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St. Georges (dpa) - Hunderte hüpfen
am Hafen von Grenadas Hauptstadt St. Georges hinter vier großen Lastwagen.
Die fahren Schritttempo und sind mit riesigen Lautsprechern und
Verstärkeranlagen bestückt. Jam" gehört zu den Karneval-Attraktionen auf der
Gewürzinsel. Nach dem Hurrikan Ivan", der am 7. September 2004 schlimme
Zerstörungen angerichtet und mehr als 30 Menschen getötet hatte, haben sich
die 100 000 Bewohner der Insel im Karibiksüden mächtig ins Zeug gelegt. Ein
großer Teil der zerstörten Häuser ist repariert. Ende November sollen 90
Prozent der insgesamt 2000 Hotelzimmer wieder geöffnet sein, bis Juni 2006
alle. Wir sind für Urlauber attraktiver als je zuvor", sagt
Tourismusministerin Brenda Hood. Die Strände seien gereinigt, Korallenriffe
und Unterwasserwelt intakt.
Zum Glück haben uns Airlines, Kreuzfahrtlinien und Urlauber nicht im Stich
gelassen", sagt die Emsländerin Johanna Kostka, Chefin von Sunsation Tours".
Die neue Pieranlage in St. Georges hatte durch Ivan" kaum Schaden genommen.
An manchem Tag machen dort drei Schiffe mit mehr als 5000 Passagieren fest.
Denen bietet sich bei der Anfahrt ein prächtiger Blick: Türkisblaues Wasser
und üppig begrünte Hügel umrahmen die Stadt, in der Ferne schimmert der Sand
von Grande Anse.
Im
Hafenbecken von St. Georges schaukeln bunte Fischerboote und kleine Frachter.
Historische Gebäude umsäumen das Wasser. Die meisten Dächer sind rot,
dazwischen sieht man nur noch wenige gelbe und blaue Tupfer von
Plastikplanen. Die große Kirche am Hang ist allerdings noch ohne Dach. Vom
Fort schauen Urlauber auf das Treiben in den engen Straßen. Unter freiem
Himmel drängen sich Menschen an Ständen mit geflochtenen Körben, Gewürzen
wie Muskat, Ingwer, Zimt, Vanille sowie tropischem Obst wie Guava, Mango,
Papaya und Bananen.
Grenada gehört zu den originellsten und typischsten Karibikinseln. Die
Insulaner verdienen ihr Geld mit Fischfang, Landwirtschaft und Gewürzanbau
und sind die größten Muskat-Produzenten der Welt. Selbst Rum und Schokolade
made in Grenada" werden exportiert.
Inselexkursionen sind ein Muss. Neben der Hauptstadt locken Regenwald,
Kraterseen, Wasserfälle, Schwefelquellen, der 840 Meter hohe Mount St.
Catherine sowie die würzig-kreolische Küche. Besonders lecker sind gegrillte
in Muskatnuss-Sirup marinierte Hühnerschenkel. Bei einer Inselrundfahrt
fällt der Blick auf Fischer- und Bergdörfer, Sand- und Kieselstrände,
Felsküste, Bananenstauden und Palmen.
In
einer Fabrik im Ort Gouyave wird die Muskatnuss-Verarbeitung gezeigt. Pulver,
Blüten-Extrakt und Öl bereichern Speiseeis, Cocktails, Kuchen, Nagellack und
Cremes. Museum und Produktion sind in der nahen Dougaldston Plantation
vereint, wo Zimt und Muskatnuss wie vor Jahrhunderten bearbeitet werden.
Eine der ältesten Rumfabriken der Karibik ist die River Antoine Destillerie
im Osten. Hier wird wie im Gründungsjahr 1785 mit Wasserkraft produziert.
Am
Pink Gin Beach an der Südwestküste lebt Ulrich Kühn aus Celle. Sein
Restaurant Aquarium" und seine Maca Bana Villas" erlitten kaum Schaden.
Weniger glimpflich kam das Hotel von Sir Royston Hopkin davon. Aber wir
lassen uns auch von Naturgewalten nicht unterkriegen", sagt der Einheimische.
Sein Spice Island Beach Resort" öffnet diesen Dezember wieder.
www.grenadagrenadines.com
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