06 October, 2008

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Forscher finden möglichen Auslöser für Morbus Crohn

Heidelberg (dpa)- Forscher haben einen möglichen Auslöser für die chronische Darmentzündung Morbus Crohn entdeckt.

Das teilt das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg mit. Betroffene Patienten haben demnach weniger so genannte Defensine, eine Art körpereigene Antibiotika, die die Schleimhäute vor Bakterienbefall schützen. Von dem Gen für das wichtige Verteidigungsmolekül beta- Defensin-2 haben Menschen, deren Dickdarm von der Krankheit befallen ist, eine Kopie weniger als Gesunde.

Die Defensin-Gene sind in Nestern (Clustern) auf dem Chromosom 8 angeordnet. Die Anzahl der Nester schwankt innerhalb der Bevölkerung erheblich. Ein internationales Forscherteam unter Beteiligung von Wissenschaftlern aus Stuttgart und Heidelberg zeigte nun, dass Patienten mit Morbus Crohn im Dickdarm im Schnitt nur drei Kopien des Gens für beta-Defensin-2 haben. Bei Gesunden dagegen, bei Menschen mit Morbus Crohn im Dünndarm und mit der entzündlichen Darmerkrankung Colitis ulcerosa gibt es meist vier Kopien dieses Gens pro Zelle.

Die geringere Kopienzahl der Gene geht nach Erkenntnissen der Forscher mit einer verringerten Produktion des körpereigenen Antibiotikums einher. Sie vermuten, dass die Verteidigung der Darmschleimhaut dadurch durchlässig wird, Bakterien sich anheften und in die Schleimhaut eindringen können - und damit die typischen Entzün-dungsherde bei Morbus Crohn auslösen.

Morbus Crohn ist eine schubweise verlaufende Erkrankung vor allem des unteren Dünndarms (Ileum) und des Dickdarms. Die Ursachen der Erkrankung sind bisher nicht bekannt, es sollen genetische und Umweltfaktoren beteiligt sein.

In Deutschland sind rund 150000 Menschen betroffen, die Neuerkrankungsrate liegt bei etwa 5 pro 100000 Einwohnern pro Jahr. Die Erkrankungshäufigkeit ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Morbus-Crohn-Patienten haben auch ein erhöhtes Risiko, an Darmkrebs zu erkranken.

 

 

Last modified on:01/14/2008

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