26 August, 2008

153rd YEAR - THE AMERICAN NEWSPAPER WRITTEN IN THE GERMAN LANGUAGE

Stand vom Montag

1 US $ = 0,6822  Euro

1 Euro = 1,4658 US $

Contact Us

Home/Start

Store

Newsstands

 

Sections

Ads/Anzeigen

Archives/Archiv

National Ad Rates

 

Deutsche

Churches/Kirchen

Clubs/Vereine

Radiostationen

 

Fußball

WM 2006

Links

 

Services

Internship/Praktikum

Subscribe

Purchase 150th Anniversary Issue

Address Change

 

 

Hartz IV führte zu Boom bei Ich-AGs

Berlin (dpa) - Die Nürnberger Bundesagentur für Arbeit (BA) benötigt in Folge der Hartz-IV-Reform in diesem Jahr 1,15 Milliarden Euro mehr als geplant. Bei den so genannten Ich-AGs und beim Überbrückungsgeld würden durch Mitnahmeeffekte Mehrkosten in dieser Höhe entstehen, sagte ein BA-Sprecher.

Demnach sollen für die Ich-AGs 750 Millionen Euro nachbeantragt werden, womit die Ausgaben auf 1,45 Milliarden Euro und damit doppelt soviel wie eingeplant steigen. Beim Überbrückungsgeld fehlen 400 Millionen Euro. Im Verwaltungsrat der BA wächst unterdessen die Kritik an der Reform. Der Arbeitgebervertreter Peter Clever griff vor allem die Jobcenter an.

Nach den Worten des BA-Sprechers sind die Mehrkosten alleine auf die Einführung des Arbeitslosengelds II zum Jahresbeginn zurückzuführen. Im Dezember und Januar hätten tausende Arbeitslosenhilfeempfänger, die als Empfänger des Arbeitslosengeld II nicht mehr anspruchsberechtigt gewesen wären, in letzter Minute noch einen Antrag auf einen Zuschuss zur Ich-AG gestellt. Im Dezember sei die Zahl der Anträge auf mehr als 20.000, im Januar auf mehr als 25.000 hochgeschnellt. Mittlerweile hab sich die Zahl der Anträge aber wieder eingependelt; im Mai 5000 Anträge auf Zuschuss zu einer Ich-AG eingegangen.

Wie der BA-Sprecher sagte, musste die Behörde an die Antragssteller zahlen, da es sich bei dem Zuschuss um eine Pflichtleistung handle. Ähnlich sei es beim Überbrückungsgeld, wo statt der geplanten 1,65 Milliarden Euro nun 2,05 Milliarden Euro veranschlagt werden. Nach einem Bericht der Berliner Zeitung" (Donnerstagsausgabe) ist noch unklar, wo das Geld herkommen soll. Entweder sollten die Mehrkosten durch weitere Einsparungen bei anderen Arbeitsmarktinstrumenten oder aber durch Mittel des Bundes finanziert werden.

Clever, der stellvertretender Vorsitzender des BA-Verwaltungsrats ist, bezeichnete unterdessen die Jobcenter als die organisierte Verantwortungslosigkeit". In der Zeitung Die Welt" bemängelte er Kompetenzstreitigkeiten in den aus den Arbeitsagenturen und Kommunen zusammengesetzten Arbeitsgemeinschaften, die die Jobcenter betreuen. Wir müssen klare Verantwortlichkeiten schaffen, und zwar eindeutig bei der Kommune", forderte der BA-Verwaltungsratsvize. Diese könnten dann bestimmte Aufgaben - etwa die überregionale Vermittlung oder Qualifizierungsmaßnahmen - gegen Geld an private Vermittler oder aber an die Arbeitsagenturen übertragen.

Vor Clever hatte bereits die Verwaltungsrats-Vorsitzende und stellvertretende DGB-Vorsitzende Ursula Engelen-Kefer Kritik an den Jobcentern geübt und von einem grundlegenden Konstruktionsfehler gesprochen. Die Arbeitsgemeinschaften sind aus dem Kompromiss zwischen SPD und Union im Vermittlungsausschuss zu Hartz IV entstanden. Während die SPD die Verantwortung für die Betreuung der Arbeitslosen bei den Arbeitsagenturen lassen wollte, wollte sie die Union den Kommunen übertragen. In Folge des Kompromisses gibt es neben den Arbeitsgemeinschaften 69 Kommunen, die die Betreuung der Arbeitslosen selbst in die Hand genommen haben.

Die Nürnberger Bundesagentur für Arbeit (BA) benötigt in Folge der Hartz-IV-Reform in diesem Jahr 1,15 Milliarden Euro mehr als geplant.

 

 

Last modified on:01/14/2008

GACCMI

           
About us Affiliations   Webmaster  

`

© 1996-2008 Nordamerikanische Wochen-Post. All rights reserved.