15 July, 2008

153rd YEAR - THE AMERICAN NEWSPAPER WRITTEN IN THE GERMAN LANGUAGE

Stand vom Montag

1 US $ = 0,6285  Euro

1 Euro = 1,5914 US $

Contact Us

Home/Start

Store

Newsstands

 

Sections

Ads/Anzeigen

Archives/Archiv

National Ad Rates

 

Deutsche

Churches/Kirchen

Clubs/Vereine

Radiostationen

 

Fußball

WM 2006

Links

 

Services

Internship/Praktikum

Subscribe

Purchase 150th Anniversary Issue

Address Change

 

 

Griechenland: Die kleinen Schönheiten von Chalki

Von Carina Frey

Emporio (dpa) - Der Weg nach Chalki wird von dampfendem, zuckersüßem griechischen Kaffee begleitet. Zwar gibt es für Touristen auch Instantkaffee, aber die sind auf der Fähre eher selten zu sehen.

Nur wenige Besucher verirren sich auf die kleine Insel westlich von Rhodos, die auf den ersten Blick einem kargen Steinhaufen gleicht. Doch genau darin liegt der Charme Chalkis, das einst ein Zentrum der Schwammtaucherei war. Noch heute leben hier viele Einheimische vom Fischfang.

Chalki ist klein - so klein, dass Takis Chrisoveris, der zweite Bürgermeister, jedem Besucher persönlich Guten Tag" sagen kann. Auf der 28 Quadratkilometer großen Ägäis-Insel wohnen 500 Menschen, hinzu kommen bis zu 700 Touristen. Es gibt 20 Lehrer für 34 Schüler, 15 Autos und ein Taxi. Das fährt Alevadros Tsouroutis, der früher als Fischer zur See fuhr und Besuchern heute mit Begeisterung seine Insel zeigt. Chalki ist die Insel des Friedens und der Freundschaft"", sagt er. Diesen Titel darf die Insel seit 1983 offiziell tragen.

Glanzstück ist Emporio, die Hafenstadt mit ihren weißen Häusern, die jedes Jahr vor Ostern frisch gekalkt werden. Emporio hat seinen ursprünglichen Charakter bewahrt, denn die alten Häuser dürfen nicht abgerissen werden. Direkt am Hafen reihen sich die Tavernen aneinander, nach Diskos und Touristenbars müssen Besucher lange suchen. Chalki zieht Touristen an, die Ruhe und Einsamkeit suchen. Vom Trubel vieler anderer griechischer Inseln ist nichts zu spüren.

Eine befestigte Straße führt von Emporio ins Landesinnere und zu den Ruinen der verlassenen Hauptstadt Chorio. Alevadros lenkt seinen Wagen in waghalsigem Tempo und erzählt dabei wild gestikulierend von der Insel: Hier stiftete seine Familie eine Kapelle, dort ist sein Land zu sehen, auf dem ein paar Ziegen das dürftige Grün abnagen. Wer Alevadros' rasanten Fahrstil scheut, kann den Berg auch zu Fuß erklimmen.

In Chorio schlängelt sich ein Pfad durch die Ruinen hoch zur mittelalterlichen Johanniterburg. Felsklumpen flankieren den Weg, auf dem sich die kleinen Schönheiten der Insel zeigen: Zwischen einer Felsritze sprießt wilder Oregano und verströmt würzigen Duft, auch ein paar Krokusse zwängen sich zwischen den Steinen hervor. Erst oben wartet die wahre Belohnung:

Die Wehrmauern und Zinnen der rund 600 Jahre alten Johanniterburg sind zum Teil noch gut erhalten. Besucher können über Mauern und Steine auf Entdeckungstour gehen.

Ein Türbogen führt auf die andere Seite der Festung - und gibt den Blick frei auf das Meer. Tief unten glänzt die Ägäis in dunklem Türkis, in der Ferne zeichnen sich die Konturen von Rhodos ab. Weiter imLandesinneren liegt das Kloster Ágios Ioánnis.Im kargen Braun der Hügel blenden die weißen Wände fast. Ein kleiner, verdreckter Hund liegt am Eingang und springt vor Freude um die Besucher herum. Das Kloster wird noch immer bewohnt, Gäste können hier ein Glas Wasser trinken oder die kleine Kapelle besuchen.

Eine gewaltige Platane streckt ihre Äste über denInnenhof und spendet Schatten - eine Seltenheit auf der Insel, die trotz ihrer vielen kleinen Schönheiten eben doch einem großen Steinhaufen gleicht.

www.chalki.gr

 

 

Last modified on:01/14/2008

GACCMI

           
About us Affiliations   Webmaster  

`

© 1996-2008 Nordamerikanische Wochen-Post. All rights reserved.