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Sittensen/Braunschweig (dpa) -
Steigende Energiekosten treiben die Nachfrage nach Brennholz in die Höhe.
Aber nicht nur ehrliche Käufer greifen vermehrt zu dem nachwachsenden
Rohstoff. Auch Holzdiebe langen in einigen Wäldern der 26 Forstämter des
Landes Niedersachsen nach einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur immer
häufiger zu.
Noch sind es Einzelfälle, aber die Zahl steigt", sagt der Sprecher der
Niedersächsischen Landes-forsten in Braunschweig, Stefan Fenner. Besonders
betroffen ist der Wald im Landkreis Rotenburg. Aber auch in den Wäldern der
Forstämter Clausthal im Harz und Ankum (Kreis Osnabrück) geht vermehrt der
Holzklau um.
In
den letzten Wochen hatten wir sechs Diebstähle. Die Holzklauer kommen sogar
mit Motorsägen in den Wald und sägen dicke Buchen um. Das müssen Profis sein",
klagt Forstamtmann Stefan Schulz vom Forstamt Sittensen/Zeven (Kreis
Rotenburg). Wir können aber unmöglich alles überwachen." Schulz hofft, daß
die Polizei verstärkt Patrouille in den Wäldern fährt, um abzuschrecken und
den einen oder anderen Holzdieb zu erwischen. Erst vor wenigen Tagen hatte
die Polizei Rotenburg einen Autofahrer in Bremervörde-Elm beim Einladen von
drei Raummeter Eichenholz ertappt. Holzklau ist kein Kavaliersdelikt, es ist
eine Straftat", betonen Förster und Polizei.
Nach Angaben von Forst-oberinspektor Siegfried Rakowitz vom Forstamt
Harsefeld im Kreis Stade ist bei den Dieben vor allem Holz beliebt, das von
Privatleuten geschlagen und aufgeschichtet wurde. Früher haben die Käufer
ihr Holz manchmal wochenlang im Wald gelagert - das ist heute nicht mehr
möglich." Forstamtsleiter Bernd Schwietert vom Forstamt Ankum sieht es
genauso: Gerade am Wegesrand aufgestapeltes Kleinholz scheint sehr einladend
für Diebe zu sein." Kleinere Holzdiebstähle gehörten mittlerweile zur
Tagesordnung.
Einen großen Bogen machen Holzdiebe bislang um den Deister. Uns sind keine
Brennholz-Diebstähle bekannt", sagt Günther Raschke, Sprecher des für den
Großen und Kleinen Deister zuständigen Forstamtes Saupark in Springe. Und
auch in Bispingen (Kreis Soltau-Fallingbostel) sind bislang keine größeren
Verluste aufgefallen.
Der materielle Schaden für die Landesforsten sei recht gering und könne
nicht beziffert werden, sagt Oberförster Fenner. Oft seien Privatkunden die
Opfer, die das Holz zuvor in einem der Forstämter bezahlt und es dann im
Wald gefällt und zerhackt haben. Das ist schon ärgerlich, wenn jemand seine
Wochenenden mit Holzsägen verbringt, und dann wird es gestohlen", sagt
Fenner.
70000 Tonnen Brennholz haben die Landesforsten 2005 verkauft. Fertig gerodet
und zu drei Meter langen Stämmen gesägt kostet der Kubikmeter rund 40 Euro.
Die Nachfrage ist in jüngster Zeit um 30 bis 40 Prozent gestiegen. Wir sind
schlicht ausverkauft, das hat es noch nie gegeben", sagt Rakowitz. Holz habe
sich als alternative Energiequelle mittlerweile herumgesprochen:
Wer heute ein Haus baut, baut auch einen Kamin ein." Auch in Ankum heißt es:
Wir kommen kaum hinterher, die Nachfrage zu decken. Es gibt bereits
Wartelisten für Kaminholz." |