30 June, 2008

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Frank Bessel

Troy ­ Am Mittwoch, dem 22. Juni, verstarb unser langjähriger, treuer Leser Frank Bessel im hohen Alter von 102 Jahren. Nach dem Rezept für ein langes Leben befragt, geben Hundertjährige häufig an: Innere Harmonie, eine glückliche Beziehung und täglich ein Gläschen Wein!" Frank fand sein eigenes Rezept: Täglich seinen Brandy, seine Zigarre und körperlich wie geistig fit bleiben.

Frank Bessel wurde 1903 in EssenBredeny geboren und wanderte 1926 nach Amerika aus, und zwar nach Pittsburgh, Pennsylvania, wo er als Feinmechaniker bei der Westinghouse Corp. tätig war. Im Mai 1928 kam er nach Detroit, war zunächst bei Michigan Die Casting, dann bei Ternstedt und anschliessend 15 Jahre, bis 1965, bei der Special Machine and Eng., Inc. (Inh. Walter Bihler) angestellt. Nach Beendigung des Michigan Hilfswerks für die Notleidenden in der alten Heimat gehörte Frank Bessel zu jenen Männern und Frauen, die den GermanAmerican Club gründeten; er war fünf Jahre Präsident, weitere fünf Jahre als Vizepräsident der Zentrale tätig, und saß 23 Jahre im Aufsichtsrat der Dachorganisation (GACC). Im Jahre 1937 war er einer der Gründer des Vereins Essener Freunde. Seit 1938 und bis zu seinem 90. Geburtstag war er ein aktives Mitglied des RheingoldChors (jetzt, GBU Saxonia/Rheingold), war elf Jahre hintereinander, von 1949 bis 1960, Präsident dieser Chorgemeinschaft und war dessen Ehrenpräsident.

In 1956 war er ein Gründungsmitglied des MichiganSänger-bezirks und Leiter eines großen Konzertes im FordAuditorium im gleichen Jahr. Als im Jahre 1958 der deutsche Bundespräsident Theodor Heuss in Detroit weilte, überreichte er Frank Bessel bei einer Feierstunde im Harmonie Klubhaus eines seiner Bücher mit eigenhändiger Widmung. Ein Jahr später wurde Frank Bessel mit dem Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. In Würdigung seiner Verdienste um die Förderung und Erhaltung der deutschen Kultur, der deutschen Sprache und des deutschen Liedes erhielt Frank Bessel 1973 den Ehrentitel Deutschamerikaner des Jahres".

Und wer ein echter engagierter DeutschAmerikaner ist, der liest auch die Nordamerikanische WochenPost. Als ich am 1. März 1928 nach Detroit kam, sah ich die (damalige) Detroiter Abend Post das erstemal bei Bekannten. Erst kam sie täglich, dann zwei Mal die Woche, na und jetzt ein Mal die Woche," erzählte Frank einmal.

Viel Zeit und Energie investierte Bessel in die deutsche Gemeinschaft von Detroit. Wenn der betagte DeutschAmerikaner an Früher dachte, kamen ihm Bilder eines lebendigen Deutschtums in den Kopf. In einem Gespräch mit der WochenPost zu seinem 90. Geburtstag sagte er: Wir haben hart gearbeitet. Haben viele Veranstaltungen auf die Beine gestellt. Und wenn dann alles gut geklappt hat, dann hatten wir auch guten Grund zu feiern." Während des Zweiten Weltkrieges seien viele Deutsche zu feige gewesen, sich zu ihrer Nationalität zu bekennen, sagt er. Ich brauche mich nicht schämen, für das, was ich gemacht habe. Ich muß mich nicht schämen, Deutscher zu sein."

Einseitigkeit war Bessel ein Grauen. In der WochenPost lese ich besonders gerne die vielen interessanten Artikel über Weltneuigkeiten und was in Deutschland passiert. Dies interessiert mich alles," sagt er noch kürzlich.

Trotz seines hohen Alters sah man Frank Bessel auf diversen Veranstaltungen wie beim Fasching oder jeden Mittwoch zum Lunch im Carpathia Klubhaus. Nette Klubmitglieder holten ihn ab und brachten ihn später wieder heim, da ihm durch seine nachgelassene Sehkraft die Erneuerung seines Führerscheins verweigert wurde.

In den lezten Monaten hatte er Schwierigkeiten, die Treppen in seiner Wohnung zu bewältigen, und sah ein, dass ein Seniorenheim wohl das Beste für ihn wäre.

Ehemalige Mitglieder des Männerchor Rheingold feiern mit Frank seinen 100. Geburtstag im Jahr 2003: (v.l.nr.) Gus Butterbach, Bernie Buhlinger, Gerhard Schiller, Bill Gathen, Herbert Ochs, Frank Bessel, Heinz Kasse, Herbert Stein, Bill Bessel, Manfred Frey und Eberhard Beck.

 

 

Last modified on:01/14/2008

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