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Berlin (dpa) - Die Deutsche Oper
Berlin will die aus Furcht vor islamistischen Terroranschlägen abgesetzte
Mozart-Oper Idomeneo" noch vor Jahresende zwei Mal aufführen.
Darauf hat sich die Intendantin Kirsten Harms mit der Senatsverwaltung und
der Stiftung Oper geeinigt. Termine wurden zunächst nicht mitgeteilt.
Harms hatte die Wiederaufnahme von Idomeneo" in der Inszenierung von Hans
Neuenfels Ende September vom November-Spielplan gestrichen, weil die
Berliner Sicherheitsbehörden intern vor möglichen Anschlägen gewarnt hatten.
In der letzten Szene sind die abgeschlagenen Häupter von Jesus, Buddha,
Mohammed und Poseidon zu sehen.
Der Staatsminister für Kultur und Medien im Kanzleramt, Bernd Neumann,
begrüßte die geplante Wiederaufnahme ausdrücklich. Der
CDU-Bundestagsabgeordnete sagte: Bei mehr Fingerspitzengefühl hätte man den
durch die Absetzung verursachten Ansehensverlust für die Deutsche Oper
vermeiden können."
Nach internationalen Protesten und empörten Warnungen vor einer unnötigen
Beschneidung der Kunstfreiheit legte das Landeskriminalamt jetzt eine neue
Gefahrenanalyse vor. Darin heißt es: Eine konkrete Gefährdung der Deutschen
Oper oder der Mitwirkenden wird zurzeit nicht gesehen."
Gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt sei man zu dem Ergebnis gekommen, dass
gefährdende Ereignisse rund um die Aufführung eher unwahrscheinlich" seien.
Die Entwicklung der Gefährdungslage werde aber weiter analysiert.
Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte die Absetzung als unnötige Schere
im Kopf" kritisiert. Harms hatte zur Erklärung berichtet, Innensenator
Ehrhart Körting habe sie im Vorfeld persönlich angerufen und mitgeteilt,
dass seine Behörde keinerlei Sicherheit" garantieren könne. Anschließend
musste Körting einräumen, es habe Versäumnisse" bei der Kommunikation
gegeben.
Berlins Kultursenator Thomas Flierl begrüßte ebenfalls die beabsichtige
Wiederaufnahme. In der Diskussion habe er stets betont, dass die notwendige
Selbstverständigung der Berliner Stadtgesellschaft über das hohe Gut der
Kunstfreiheit in Zeiten möglicher wie realer terroristischer Bedrohung nur
dann glaubhaft, überzeugend und nachhaltig sein wird, wenn sie im Angesicht
der Neuenfels-Inszenierung stattfindet".
Ende September hatte Innenminister Wolfgang Schäuble nach Abschluss der
ersten Islam-Konferenz erklärt, alle Konferenzteilnehmer wollten sich die
Inszenierung im Fall einer Wiederaufnahme gemeinsam anschauen. Der
Vorsitzende des Islamrats, Ali Kizilkaya, widersprach jedoch umgehend. Für
mich ist es nicht zumutbar, eine Szene anzusehen, in der dem Propheten der
Kopf abgeschlagen wird", sagte er in einem Interview mit der dpa. |