken. Die meisten tragen sie mehrere Saisons. Daher gibt es immer Klassiker, die über Jahre hinweg angesagt sind", so Modeberater Andreas Rose aus Frankfurt.

Dennoch fristen Mäntel und Jacken kein modisches Schattendasein. Es kommt aber auf die kleinen Details an. Die A-Linie ist bei Mänteln und Jacken wieder schwer im Kommen", sagt Moritz von Bülow, Organisator der Modemesse München. Oft seien sie mit großen Knöpfen ausgestattet und aus weichen, fließenden Stoffen hergestellt. Die Silhouette ist weit schwingend. Das passt prima zu den schmalen Hosen und Röcken im Winter", beschreibt Claudia Ollenhauer-Ries vom Verband Deutscher Mode- und Textildesigner (VDMD) in Würzburg den Trend, der an die fünfziger und sechziger Jahre erinnert.

Überhaupt haben sich die Designer von der Geschichte inspirieren lassen. Die Modemesse CPD in Düsseldorf definierte in diesem Jahr gleich mehrere historische Themen in den aktuellen Damenkollektionen - darunter zum Beispiel St. Petersburg 1900" mit zaristischen Uniformen. Daneben sei aber auch der zeitgemäße Worker- und Pilotenlook weiter im Trend.

Die Designer spielen stark mit den Kragen - zum Beispiel stehende, die eben an die Zarenuniformen erinnern", sagt Ollenhauer-Ries. Andreas Rose hat außerdem Anleihen von Napoleons Feldkleidung in der neuen Mode beobachtet. So bleiben Orden und Schulterklappen aus den Sommerkollektionen den Winteroutfits erhalten und peppen auch schlichte Mäntel auf. Auch aufgesetzte Taschen, Riegel, Gurtbänder und Blenden setzen neue Akzente. Die Mäntel sind opulent verziert mit Lederapplikationen, Filzbesatz und aufwendigen Schnallen oder Badges."

Selbst ein Pelzkragen ­ ob echt oder aus Imitat ­ darf es sein. Trotz aller Aktionen von Tierschützern ist der Echtpelz wieder angesagt", fügt Moritz von Bülow hinzu. Wichtig ist, dass man auf gute Materialien achtet", rät Andreas Rose. Weiblich geht es bei den meisten Designern zu. Entweder sind es weit schwingende Prinzessinnenmäntel oder schlichte, schmal geschnittene Stücke, die oft sehr puristisch auch mit verdeckter Knopfleiste daher kommen", sagt der Imageberater. Ob dazu dann noch ein Gürtel getragen wird, könne jede Frau selbst entscheiden.

Die meisten Modelle sind aber ohnehin stark tailliert", gibt von Bülow zu bedenken. Ausnahme seien allerdings die Capes, die ihr Comeback in verschiedenen Formen feiern. Manche kommen in feinem Stoff à la Audrey Hepburn daher, andere sind mit Karos gemustert im Stil von Miss Marple. Karos - ob englisch oder schottisch, in Brauntönen oder mit Grün - sind ohnehin ein großes Thema im kommenden Winter. Ansonsten sind die Farben ­ der Jahreszeit angemessen ­ gedeckt.

Es muss aber nicht immer Schwarz sein", sagt Stylistin Maria Hans aus Hamburg. Viele Mäntel und Jacken sind auch in Braun und Beigetönen, in Grau und Grüntönen gehalten ­ außerdem spielen gedämpftes Rot sowie Messing und Gold eine große Rolle. Insgesamt werden die Mäntel kürzer. Bei allen modischen Trends bleiben aber auch die Klassiker wie Trenchcoat, Dufflecoat und Daunenjacken en vogue ­ sie sind jedoch mit kleinen Details neu gestaltet. Gerade die Daunenjacken gibt es in allen möglichen Längen, Ausführungen und Steppungen - und die sind fast immer sehr trendy", sagt Hans.

Und auch wenn die Modeexperten einen Mantelwinter" vorhersagen, warten die Kollektionen doch mit einigen Jackenmodellen auf. Kurze Blousons sind wieder angesagt", hat Rose bei den großen Schauen beobachtet. Im sportiven Bereich setzen die Hersteller auf Funktionalität - aber nicht, ohne modische Details zu integrieren. Innenfutter sind ausknöpfbar oder mit Reisverschluss, und die Kapuze ist ein Muss", sagt Ollenhauer-Ries. Zudem standen Feuerwehrjacken für viele Modelle Pate. Männer haben es bei der Mantelmode im kommenden Winter leichter: Der Kurzmantel bis kurz über das Knie bleibt", sagt Moritz von Bülow. Der sei in der Regel schmal, aber dennoch bequem geschnitten, habe weiche, runde Schultern und sei meist in den klassischen Farben Schwarz und Braun zu haben. Das Kastige hat keine Chance", sagt er voraus. Und für die Mutigen halten die Designern auch Mäntel im Schottenkaro bereit.

 

 

Last modified on:01/14/2008

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