03 December, 2008

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Kirschblüten und Koi-Karpfen: Gartenkunst an Rhein und Maas

Der Terrassengarten von Kamp-Lintfort. (Bild: Str.d.Gartenkunst/Herbst/dpa/gms)

Mönchengladbach (dpa) - Wer grüne Schätze heben will, der wird auf der Straße der Gartenkunst an Rhein und Maas" fündig.

Wie Perlen auf einem Band reihen sie sich aneinander: historische und moderne Gärten, hochherrschaftliche Anlagen, Volksparks, private Gärten.

Derzeit umfasst die Straße der Gartenkunst 47 Anlagen. Voller Heiterkeit laden die großen und kleinen Paradiese zum Besuch ein. Zum Beispiel Schloss Wickrath in Mönchengladbach: Barocke Pracht begrüßt den Besucher, der die beiden stattlichen Vorburgen betritt. Strenge Achsen und geschnittene Gehölze erinnern an die Zeit, als selbst die Natur sich dem Fürsten unterwerfen musste.

Auf der eigentlichen Schlossinsel, ändert sich die Atmosphäre. Entspannt lässt es sich auf der Terrasse des Landstallmeisterhauses sitzen. Mächtige alte Bäume lenken den Blick über die zentrale Rasenfläche hinweg. In Form einer Grafenkrone bettet sich die Insel in die Seenlandschaft des Flüsschens Niers ein.

Wer es weniger herrschaftlich mag, wird sich im Garten Krautwig in Xanten wohl fühlen. 15000 Quadratmeter umfasst der Garten des 130 Jahre alten Möldershofes. Kräuterduft, blühende Wiesen, ein toskanischer Garten - immer wieder neue Eindrücke bieten sich hier.

Ein Leckerbissen besonderer Art ist der Japanische Garten in Leverkusen. Als privaten Garten legte Bayer-Chef Carl Duisberg ihn 1913 an. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt die Öffentlichkeit Zutritt zu der Anlage, die mit Tempeltor, Kirschblüten und Koi-Karpfen in fremdartige Gartenwelten entführt.

An der Maas in Sittard-Geleen in den Niederlanden besitzt der Stadspark mit seinen majestätischen alten Bäumen den Status eines nationalen Monuments. Nahebei erinnert der Stadstuin noch immer daran, dass er ursprünglich ein Klostergarten war.

Am Niederrhein lässt Kleve mit einer Parklandschaft aus dem 17. Jahrhundert staunen. Besonders beeindruckt das Ensemble von Prinz-Moritz-Kanal und Amphitheater mit Inseln, Eisernem Mann" und Obelisk. Der Terrassengarten von Kamp-Lintfort braucht den Vergleich mit Sanssouci nicht zu scheuen, er ist nur weniger bekannt.

Die Radwanderwege rechts und links des Rheins verbinden die meisten Orte mit ihren grünen Kleinodien. In Bonn könnte das Arboretum Härle mit seinem Pflan-zenreichtum den Auftakt der Tour bilden. Quer durch die Rheinaue geht's weiter. In Brühl führt ein Abstecher zum Schloss Augustusburg mit seinem Barockgarten.

Ein paar Kilometer weiter in Köln sind Flora und Botanischer Garten zu sehen, die Peter Josef Lenné im 19. Jahrhundert schuf. Durch Leverkusen und Monheim mit seinem Marien-burgpark kommt Düsseldorf in den Blick - und damit der Benrather Schlossgarten.

Strenge Achsen gliedern den Jagdpark, in dem man Kurfürst Carl-Theodor mit seinem Gefolge zu sehen meint. Heute ergehen sich die Düsseldorfer rund um den Spiegelteich und genießen die Blütenfülle vor der Orangerie.

Aber auch Krefeld lockt. Im nüchternen Bauhaus-Stil entwarf Mies van der Rohe 1927 das Museum Haus Lange/Haus Esters, und genauso klar und sachlich legt sich auch der Garten herum. Weite und Großzügigkeit kennzeichnen den Schönwasserpark, fast zeitgleich fertig gestellt. Viele andere Grünräume bieten Gartenkunst vergangener Jahrhunderte. Wer sie aufmerksam durchwandert, spürt, wie sich die Einstellung der Menschen zu Garten und Pflanze immer wieder gewandelt hat.

Informationen: Verein Straße der Gartenkunst an Rhein und Maas, Schloss Dyck, 41363 Jüchen.

Helga Panten, dpa

 

 

Last modified on:01/14/2008

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