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Sterling Heights Die zweitägige
75. Gründungsfeier des G.T.E.V. Edelweiß" - Detroit gehört nun zu der
Vergangenheit. Wie darf man so ein unvergessliches und einmaliges
Vereinserlebnis schildern? Man sagt, daß ein Bild besser als 1000 Worte ist.
In Wort und Bild versuche ich, Ihnen über die Festlichkeiten einen Bericht
zu geben.
Es
wurde vom Jubiläumsausschuß entschieden, daß zwei Tage unbedingt benötigt
würden, um so einen bedeutsamen Anlaß des Vereines richtig zu zelebrieren,
da Gäste von sehr weit, von Kalifornien bis Bayern zu uns die Reise machen
werden. Mitglieder von über zehn Vereinen des Nordamerikanischen
Gauverbandes", Mitglieder der lokalen Vereine und unsere Freunde von
Rottenbuch in Bayern feierten mit uns!
Am
Freitagabend, 29. September 2006 wurde ein Willkommenstanz" beim Troy Hilton
Hotel gehalten. Nachdem sie ihre Festabzeichen empfangen hatten, traten die
Gäste in den Ballsaal zur Musik der Rottenbuchkapelle ein.
Unter der Leitung vom ersten Dirigent Thomas Eiler hatten die
Rottenbuchmusikkapelle den ganzen Abend mit ihren echt heimatlichen und
klangvollen Blasmusikweisen die Gäste begeistert und auf den Tanzboden
gelockt.
Unser 1. Vorstand, Erwin Rauschendorfer, begrüßte alle Anwesenden, und bevor
er das Mikrophon dem 1. Vorsitzenden der Rottenbuchmusikkapelle, Christof
Echtler, übergab, erklärte er, daß ein Unglück in diesem Jahr den
Mitgliedern der Rottenbuchkapelle und des Trachtenvereines Illachtaler"
passiert ist. Vor zwei Jahren bei ihrem Detroit Besuch wurden die Koffer und
Instrumente nach Chicago, anstatt Detroit wegen eines Computerfehlers bei
Lufthansa geschickt, aber gerade vor dem Abflug nach Deutschland wurden sie
in Detroit angeliefert. Zwei Tage vor ihrem heurigen Abflug hatten sie die
schlechte Nachricht bekommen, daß das Reisebüro in Schongau, mit dem sie die
Rundflüge gebucht und EU 30.000 dafür bezahlt hatten, Pleite gegangen ist!
Die Reservierungen waren nicht mehr gültig, und die Eurobezahlung war
vorläufig nicht mehr zurückzubekommen. Der Fluglinienvertreter informierte
sie, daß sie jetzt einen zusätzlichen Betrag von EU 25.000 zu zahlen hätten,
um die gleichen Plätze zu halten!
Die Mitglieder hatten sich versammelt und den Entschluß gefaßt, den neuen
Betrag zu bezahlen. Sie wollten uns nicht im Stich lassen ohne Musikanten
und aus wahrer Freundschaft und aufrichtiger Verpflichtung machten sie die
Reise nach Amerika, obwohl es ihnen einen gesamten Betrag von EU 45.000 für
die Rundflüge gekostet hat.
Der gut gelaunte und immer scherzbereite Herr Echtler hieß alle Gäste im
Namen der Rottenbuchmusikkapelle herzlich Willkommen und bat sie, Platz zu
nehmen, da er auf der Leinwand - von seinem Laptop" aus - eine Fotomontage
zeigen wollte. Die Fotomontage bestand aus Bildern eines Festtags in
Oberbayern. Die Rottenbuchmusikkapelle begleitete die Fotomontage mit dem
von Karl Edelmann bearbeiteten Feierlichen Bauernmarsch". Mit riesigem
Beifall und stehender Ovation belohnten die Gäste unsere Freunde aus
Rottenbuch. Aber der schlaue Herr Echtler hatte noch eine Überraschung. Er
hatte unsere Schriftführerin Rita Dziersk gebeten, zur Bühne zu kommen.
Nachdem er ihr ein großes Busserl gab, überreichte er ihr von ihren Freunden
aus Rottenbuch als besondern Dank eine schöne mit bayerischern Rauten
verzierte Kerze für ihre großzügige Hilfe und Unterstützung.
Während der Pausen hatten unsere Edelweißmusi" hervorragend aufgespielt.
Über dreieinhalb Stunden Musik bescherten beide Gruppen den Gästen, und man
wollte keine Minute davon vermissen, weil die Zeit wie im Fluge verging.
Auch wenn das Wetter am Samstagnachmittag, dem 30. September, 2006, nicht so
gewünscht mitspielte, war der Festgottesdienst, welcher in der 1884 gebauten
Marienkirche in Detroit abgehalten wurde, der Höhepunkt der Jubiläumsfeier.
Das Geläut der Kirchenglocken zeichnete den Anfang des Einmarsches. Leider -
wegen des faulen, regnerischen Wetters - fehlte ein Trachtlereinzug in die
Kirche, stattdessen marschierten die Fahnenträger und Begleiter an den in
den Kirchenbanken stehenden Trachtlern und Gästen vorbei und zu ihren
Plätzen auf dem Hauptaltar. Nach altkatholischer Sitte und wie's in
Oberbayern der Brauch ist, waren die Frauen auf der linken Seite der Kirche
und Männer auf der Rechten. Die Rottenbuchkapelle spielte den Einzugsmarsch
von dem Orgelstall.
Pastor Steven Reckker weihte die neue Frauenfesttracht, bevor die Trachtler
und Mitglieder des G.T.E.V. Edelweiß Detroit hinter unserem Fahnenträger,
Michael Lachat, einmarschierten und ihre Plätze vorn eingenommen hatten. Als
Lobe den Herrn" durch die Kirche erschallte, merkte man die noch gut
erhaltende Schönheit dieser von deutschen Einwanderern gegründeten Kirche.
Die Altäre wurden mit Vasen voll herbstfarbiger Sonnenblumen geschmückt und
die Fahnenspitzen glänzten in dem zitternden Kerzenlicht.
Unser Musikwart, der auch als Gaumusikwart des Nordamerikanischen
Gauverbandes fungiert, begrüßte alle und erwähnte, daß der ganze
musikalische Teil des Gottesdienstes nach der Bauernmesse" (Annette Thoma)
von Mitgliedern aus S.T.V. Bavaria" - Cleveland, D' Lustig'n Wendlstoana" -
Milwaukee, B.S.G.V.T. D'Misebacher Oim-taler" - Denver und G.T.E.V. Edelweiß"
- Detroit unter der Leitung von Reinhold Rock gesungen und von unserer
Edelweißmusi" begleitet wurde.
Nach der Predigt, die von Pastor Reckker gehalten wurde, traten Garret
Ritterhaus, Marie und Rachel Winquest und Barbara Rauschendorfer zum
Hauptaltar. Dort auf Polstern lagen die drei Fahnenbänder, welche von ihnen
nach der Weihung an den Bändehalter unserer Vereinsfahne gehängt wurden. Die
Bänder wurden von folgenden Mitgliedern gestiftet: Herr und Frau
Rauschendorfer im Namen Zeno und Caroline Schäfer (Vereinsfahne Beiträgern),
Walter Kron in Erinnerung an seine gestorbene Frau Lillian Graf-Kron, und
der letzte in Dankbarkeit von den Tanzgruppen unserer noch aktiven Anneliese
Baker.
Marianne Billo hatte die zwei Lesungen vorgetragen. Rita Dziersk und
Marianne Billo lasen das Allgemeine Gebet. Als
das Lied Ich hatt' einen Kamerad" während des Gabenopfers von der
Rottenbuchkapelle gespielt wurde, hatte Ehrenvorstand, Joseph Gassel einen
Blumenstrauß mit einer schwarzen Schleife zum Altar getragen.
Pastor Stephan Reckker und Pastor Edward Viskaulskas hatten den
Festgottesdienst mitgefeiert. Die vortrefflichen musikalischen Vorträge, die
Fahnenbänderweihung, sowie auch die strebsame und erfolgreiche Mühe aller
Mitwirkenden hatten den Festgottesdienst zu einem unvergänglichen Zeitpunkt
der Geschichte unseres Vereines gemacht.
Als die Glocken noch einmal läuteten und die Rottenbuchkapelle Grosser Gott,
wir loben Dich" spielten, defilierten alle aus der Kirche und stiegen in die
Busse ein, welche sie nach der Carpathia Halle für den Festabend" bringen.
Nach dem Fahneneinmarsch begrüßten Pastor Reckker und Pastor Viskaulskas
alle Anwesenden in der bis zum letzten Tisch gefüllten Carpathia Halle und
sprachen ein Tischgebet. Ein Gulasch Essen wurde von den Carpathiafrauen
serviert und a guts Franziskaner Weißbier" war reichlich den ganzen Abend
vom Ausschank erhältlich.
Vorstand Erwin Rauschendorfer hieß alle mit einem Grüß Gott" willkommen. Er
hatte eine gekürzte Fassung über die Geschichte unseres Vereines erzählt,
und zum Schluß sagte er, daß wir auf so einem gesunden von unseren
Vereinsvorfahren überlieferten Fundament weiterarbeiten dürfen.
Ehe die Rottenbuchkapelle mit ihrer Blasmusik begann, überreichte er den
Gauvereinen und lokalen Vereinen eine hölzerne Plakette mit unserem
Jubiläumslogo. Die Edelweiß Buam unterhielten bei der Eröffnungsfeier mit
einem Goaßl-schnoiza" - begleitet von der Rottenbuchkapelle.
Während der ersten Pause wurden die Anwesenden mit einer enormen Auswahl
heimatlicher Darbietungen unterhalten. Die Edelweißmusi" spielte den von
unserem Musikwart, Richard Michels, komponierten Edelweiß Jubiläumsmarsch";
Ehren-Figurentänze und Schuhplattler wurden von den teilnehmenden
Gauvereinen vorgeführt. Unser Michelslacher Zwoag'sang" (Lauren Lachat und
Chrissy Michels) hatte ein Lied über die neue Heimat in Amerika in
bayerischer Mundart gesungen.
Nachdem eine technische Störung und Versuche mit drei Mikrophonen korrigiert
wurden, hatte der Dirigent der Rottenbuchkapelle, Christof Echtler, unserem
zweiten Vorstand Fred Walker zwei Andenken im Namen der Rottenbuchkapelle
und des Trachtenvereines Illachtaler" übergeben.
Unser Verein wurde von allen Vereinen mit vielen schönen Gedenksartikeln
präsentiert. Rita Dziersk bekam einen Blumenstrauß für ihre unermüdliche
Arbeit bei uns. Im G.A.C.C. Zimmer hatte unsere Vereinshistorikerin, Linda
Lachat, eine erstaunliche Geschichte unseres Vereines von den 30. Jahren bis
zum heutigen Tag mit zahlreichen Fotos, alten Trachten und
Vereinsgegenständen ausgestellt. Gegen 22 Uhr tanzten unsere gesamten
Gruppen, begleitet von der Rottenbuchkapelle, mit drei Kreisen die
Sternpolka". Zwei wurden schneidig geplattelt, der andere als Volkstanz
vorgeführt.
Als unser Verein das 76. Gründungssjahr beginnt, dürfen wir stolz darauf
sein, daß wir eine lange Geschichte des bayerischen Brauchtums genossen
haben, und daß wir pflegen, was wir von unseren Vereinsvorgängern geerbt
haben: Treu dem guten, alten Brauch". Ein Vergelt's Gott" geht an alle
Mitglieder, die unsere Jubiläumsfeier zu einem unvergeßlichen Erfolg machten.
Servus,
Ihr
Rolf Kurt Frühauf
Zur Vormerkung
Unsere heurige Gedächtnismesse wird am Sonntag, dem 12. November 2006 um
14:00 Uhr in der St. Clemens Kirche in Romeo, Michigan stattfinden. Für
Brotzeitresevierungen rufen sie bitte Marianne Billo unter 586-775-5884 an. |