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Schonach
(dpa) - Olympischer Ausnahmezustand in Schonach: Nach dem Sensationssieg von
Kombinierer Georg Hettich gab es in der 3000- Einwohner-Gemeinde im
mittleren Schwarzwald kein Halten mehr. Der Ort stand Kopf. Freibier für
alle!", lautete das olympische Motto, die Schonacher Wirte ließen sich nicht
lumpen. Überall wurden Deutschlandfahnen gehisst.
Der traditionelle
Bunte Abend" des TV Schonach, eines der lokalen Top-Ereignisse, wurde
kurzerhand zur Hettich-Party umfunktioniert. Die Feiernden stimmten zu Ehren
des Goldmedaillen-Gewinners das Badnerlied" an, die badische Nationalhymne".
Die Party ging bis in die frühen Morgenstunden.
Georg Thoma, der
Kombi-Olympiasieger von 1960, muss den Coup schon gerochen" haben. Schon vor
Wochen hatte er seinem Schwarzwälder Landsmann und Nachfolger Hettich bei
einem Treffen in Schonach prophezeit: Ich habe ein gutes Gefühl, dass du als
Olympiasieger aus Turin zurückkehren wirst."
So hat der
Schorsch noch nie das Herz in seine Hände genommen. Das ist phänomenal",
hatte Bürgermeister Jörg Frey nach dem Triumph des 27-Jährigen vom ST
Schonach-Rohrhardsberg im Einzelwettbewerb der Nordischen Kombination gesagt.
Das war Gerechtigkeit im Sport, nachdem er bei den letzten Spielen und der
Weltmeisterschaft jeweils Vierter war."
Ich bin den Tränen
nahe", sagte Vater Lothar Hettich, der das Springen und den Langlauf über 15
Kilometer am Samstag mit seiner Frau Hedi und 200 Fans auf einer
Großleinwand in der Stadiongaststätte des örtlichen Fußballclubs verfolgt
hatte, mit belegter Stimme.
Der ganze Ort ist
auf den Beinen, so eine Stimmung habe ich in Schonach noch nie erlebt",
erklärte Frey, als sich die Musikkapelle aufgestellt hatte. Es kribbelt am
ganzen Körper." Für Hettich, der in Schonach aufgewachsen ist und jetzt in
Freiburg wohnt, werde es nach der Rückkehr aus Turin eine Ehrung geben. Aber
wir wissen noch nicht, in welcher Form. Wir müssen erstmal zu uns kommen."
Auch Hettichs
Heimtrainer Ralf Rombach, der das Rennen in seiner Freiburger Wohnung vor
dem Fernseher verfolgte und hinterher ein Glas Sekt trank, war überwältigt:
Das war der Hammer, der Sieg war so überraschend. Georg hat ja noch nie
einen Weltcup gewonnen. Aber ich wusste, dass er mit dem eigenen Können eine
Chance hat." |