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Von
Karoline Springer
Köln (dpa) - Barocke Wellen- und
Lockenpracht, feminine Kurzhaarschnitte sowie moderne Varianten des
Pilzskopfes bestimmen die Frisurenmode in der kommenden Herbst- und
Wintersaison.
Haarmoden von Filmdiven, Popstars und Fotomodellen der 60er und 70er Jahre
wie Audrey Hepburn, Twiggy und Beatles seien im Zeitgeist interpretiert
worden, sagte Franz-Josef Küveler, Leiter des Kreativ-Teams des
Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks, in Köln. Mit den Haartrends
will die Branche ihre Umsatzflaute beleben.
Die Asymmetrie der vergangenen Jahre ist vorbei", sagte Küveler. Gerade
Schnitte prägen die Mode. Frauen bietet sich eine Bandbreite an Frisuren mit
barocker Opulenz, modernem Glam-Rock und einer androgynen Ästhetik.
Kurzhaarschnitte mit rundem, exakt geschnittenem Pony, Koteletten,
toupiertem Ober- und Hinterkopf seien absolut in. Für Frauen mit längeren
Haaren sind Bewegung und Volumen die Stichwörter", sagte der Mode-Experte -
als fließende Haarpracht mit voluminösem Oberkopf oder als ein Mix aus
Wellen und Locken, mal wild, mal elegant gestylt. Auch Hochsteckfrisuren mit
gelöster Haarlocke sind im Trend.
Bei den Männern lebt der Pilzkopf auf. Moderne Brit-Pop-Bands wie Franz
Ferdinand verleihen dem Look Kultstatus. Mal kurz mit schmalen Seitenpartien,
mal länger mit breiten und fransigen Koteletten, hochgestyltem oder glattem
vollen Pony. Grundsätzlich wird es länger bei den Männern", sagte Küveler.
Exakte Haarschnitte favorisiere die Herrenmode nicht - ganz im Gegensatz zur
Frauenmode.
Natürliches Farbspiel" lautet der Trend für den deutschen Markt. Die
Bewegung wird ins Haar gemalt", sagte der Mode-Experte. Dunkle Ansätze,
hellere Längen und Spitzen bestimmen die Haarpracht der Männer. Statt
knallig und grell dominieren bei dunklem Haar warme Brauntöne, bei hellem
Haar Kupfer- und Rosenholznuancen.
Das Make-up setzt auf Glamour - jedoch stilvoll und dezent mit tiefschwarzer
Wimperntusche, dunklem Kajal und Blautönen für die Augenbrauen.
Mit den neuen Trends will die Branche Kunden in die bundesweit 67500 Salons
locken. Seit 2001 sind die Umsatzzahlen laut Verband rückläufig. 2005 lag
der Umsatz bei sechs Milliarden Euro. Die Leute gehen weniger zum Friseur",
sagte Hauptgeschäftsführer Rainer Röhr. Wir scheinen aber auf dem
niedrigsten Level angekommen zu sein."
Wegen der geplanten Mehrwert-steuererhöhung rechnet der Verband mit einem
guten Weihnachtsgeschäft und 2006 mit einem Ende der rückläufigen
Umsatzent-wicklung.
Langfristig wird das Friseurhandwerk profitieren, sagte Röhr. Die steigende
Zahl von älteren Menschen bringe Kunden. Ältere Leute gehen öfter zum
Friseur." |