26 August, 2008

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Lässiger Großstadt-Schick bestimmt die Herbstmode

Zu den Inspirationsquellen gehört die Band Franz Ferdinand: Die gehen mit Hemd, Krawatte und Nadelstreifenanzug auf die Bühne".

Berlin/München (dpa) - Anleihen aus Looks europäischer Metropolen erobern im Herbst die Mode.Der Kleidungsstil der britischen Rockband prägt die Herrenmode in diesem Herbst. Inspiriert hat die Designer vor allem das neue Bekenntnis der Jugendkultur zu klassischen Outfits.

So prägen britische Rockbands im Dandylook seit zwei Jahren die Charts - und ihre Mischung aus britischem Understatement, feinem Zwirn und lässiger Rock-Attitüde hat nun auch die Modemacher gefangen genommen. Edle Materialien und coole Pose dominieren bei den Herren. Bei den Damen kehrt der elegante Paris-Look zurück auf die Bühne.

Zu den Inspirationsquellen gehört die Band Franz Ferdinand: Die gehen mit Hemd, Krawatte und Nadelstreifenanzug auf die Bühne", sagt Elke Giese vom Deutschen Modeinstitut (DMI) in Berlin. Insgesamt seien die neuen Kollektionen großstädtisch, intellektuell und von Distanz geprägt". Klassische Stücke in edler Qualität werden dabei lässig und sportiv getragen.

Den Rock 'n' Roll als Einfluss auf die Mode der kommenden Saison hat auch Stilberater Georg Stiels aus München ausgemacht. Schmale Silhouetten, Lederjacke zu enger Anzughose, smarte Erscheinungen" seien zuletzt auf den Laufstegen der großen Häuser zu beobachten gewesen. Die Formen seien konturiert und erinnerten an die Achtziger.

Eine Kollektion metropolen-inspirierter Looks hat H & M in Hamburg aufgelegt. Berlin" steht darin etwa für den punkigen Stil der Waver. Ankle Boots bei den Damen oder schmale Sakkos bei den Herren gemahnen an die frühen Achtziger. Rau, jugendlich und provokant, dabei aber elegant", beschreibt Sprecher Mathias Geduhn die Strömung.

Auch Stefanel hat dem London Brit Cool" eine Linie gewidmet. Mit Punk- und Dandy-Referenzen bezieht sich der Aristo-Punk"-Look laut dem Unternehmen mit Sitz in Hamburg auf den Mythos der King's Road in London. Mango setzt auf einen City-Look der achtziger Jahre" und bei der S.Oliver-Marke comma aus Rottendorf (Bayern) taucht der Ausdruck Brit Chic" auf. Egal von welcher Marke: Zum britisch inspirierten Schick zählen laut Stiels Karos in allen Größen, Farben und Formen.

Pate für eine andere Strömung stand der Paris-Chic der Vierziger und Fünfziger. Viele Marken haben Anleihen davon aufgenommen. Kurze, taillierte Jacken, gerade Schultern und etwas sehr Feminines" - so beschreibt den Look Uwe Janssen, Professor für Modedesign an der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin.

Neben Lässigem bringt der Großstadt-Schick auch Luxuriöses hervor. Ich muss bei der aktuellen Mode immer an Audrey Hepburn denken, die ganz in Givenchy gekleidet durch New York spaziert", sagt Janssen. Überhaupt gebe es einen Trend zum Edleren": Man beschränkt sich wieder auf Werte - und die Ausrichtung wird dabei deutlich ruhiger. Das Überdekorierte und Farbige der vergangenen Saisons ist vorbei." Dennoch spielt ein Ton die Hauptrolle: Ein dunkles, blaustichiges violett, Prune oder Mauve genannt, ist laut Elke Giese die Farbe der Saison. Auch Royalblau und Schwarz-Weiß-Kontraste haben die Designer oft eingesetzt. Maßgeblich ist laut sagt Dietrich Metzger vom Verband deutscher Mode- und Textil-Designer (VDMD) in Würzburg ein cleaner", reduzierter Look und ein Trend zu den Nichtfarben": Schwarz sei das prägende Element. Nur als Kontrast und zur Betonung von Luxus werden matte Goldtöne, Kupfer, Nickel und starkes Rot eingesetzt.

 

 

Last modified on:01/14/2008

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