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Göttingen (dpa) Die Mode macht es
vor: Erlaubt ist, was gefällt. Das gilt auch für die Haare.
Während aufwendig gestylte Frisuren in plakativen Farben für Glanz und
Glamour sorgen, setzt sich parallel dazu eine neue Natürlichkeit durch.
Locker fallende Wellen und unkomplizierte Formen unterstreichen den
individuellen Typ. Ideal ist es, wenn ein Schnitt beides möglich macht:
Natürliches Aussehen bei Tag, atemberaubendes Styling zur Nacht.
Die Kunden möchten ihre Frisur der individuellen Lebenssituation anpassen",
heißt es beim Bund Deutscher Haarformer (BDH) in Göttingen. Angemessen
trendig im Beruf, super-stylish in der Lounge." Deshalb ist die
Wandelbarkeit eines Schnittes wichtig, sagt Simone Frieb von der in Köln
erscheinenden Fachzeitschrift Clips".
Plakative Strähnen, colorierte Ponypartien und auffälliges Styling
unterstützen die elegante Linie. Feminine Dandy" nennt das Unternehmen
L'Oréal aus Düsseldorf diesen Look, der auch scharfe Farbkontraste oder
einen Pagenkopf mit langen und kurzen Partien verträgt. Selbst
Hochsteckfrisuren sind wieder gefragt. Zum klassischen Kostüm können
hochgeschlagene, toupierte Haare sehr schick und modern wirken", sagt
Martina Acht, Ex-Friseurweltmeisterin aus Offenbach am Main.
Den Gegensatz dazu markieren natürliche, unkomplizierte Frisuren, die nicht
einmal erkennen lassen sollen, dass man gerade vom Friseur kommt", wie
Simone Frieb erläutert. Deshalb fallen hier auch die Farben nicht ganz so
bunt aus: Schoko- und Karamel, Savannah- statt Paris-Hilton-Blond und Kupfer
statt Knallrot dominieren.
Auch Glätten der Haare wird überflüssig. Im Gegenteil: Kleine, bewegte Köpfe
sind angesagt. Trendy ist auch ein neuer Wickler, der so genannte Shaper",
berichtet Martina Acht. Mit einem Durchmesser von zwei bis drei Zentimetern
lässt er das Haar aussehen, als habe es eine leichte Naturwelle. Auch sei
das Herauswachsen hier nicht so problematisch wie bei der klassischen
Dauerwelle. Die jedoch feiert im kommenden Jahr ihren 100. Geburtstag - und
wird dadurch in allen Variationen ein Revival erleben, prophezeit der
Intercoiffure-Friseur Jens Dagné aus Worms (Rheinland-Pfalz).
Herren wagen sich in diesem Herbst sogar an asymmetrische Frisuren, erklärt
der BDH. Statt halblanger Surfermähne ist individueller Schick gefragt.
Männer werden mutiger, sagt Jens Dagné. Strähnen oder Schnitte, bei denen
das Haar zur Seite und zum Nacken hin länger wird, prägen den Trend. Stylist
Markus Salm hat seinen für Wella in Darmstadt gestalteten Herrentrend
Glamour Rock" an die Rocklegenden der späten siebziger und frühen achtziger
Jahre angelehnt. Aufwendige Schnittformen, die in der Struktur sehr unruhig
wirken und mit verschiedenen Farbnuancierungen spielen, unterstreichen den
lässigen Streetlook. Gleichzeitig lassen sich diese Frisuren sehr elegant
stylen - womit das Kriterium der Wandelbarkeit auch hier erfüllt wäre. |