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Troy
Am Mittwoch, dem 22. Juni, verstarb unser langjähriger, treuer Leser Frank
Bessel im hohen Alter von 102 Jahren. Nach dem Rezept für ein langes Leben
befragt, geben Hundertjährige häufig an: Innere Harmonie, eine glückliche
Beziehung und täglich ein Gläschen Wein!" Frank fand sein eigenes Rezept:
Täglich seinen Brandy, seine Zigarre und körperlich wie geistig fit bleiben.
Frank Bessel wurde
1903 in EssenBredeny geboren und wanderte 1926 nach Amerika aus, und zwar
nach Pittsburgh, Pennsylvania, wo er als Feinmechaniker bei der Westinghouse
Corp. tätig war. Im Mai 1928 kam er nach Detroit, war zunächst bei Michigan
Die Casting, dann bei Ternstedt und anschliessend 15 Jahre, bis 1965, bei
der Special Machine and Eng., Inc. (Inh. Walter Bihler) angestellt. Nach
Beendigung des Michigan Hilfswerks für die Notleidenden in der alten Heimat
gehörte Frank Bessel zu jenen Männern und Frauen, die den GermanAmerican
Club gründeten; er war fünf Jahre Präsident, weitere fünf Jahre als
Vizepräsident der Zentrale tätig, und saß 23 Jahre im Aufsichtsrat der
Dachorganisation (GACC). Im Jahre 1937 war er einer der Gründer des Vereins
Essener Freunde. Seit 1938 und bis zu seinem 90. Geburtstag war er ein
aktives Mitglied des RheingoldChors (jetzt, GBU Saxonia/Rheingold), war elf
Jahre hintereinander, von 1949 bis 1960, Präsident dieser Chorgemeinschaft
und war dessen Ehrenpräsident.
In 1956 war er ein
Gründungsmitglied des MichiganSänger-bezirks und Leiter eines großen
Konzertes im FordAuditorium im gleichen Jahr. Als im Jahre 1958 der deutsche
Bundespräsident Theodor Heuss in Detroit weilte, überreichte er Frank Bessel
bei einer Feierstunde im Harmonie Klubhaus eines seiner Bücher mit
eigenhändiger Widmung. Ein Jahr später wurde Frank Bessel mit dem
Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. In Würdigung
seiner Verdienste um die Förderung und Erhaltung der deutschen Kultur, der
deutschen Sprache und des deutschen Liedes erhielt Frank Bessel 1973 den
Ehrentitel Deutschamerikaner des Jahres".
Und wer ein echter
engagierter DeutschAmerikaner ist, der liest auch die Nordamerikanische
WochenPost. Als ich am 1. März 1928 nach Detroit kam, sah ich die (damalige)
Detroiter Abend Post das erstemal bei Bekannten. Erst kam sie täglich, dann
zwei Mal die Woche, na und jetzt ein Mal die Woche," erzählte Frank einmal.
Viel Zeit und
Energie investierte Bessel in die deutsche Gemeinschaft von Detroit. Wenn
der betagte DeutschAmerikaner an Früher dachte, kamen ihm Bilder eines
lebendigen Deutschtums in den Kopf. In einem Gespräch mit der WochenPost zu
seinem 90. Geburtstag sagte er: Wir haben hart gearbeitet. Haben viele
Veranstaltungen auf die Beine gestellt. Und wenn dann alles gut geklappt
hat, dann hatten wir auch guten Grund zu feiern." Während des Zweiten
Weltkrieges seien viele Deutsche zu feige gewesen, sich zu ihrer
Nationalität zu bekennen, sagt er. Ich brauche mich nicht schämen, für das,
was ich gemacht habe. Ich muß mich nicht schämen, Deutscher zu sein."
Einseitigkeit war
Bessel ein Grauen. In der WochenPost lese ich besonders gerne die vielen
interessanten Artikel über Weltneuigkeiten und was in Deutschland passiert.
Dies interessiert mich alles," sagt er noch kürzlich.
Trotz seines hohen
Alters sah man Frank Bessel auf diversen Veranstaltungen wie beim Fasching
oder jeden Mittwoch zum Lunch im Carpathia Klubhaus. Nette Klubmitglieder
holten ihn ab und brachten ihn später wieder heim, da ihm durch seine
nachgelassene Sehkraft die Erneuerung seines Führerscheins verweigert wurde.
In den lezten
Monaten hatte er Schwierigkeiten, die Treppen in seiner Wohnung zu
bewältigen, und sah ein, dass ein Seniorenheim wohl das Beste für ihn wäre. |
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Ehemalige
Mitglieder des Männerchor Rheingold feiern mit Frank seinen 100. Geburtstag
im Jahr 2003: (v.l.nr.) Gus Butterbach, Bernie Buhlinger, Gerhard Schiller,
Bill Gathen, Herbert Ochs, Frank Bessel, Heinz Kasse, Herbert Stein, Bill
Bessel, Manfred Frey und Eberhard Beck. |