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Mönchengladbach (dpa) - Wer grüne
Schätze heben will, der wird auf der Straße der Gartenkunst an Rhein und
Maas" fündig.
Wie Perlen auf einem Band reihen sie sich aneinander: historische und
moderne Gärten, hochherrschaftliche Anlagen, Volksparks, private Gärten.
Derzeit umfasst die Straße der Gartenkunst 47 Anlagen. Voller Heiterkeit
laden die großen und kleinen Paradiese zum Besuch ein. Zum Beispiel Schloss
Wickrath in Mönchengladbach: Barocke Pracht begrüßt den Besucher, der die
beiden stattlichen Vorburgen betritt. Strenge Achsen und geschnittene
Gehölze erinnern an die Zeit, als selbst die Natur sich dem Fürsten
unterwerfen musste.
Auf der eigentlichen Schlossinsel, ändert sich die Atmosphäre. Entspannt
lässt es sich auf der Terrasse des Landstallmeisterhauses sitzen. Mächtige
alte Bäume lenken den Blick über die zentrale Rasenfläche hinweg. In Form
einer Grafenkrone bettet sich die Insel in die Seenlandschaft des Flüsschens
Niers ein.
Wer es weniger herrschaftlich mag, wird sich im Garten Krautwig in Xanten
wohl fühlen. 15000 Quadratmeter umfasst der Garten des 130 Jahre alten
Möldershofes. Kräuterduft, blühende Wiesen, ein toskanischer Garten - immer
wieder neue Eindrücke bieten sich hier.
Ein Leckerbissen besonderer Art ist der Japanische Garten in Leverkusen. Als
privaten Garten legte Bayer-Chef Carl Duisberg ihn 1913 an. Erst nach dem
Zweiten Weltkrieg erhielt die Öffentlichkeit Zutritt zu der Anlage, die mit
Tempeltor, Kirschblüten und Koi-Karpfen in fremdartige Gartenwelten entführt.
An
der Maas in Sittard-Geleen in den Niederlanden besitzt der Stadspark mit
seinen majestätischen alten Bäumen den Status eines nationalen Monuments.
Nahebei erinnert der Stadstuin noch immer daran, dass er ursprünglich ein
Klostergarten war.
Am
Niederrhein lässt Kleve mit einer Parklandschaft aus dem 17. Jahrhundert
staunen. Besonders beeindruckt das Ensemble von Prinz-Moritz-Kanal und
Amphitheater mit Inseln, Eisernem Mann" und Obelisk. Der Terrassengarten von
Kamp-Lintfort braucht den Vergleich mit Sanssouci nicht zu scheuen, er ist
nur weniger bekannt.
Die Radwanderwege rechts und links des Rheins verbinden die meisten Orte mit
ihren grünen Kleinodien. In Bonn könnte das Arboretum Härle mit seinem
Pflan-zenreichtum den Auftakt der Tour bilden. Quer durch die Rheinaue
geht's weiter. In Brühl führt ein Abstecher zum Schloss Augustusburg mit
seinem Barockgarten.
Ein paar Kilometer weiter in Köln sind Flora und Botanischer Garten zu sehen,
die Peter Josef Lenné im 19. Jahrhundert schuf. Durch Leverkusen und Monheim
mit seinem Marien-burgpark kommt Düsseldorf in den Blick - und damit der
Benrather Schlossgarten.
Strenge Achsen gliedern den Jagdpark, in dem man Kurfürst Carl-Theodor mit
seinem Gefolge zu sehen meint. Heute ergehen sich die Düsseldorfer rund um
den Spiegelteich und genießen die Blütenfülle vor der Orangerie.
Aber auch Krefeld lockt. Im nüchternen Bauhaus-Stil entwarf Mies van der
Rohe 1927 das Museum Haus Lange/Haus Esters, und genauso klar und sachlich
legt sich auch der Garten herum. Weite und Großzügigkeit kennzeichnen den
Schönwasserpark, fast zeitgleich fertig gestellt. Viele andere Grünräume
bieten Gartenkunst vergangener Jahrhunderte. Wer sie aufmerksam durchwandert,
spürt, wie sich die Einstellung der Menschen zu Garten und Pflanze immer
wieder gewandelt hat.
Informationen: Verein Straße der Gartenkunst an Rhein und Maas, Schloss Dyck,
41363 Jüchen.
Helga Panten, dpa |