05 August, 2008

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Steigende Energiepreise: Der Holzklau geht um

Diebe kommen mit Motorsägen in die Wälder - Nachfrage nach Brennmaterial nimmt zu

Sittensen/Braunschweig (dpa) - Steigende Energiekosten treiben die Nachfrage nach Brennholz in die Höhe. Aber nicht nur ehrliche Käufer greifen vermehrt zu dem nachwachsenden Rohstoff. Auch Holzdiebe langen in einigen Wäldern der 26 Forstämter des Landes Niedersachsen nach einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur immer häufiger zu.

Noch sind es Einzelfälle, aber die Zahl steigt", sagt der Sprecher der Niedersächsischen Landes-forsten in Braunschweig, Stefan Fenner. Besonders betroffen ist der Wald im Landkreis Rotenburg. Aber auch in den Wäldern der Forstämter Clausthal im Harz und Ankum (Kreis Osnabrück) geht vermehrt der Holzklau um.

In den letzten Wochen hatten wir sechs Diebstähle. Die Holzklauer kommen sogar mit Motorsägen in den Wald und sägen dicke Buchen um. Das müssen Profis sein", klagt Forstamtmann Stefan Schulz vom Forstamt Sittensen/Zeven (Kreis Rotenburg). Wir können aber unmöglich alles überwachen." Schulz hofft, daß die Polizei verstärkt Patrouille in den Wäldern fährt, um abzuschrecken und den einen oder anderen Holzdieb zu erwischen. Erst vor wenigen Tagen hatte die Polizei Rotenburg einen Autofahrer in Bremervörde-Elm beim Einladen von drei Raummeter Eichenholz ertappt. Holzklau ist kein Kavaliersdelikt, es ist eine Straftat", betonen Förster und Polizei.

Nach Angaben von Forst-oberinspektor Siegfried Rakowitz vom Forstamt Harsefeld im Kreis Stade ist bei den Dieben vor allem Holz beliebt, das von Privatleuten geschlagen und aufgeschichtet wurde. Früher haben die Käufer ihr Holz manchmal wochenlang im Wald gelagert - das ist heute nicht mehr möglich." Forstamtsleiter Bernd Schwietert vom Forstamt Ankum sieht es genauso: Gerade am Wegesrand aufgestapeltes Kleinholz scheint sehr einladend für Diebe zu sein." Kleinere Holzdiebstähle gehörten mittlerweile zur Tagesordnung.

Einen großen Bogen machen Holzdiebe bislang um den Deister. Uns sind keine Brennholz-Diebstähle bekannt", sagt Günther Raschke, Sprecher des für den Großen und Kleinen Deister zuständigen Forstamtes Saupark in Springe. Und auch in Bispingen (Kreis Soltau-Fallingbostel) sind bislang keine größeren Verluste aufgefallen.

Der materielle Schaden für die Landesforsten sei recht gering und könne nicht beziffert werden, sagt Oberförster Fenner. Oft seien Privatkunden die Opfer, die das Holz zuvor in einem der Forstämter bezahlt und es dann im Wald gefällt und zerhackt haben. Das ist schon ärgerlich, wenn jemand seine Wochenenden mit Holzsägen verbringt, und dann wird es gestohlen", sagt Fenner.

70000 Tonnen Brennholz haben die Landesforsten 2005 verkauft. Fertig gerodet und zu drei Meter langen Stämmen gesägt kostet der Kubikmeter rund 40 Euro.

Die Nachfrage ist in jüngster Zeit um 30 bis 40 Prozent gestiegen. Wir sind schlicht ausverkauft, das hat es noch nie gegeben", sagt Rakowitz. Holz habe sich als alternative Energiequelle mittlerweile herumgesprochen:

Wer heute ein Haus baut, baut auch einen Kamin ein." Auch in Ankum heißt es: Wir kommen kaum hinterher, die Nachfrage zu decken. Es gibt bereits Wartelisten für Kaminholz."

 

 

Last modified on:01/14/2008

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