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Frankfurt/Main (dpa) Viele
Herzinfarkt-Patienten nehmen wichtige Alarmzeichen nicht ernst.
Jeder dritte Mensch mit einem Herzinfarkt stirbt, bevor er die rettende
Klinik erreicht", sagte Prof. Hans-Joachim Trappe von der Deutschen
Herzstiftung in Frankfurt.
Die Scheu, den Rettungswagen zu rufen , hat somit oft tödliche Folgen. Nach
Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden sind Herz-Kreislauf
Erkrankungen in Deutschland nach wie vor Todesursache Nummer eins.
Im
Jahr 2003 erlag fast jeder zweite Verstorbene einer solchen Erkrankung. Und
an erster Stelle dieser Todesfälle stehen Infarkte", so Trappe. Dies könnte
laut dem Kardiologen von der Universität Bochum anders sein, wenn mehr
Menschen zwei einfache Botschaften beherzigen würden: Wenn Ihr Beschwerden
habt, ruft 112. Und wenn ihr Risikofaktoren habt, lasst ein EKG und ein
Belastungs-EKG machen."
Als Alarmzeichen gelten Schmerzen im Brustbereich, die länger als fünf
Minuten dauern und in Arme, Schulter, Hals, Unterkiefer oder Oberbauch
ausstrahlen können. Viele verspüren zudem Angst und Engegefühle oder Druck
im Brustbereich." Zusätzlich können Atemnot, Übelkeit und Erbrechen
vorkommen. Diese Symptome zeigen sich häufig bei Frauen und können dann auch
ohne die typischen Schmerzen im Brustbereich auftreten.
Doch nach Trappes Erfahrungen werden die eigentlich eindeutigen Symptome oft
verdrängt: Viele sagen: Das kann bei mir doch gar nicht sein." Andere
genehmigten sich erst mal einen Schnaps oder legten sich aufs Sofa - in der
Hoffnung, dass die Schmerzen von allein verschwinden. Manche hätten auch
eine natürliche Scheu, den Krankenwagen zu rufen. Das alles ist natürlich
grundfalsch".
Beim Herzinfarkt kommt es zum Verschluss eines Kranzgefäßes durch einen
Blutpfropfen, erläutert Trappe. Dadurch können gefährliche
Herzrhythmusstörungen entstehen, von Medizinern Kammerflimmern genannt. Bei
Kammerflimmern verschlechtert sich die Prognose pro Minute um 10 Prozent.
Der Patient hat also maximal acht bis zehn Minuten Zeit, den Infarkt zu
überstehen." Deshalb sei Zögern fatal.
Einen Herzinfarkt kann Trappe zufolge jeder erleiden. Allerdings gibt es
auch eindeutige Risikofaktoren: Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes und
Fettstoffwechselstörungen, die sich etwa durch erhöhte Cholesterinwerte
zeigen. Jeder, der Risikofaktoren hat, sollte sich durchchecken lassen",
mahnt Trappe. Ein Elektrokardiogramm (EKG) in Ruhe und ein Belastungs-EKG
seien schnell gemacht und in der Aussage treffsicher. Im Falle von
bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen sei es besonders wichtig, seinen
Körper untersuchen zu lassen, selbst wenn dieser scheinbar noch willig seine
Dienste tut. Bei 50 Prozent aller Herztoten ist der Tod das erste Symptom",
sagt Trappe. |