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Hockenheim (dpa) - Deutschlands Formel-1-Fans
müssen im nächsten Jahr wohl auf eines der beiden Rennen im eigenen Land
verzichten.
Die
Verantwortlichen des Hockenheimrings und des Nürburgrings erklärten
übereinstimmend, dass nach jüngsten Planungen 2007 nicht in Hockenheim
gefahren wird.
Es soll nur eine
Veranstaltung auf dem Nürburgring geben. 2008 wäre dann die Rennstrecke im
Nordbadischen, wo am Wochenende Schumacher seine Aufholjagd im WM-Kampf
gegen Fernando Alonso fortsetzen will, wiederum an der Reihe.
Wir gehen davon
aus, dass es 2007 hier kein Rennen gibt", sagte Hartmut Tesseraux, der
Sprecher der Hockenheimring GmbH, der dpa. Wir sind nach wie vor in
Verhandlungen und werden auch während des Wochenendes Gespräche mit Bernie
Ecclestone führen." Die Ergebnisse sollen nach dem zwölften
Weltmeisterschaftslauf mitgeteilt werden. Wir sind uns grundsätzlich einig,
dass wir alternieren", bestätigte Nürburgring-Geschäftsführer Walter Kafitz
der dpa.
Die Kosten würden
mehr steigen als die Einnahmen, begründete Kafitz die geplante Maßnahme.
Wenn man diese Verluste nur noch alle zwei Jahre hat, relativieren sie sich",
so der Geschäftsführer. Daher sind beide Betreiber auch Willens und bereit,
trotz laufender Verträge auf Rennen zu verzichten. Der Kontrakt zwischen
Formel-1-Boss Ecclestone, der weiter nach neuen lukrativen Märkten wie
Mexiko und Südkorea strebt, und dem Nürburgring endet 2009. Mit der
Hockenheimring GmbH läuft er ein Jahr früher aus.
Unterstützung
bekamen die Verantwortlichen der beiden Rennstrecken, auf denen insgesamt 65
Formel-1-Rennen bis dato ausgetragen wurden - 29 auf dem Hockenheimring, 36
auf dem Nürburgring - von BMW-Motorsportchef Mario Theissen. Aus Sicht eines
deutschen Automobilherstellers und der deutschen Fans sei es natürlich ein
schöner Luxus, zwei Grands Prix im eigenen Land zu haben. Das Potenzial
eines Rennens in China sei aber um Dimensionen größer als das eines weiteren
Grand Prix im Umkreis von 250 km", konstatierte er. Wenn selbst die Träger
und Veranstalter der beiden deutschen Grand Prix eine wechselnde Austragung
vorschlagen, dann unterstützen wir dies als wirtschaftlich vernünftige
Lösung."
Als vorbeugende
Maßnahme bei einem möglichen Karriereende von Zugpferd und Ferrari-Star
Schumacher wollte Kafitz die angestrebte Lösung nicht verstanden wissen. Das
hat keine Rolle gespielt, die Formel 1 ist eine eigenständige Marke", meinte
er.
Allerdings ließ
Schumachers jüngster Rekordsieg in Magny-Cours das Interesse am Großen Preis
von Deutschland mächtig steigen. Die Telefone standen nicht mehr still",
versicherte Tesseraux. Der Vorverkauf hat gewaltig angezogen." Die
Veranstalter gehen davon aus, dass am Rennsonntag wie im Vorjahr 103000
Besucher kommen. Wir hoffen, dass Schumacher am Samstag ein gutes Qualifying
fährt und der Ticketabsatz dann an den Tageskassen nochmals anzieht." |