30 June, 2008

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Hockey-Asse bleiben nach 4:3-Krimi Weltmeister

Die deutsche Hockeynationalmannschaft wirft den Trainer Bernhard Peters nach dem 4:3 Sieg über Australien durch die Luft.

Mönchengladbach (dpa) - Deutschlands Hockey-Asse bleiben nach einem nervenaufreibenden Krimi die Nummer 1 in der Hockey-Welt und haben dem scheidenden Erfolgscoach Bernhard Peters mit der WM- Titelverteidigung das allerschönste Abschieds-Geschenk bereitet. In einer dramatischen Neuauflage des Weltmeisterschafts-Finales von 2002 setzte sich die verjüngte Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) am Sonntag in Mönchengladbach dank einer phänomenalen Aufholjagd mit 4:3 (1:2) gegen Olympiasieger Australien durch und verteidigte damit ihren vor vier Jahren in Malaysia erstmals gewonnenen Titel. Um 17.05 Uhr stemmte Kapitän Timo Weß die begehrte WM-Trophäe in die Höhe.

Das war einfach nur genial, wie meine Jungs dieses Spiel mit ihrem eisernen Willen noch umgebogen haben", meinte der glückliche Bundestrainer Peters mit heiserer Stimme. Wir haben Geschlossenheit und Mut bewiesen, der Sieg befriedigt mich zutiefst", betonte Peters, der als erster Hockey-Coach den WM-Titel verteidigen konnte. Er sei nun nicht traurig, dass er beim DHB aufhört, einfach nur glücklich. Das habe ich erträumt, mit so einer jungen Truppe zu gewinnen", sagte Peters. Er kündigte eine heftige und ausgiebige Feier" an.

Ich habe immer an uns geglaubt und war auch nach dem 1:3 vom Sieg überzeugt, weil der unbändige Wille da war", sagte Matchwinner Christopher Zeller. Torhüter Uli Bubolz dankte vor allem den Fans für ihre tolle Unterstützung: Nach unserem zweiten Tor sind die Zuschauer total durchgedreht." Und Florian Kunz, Weltmeister von 2002, sagte zu der schier unglaublichen Berg - und Talfahrt: Wer so ein Spiel dreht, hat es auch verdient, Weltmeister zu sein."

Vor 12 000 begeisterten Zuschauern im erneut ausverkauften HockeyPark erzielten der überragende Christopher Zeller (18./54.) sowie Moritz Fürste (46.) und Björn Emmerling (49.) die frenetisch bejubelten Tore für die deutsche Mannschaft, die nach dem Abpfiff mit Peters und allen Betreuern einige Ehrenrunden drehte. Für Australien trafen Mark Knowles (19.), Matthew Naylor (26.) und Troy Elder (38.). Platz drei belegte Europameister Spanien durch ein 3:2 (2:2, 1:0) dank Pol Amats Golden Goal (71.) im kleinen Finale" über Südkorea.

Mit noch sieben Champions von 2002 nahm die wieder enthusiastisch angefeuerte deutsche Mannschaft sofort den Kampf mit den athletischen Australiern an. Die Gäste mussten eine herbe Schwächung verkraften, denn ihr Topstar Jamie Dwyer fehlte ausgerechnet im WM-Finale wegen einer Oberschenkelblessur. Die Peters-Truppe verschaffte sich anfangs Vorteile und kam durch Zellers siebtes Turnier-Tor zur umjubelten Führung.

Der U23-Welthockeyspieler des Jahres blieb nach einem Solo vor Keeper Stephen Mowlam ganz cool. Die Freude währte aber nur kurz.

Denn Australien holte im Gegenzug die erste Strafecke heraus, die Knowles einschoss. Weß' Rettungsversuch scheiterte. Wie gegen Spanien im Halbfinale ließen die Gastgeber zu viele Strafecken des drängenden Gegners zu. Einmal konnte Torwart Uli Bubolz glänzend parieren, dann traf Naylor. Dabei sah der bisher so starke Bubolz nicht gut aus.

Nach Wiederbeginn sorgten die ungemein kampfstarken Aussies" für die vermeintliche Vorentscheidung, als Elder zum 1:3 abstaubte. Doch die Deutschen kamen zurück und machten mit einer ungeheuren Energie- Leistung und drei Treffern binnen acht Minuten durch Fürstes Stecher, Emmerlings spektakulären Heber per argentinischer Rückhand und Zellers achtes WM-Tor nach einem unwiderstehlichen Solo den Triumph perfekt. Auch, weil bei Georges Strafecke (66.) der Pfosten rettete.

Nicht nur wegen des WM-Coups sieht OK-Chef Joachim Hürter in der Heim-WM eine Werbe-Veranstaltung für den Hockey-Sport in Deutschland. Sie ist eine Bestätigung für den DHB und seine eingeschlagene Linie, das Premium-Produkt Hockey zu präsentieren." Nur so könne man neue Fans gewinnen. Fünf Mal war der HockeyPark ausverkauft, mit 100000 zahlenden Zuschauern wurde die Kalkulation klar übertroffen. Hürter erwartet daher eine schwarze Null" unter dem zwölftägigen Turnier.

Hockey-Weltmeisterschaft der Herren, Finale zwischen Australien - Deutschland in Mönchengladbach: Die deutschen Hockeyspieler, Sebastian Draguhn, Timo Wess, Jan Marco Montag und Matthias Witthaus (v.l) jubeln nach dem Schlusspfiff. Deutschland gewann im Finale gegen Australien mit 4:3.

 

 

Last modified on:01/14/2008

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