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Dresden
(dpa) - Nach 60 Jahren hat in der Dresdner Frauenkirche am Samstag erstmals
wieder ein Paar geheiratet. Bei dem Trauungsgottesdienst waren alle Plätze
im Kirchenschiff des wiederaufgebauten Gotteshauses besetzt
Vor den rund 250
Gästen des Brautpaares gab Pfarrer Stephan Fritz dem 34-Jährigen aus
Regensburg (Bayern) und seiner ein Jahr jüngeren, aus Düsseldorf stammenden
Braut den kirchlichen Segen.
Die beiden hatten
sich die Spätbarock-kirche als Trauungsort ausgesucht, weil sie sich der
Region verbunden fühlen und von der Geschichte des Ortes beeindruckt sind.
Vor allem der frisch gebackene Ehemann hat familiäre Bezüge nach Dresden. So
war einer seiner Vorfahren im 18. Jahrhundert Marschall am Hof des
sächsischen Kurfürsten August des Starken (1670-1733), der den Bau der
Frauenkirche unterstützte. Trotz Schneetreibens warteten rund 100
Schaulustige und zahlreiche Fotografen auf dem Neumarkt auf die Eheleute.
Die Nachfrage nach
einer Heirat in der wiedererrichteten Frauenkirche ist seit Monaten groß.
Alle 14 Tage werden samstags je zwei Trauungen vorgenommen. Für 2006 gibt es
keine, im Jahr 2007 nur noch vereinzelt freie Termine. Anmeldungen für 2008
werden vom Frühjahr 2006 an entgegengenommen. Vor einer Woche waren die
ersten Kinder in der wiederaufgebauten Spätbarockkirche getauft worden.
Die 1726 bis 1743
erbaute Kirche war nach der Bombennacht vom 13./14. Februar 1945 eingestürzt.
Ab 1993 wurde sie enttrümmert, 1994 der erste Stein für die 131,2 Millionen
Euro teure Rekonstruktion gesetzt. Das in elf Jahren mit mehr als 100
Millionen Euro Spenden aus aller Welt wiedererrichtete Gotteshaus war am 30.
Oktober geweiht worden. |