15 July, 2008

153rd YEAR - THE AMERICAN NEWSPAPER WRITTEN IN THE GERMAN LANGUAGE

Stand vom Montag

1 US $ = 0,6285  Euro

1 Euro = 1,5914 US $

Contact Us

Home/Start

Store

Newsstands

 

Sections

Ads/Anzeigen

Archives/Archiv

National Ad Rates

 

Deutsche

Churches/Kirchen

Clubs/Vereine

Radiostationen

 

Fußball

WM 2006

Links

 

Services

Internship/Praktikum

Subscribe

Purchase 150th Anniversary Issue

Address Change

 

 

Goldrausch am Rhein - Hobby-Schatzsucher lernen den richtigen Schwung

Gemeideräte und Journalisten suchen während eines Pressetermines bei Neuenburg (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald) im Rhein nach Gold. Bei Neuenburg können Einheimische und Touristen künftig Gold schürfen. Das Angebot ist nach Angaben der Stadtverwaltung einmalig in Deutschland.

Neuenburg (dpa) - An der Nibelungensage ist doch etwas dran: Im Rhein gibt es wirklich Gold. Zwar entdecken Schatzsucher keine geschichtsträchtigen Münzen oder Pokale. Aber kleine Flitter aus Gold findet man bei uns im Rhein garantiert", sagt Hobby-Goldwäscher Franz-Josef Andorf. Im badische Neuenburg (Baden-Württemberg) bringt er Einheimischen und Touristen das Goldwaschen bei.

"Das ist ein total aufregendes Gefühl", sagt Helga Maier-Garlipp. Die Neuenburger Gemeinderätin zählte am Mittwoch zu den ersten Kursteilnehmern. Sie hatte Glück: Mit hauchdünnen Goldplättchen in der Hand stand sie zum Ende der Aktion am Rheinufer.

In Neuenburg verfüge der Rhein bundesweit über das höchste Goldaufkommen, sagte Bürgermeister Joachim Schuster stolz. Das Edelmetall stamme aus einer geologischen Formation in der Schweiz und werde über mehrere Flüsse in den Rhein transportiert. Für einen Goldrausch wie in Kalifornien oder Australien, reiche die Menge jedoch nicht aus.

"Im Rhein haben schon die Kelten Gold gewaschen", sagt Andorf. Bis vor 200 Jahren sei das Gewerbe noch in Allen Orten zwischen Waldshut und Mainz ausgeübt worden. Als der Rhein jedoch für die Schifffahrt ausgebaggert wurde, seien die Funde stark zurück gegangen.

"Die Goldplättchen findet man im Geröll, das durch Hochwasser aufgewühlt und angeschwemmt wird", sagt Andorf. Für die Suche wird das betonharte Flussbett zunächst mit Hacke und Schaufel einen halben Meter tief aufgegraben. Gesiebten Sand schwenken Andorfs Kursteilnehmer dann mit Wasser in der Waschpfanne. Die schweren Bestandteile wie Schwermineralien und Gold sammeln sich dabei auf dem Boden des Gefäßes.

Die Bewegung ist nicht ganz leicht, man muss sie einüben", sagt der 51 Jahre alte Andorf. Doch auch Pyrit, das so genannte Katzengold, glitzert auf dem Pfannenboden und sorgt gelegentlich für verfrühten Jubel. Wenn man den Glanzpartikel mit dem Daumennagel nicht zerspringen lassen kann, ist es Gold", erklärt Andorf seinen Kursteilnehmern. Die Goldplättchen seien meist kleiner als einen Millimeter.

Hobby-Wäscher Andorf begann die Suche nach dem Rheingold mit 13 Jahren. Ich hatte das mit einer Bratpfanne probiert und gleich viel Glück gehabt", erinnert er sich. Seitdem übt er den richtigen Schwung mit der Pfanne auch in Österreich oder in der Schweiz.

Die Kurse zum Goldwaschen werden von der örtlichen Volkshochschule organisiert. Das Angebot richtet sich nach Angaben der Beteiligten an Privatleute, die Goldschürfen als Freizeitbeschäftigung betreiben wollen. Gewerbliches Goldschürfen solle mit den Kursen nicht gefördert werden, sagt Andorf.

"An guten Tagen kann man schon einmal Gold im Wert von bis zu 20 Euro finden", sagt Schuster. Dies entspreche der Kursgebühr. Nach Gold gesucht wird in dem von der Schifffahrt unberührten Altrhein. Dieser ist seit der Rheinbegradigung im 19. Jahrhundert durch Johann Gottfried Tulla ein Seitenarm des Flusses.

 

 

Last modified on:01/14/2008

GACCMI

           
About us Affiliations   Webmaster  

`

© 1996-2008 Nordamerikanische Wochen-Post. All rights reserved.