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Hanau (dpa) - Schwarzer Umhang und schwarzer Hut sowie eine klare,
laute Stimme sind die Kennzeichen des Hanauer Stadtausrufers: Vom 4. Juni an
wird er jeden Samstag von 11 bis 12 Uhr auf dem Hanauer Marktplatz von
seinem Podium aus Klatsch, Tratsch und Neuigkeiten verbreiten. Von
Liebesschwüren bis zur Beschimpfung der Nachbarn wird alles verlesen", sagte
Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) am Donnerstag bei der
Vorstellung des nach seinen Worten deutschlandweit einzigartigen Projekts.
Es ist zunächst mal bis zum 6. August befristet.
Im
Café Central wird eigens ein zentraler Briefkasten eingerichtet, in dem die
Hanauer ihre abgefassten Neuigkeiten in einem Umschlag deponieren können.
Jede Nachricht ist allerdings nicht erlaubt. Sexistische, rassistische und
extremistische Botschaften wird der Stadtausrufer sicher nicht verlesen",
betonte Kaminsky. Regularien gibt es auch für die Nachrichten, die in den
Briefkasten eingeworfen werden, den der Ausrufer jeden Freitag um 12 Uhr
mittags leert: Länger als eine DIN A4-Seite darf die Botschaft nicht sein",
sagte der Stadtausrufer, der anonym bleibt.
Diese Seite dürfe zwar eng per Hand oder maschinell beschrieben sein, aber
ich will keine Romane verlesen". Zudem bittet er darum, den Obolus von 50
Cent - so viel kostet das Verlesen einer Nachricht - gleich mit in den
Umschlag zu stecken. Ob Entrümpelungen, Hochzeiten, eine Geburt oder
Nachrichten an die Stadtoberen - der Ausrufer verliest sie alle. Hanauisch,
hessisch, hochdeutsch oder englisch - wenn's sein muss, singe ich auch ein
Liedchen", sagt er.
Die Nachrichtenschreiber können über ihn auch in einen Dialog treten. Manche
Nachrichten kann man ja nicht unbeantwortet lassen." Die Idee für den neuen
Herald haben die Kulturschaffenden der 90 000- Einwohner-Stadt dem
Kriminalroman Fliehe weit und schnell" von Fred Vargas entnommen. Da kommt
das ganze Viertel jeden Morgen am Pariser Montparnasse zusammen, um dem
Stadtausrufer zuzuhören", beschrieb Kaminsky die Idee. Jeder Vortrag ende
mit einer Wette darüber, ob Schiffsbesatzungen Unwetter überlebten. Auch von
dieser Idee haben sich die Hanauer leiten lassen.
Wir haben in den Stadtarchiven gewühlt und werden jeden Samstag das Wetter
von vor 100 Jahren vortragen", sagt Kulturmanager Klaus- Dieter Stork.
Vorher könnten die Zuhörer auf das historische Wetter tippen. Mehr Ideen
stammten aber nicht aus dem Roman, denn ein Krimi ende nie besonders
fröhlich, sagte der Oberbürgermeister. Da steigen wir dann aus - Tote gibt
es bei uns nicht." |
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Schwarzer Umhang und schwarzer Hut sowie eine klare, laute Stimme sind die
Kennzeichen des Hanauer Stadtausrufers, dessen Name nicht genannt wird: Vom
4. Juni an wird er jeden Samstag von 11 bis 12 Uhr auf dem Hanauer
Marktplatz von seinem Podium aus Klatsch, Tratsch und Neuigkeiten verbreiten. |