03 December, 2008

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Viele Herzinfarkt-Patienten nehmen Alarmzeichen nicht ernst

Frankfurt/Main (dpa) ­ Viele Herzinfarkt-Patienten nehmen wichtige Alarmzeichen nicht ernst.

Jeder dritte Mensch mit einem Herzinfarkt stirbt, bevor er die rettende Klinik erreicht", sagte Prof. Hans-Joachim Trappe von der Deutschen Herzstiftung in Frankfurt.

Die Scheu, den Rettungswagen zu rufen , hat somit oft tödliche Folgen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden sind Herz-Kreislauf Erkrankungen in Deutschland nach wie vor Todesursache Nummer eins.

Im Jahr 2003 erlag fast jeder zweite Verstorbene einer solchen Erkrankung. Und an erster Stelle dieser Todesfälle stehen Infarkte", so Trappe. Dies könnte laut dem Kardiologen von der Universität Bochum anders sein, wenn mehr Menschen zwei einfache Botschaften beherzigen würden: Wenn Ihr Beschwerden habt, ruft 112. Und wenn ihr Risikofaktoren habt, lasst ein EKG und ein Belastungs-EKG machen."

Als Alarmzeichen gelten Schmerzen im Brustbereich, die länger als fünf Minuten dauern und in Arme, Schulter, Hals, Unterkiefer oder Oberbauch ausstrahlen können. Viele verspüren zudem Angst und Engegefühle oder Druck im Brustbereich." Zusätzlich können Atemnot, Übelkeit und Erbrechen vorkommen. Diese Symptome zeigen sich häufig bei Frauen und können dann auch ohne die typischen Schmerzen im Brustbereich auftreten.

Doch nach Trappes Erfahrungen werden die eigentlich eindeutigen Symptome oft verdrängt: Viele sagen: Das kann bei mir doch gar nicht sein." Andere genehmigten sich erst mal einen Schnaps oder legten sich aufs Sofa - in der Hoffnung, dass die Schmerzen von allein verschwinden. Manche hätten auch eine natürliche Scheu, den Krankenwagen zu rufen. Das alles ist natürlich grundfalsch".

Beim Herzinfarkt kommt es zum Verschluss eines Kranzgefäßes durch einen Blutpfropfen, erläutert Trappe. Dadurch können gefährliche Herzrhythmusstörungen entstehen, von Medizinern Kammerflimmern genannt. Bei Kammerflimmern verschlechtert sich die Prognose pro Minute um 10 Prozent. Der Patient hat also maximal acht bis zehn Minuten Zeit, den Infarkt zu überstehen." Deshalb sei Zögern fatal.

Einen Herzinfarkt kann Trappe zufolge jeder erleiden. Allerdings gibt es auch eindeutige Risikofaktoren: Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen, die sich etwa durch erhöhte Cholesterinwerte zeigen. Jeder, der Risikofaktoren hat, sollte sich durchchecken lassen", mahnt Trappe. Ein Elektrokardiogramm (EKG) in Ruhe und ein Belastungs-EKG seien schnell gemacht und in der Aussage treffsicher. Im Falle von bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen sei es besonders wichtig, seinen Körper untersuchen zu lassen, selbst wenn dieser scheinbar noch willig seine Dienste tut. Bei 50 Prozent aller Herztoten ist der Tod das erste Symptom", sagt Trappe.

 

 

Last modified on:01/14/2008

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